Sie befinden sich hier

Inhalt

20.11.2020 12:26

Zum Internationalen Tag der Kinderrechte

Seit Anfang dieses Jahres hat die israelische Besatzungsarmee mehr als 400 palästinensische Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren inhaftiert. Die meisten sind aus Ost-Jerusalem. Dies gab die Palästinensische Gefangenengesellschaft (PPS) in einem Bericht bekannt, der anlässlich des 31. Internationalen Tages der Kinderrechte am 20. November veröffentlicht wurde.

Aus dem Bericht geht hervor, dass 170 minderjährige PalästinenserInnen zu Haftstrafen verurteilt wurden. Sie sind derzeit in drei israelischen Gefängnissen inhaftiert. Trotz der steigenden Anzahl an Corona-Infizierten und der gefährlichen Entwicklungen um die Ausbreitung des Virus setzen die Besatzungstruppen ihre Praxis der Verhaftungen, Schikanen und Gewaltübergriffe gegen minderjährige PalästinenserInnen fort. Alle Aufrufe von PPS, die inhaftierten Kinder und Jugendlichen freizulassen, wurden bisher von Israel ignoriert.

Es ist eine gängige Praxis, Kinder und Jugendliche mitten in der Nacht aus ihren Häusern zu holen, sie stundenlang in Verhörzentren festzuhalten, oftmals ohne Essen. Manche Kinder sind jünger als 12 Jahre alt, wenn sie verhaftet, verhört und schikaniert werden. „In der Haft begeht Israel verschiedene Verstöße gegen palästinensische Kinder, darunter ist die Verhinderung eines Studienabschlusses, die Verweigerung von Familienbesuchen und die Isolationshaft in Einzelzellen“, so PPS. Unter Druck und Gewalt werden Kinder dazu gezwungen, Dokumente zu unterschreiben, die in Hebräisch verfasst sind und deren Sprache sie nicht verstehen.

Das Amt der Vereinten Nationen für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) zählte seit 2009 die Zerstörung von mehr als 7.112 palästinensischen Strukturen in den besetzten Gebieten, darunter auch in Ost-Jerusalem. Es wurden mehr als 11.000 PalästinenserInnen vertrieben, darunter sind auch 5.660 Kinder.

Die größte Häuserzerstörung mit Vertreibung in einer Dekade geschah am 03. November 2020. Besatzungstruppen drangen in das Beduinendorf Khirbat al-Humsa, im Jordantal ein und demolierten Häuser und Anlagen. Es wurden 11 Familien mit 80 Personen heimatlos. Darunter sind auch 41 Kinder.

In einem Bericht des UN-Generalsekretärs zu Kinder in bewaffneten Konflikten aus dem Jahr 2019 wurden 32 getötete Kinder gezählt; 1.539 wurden von israelischen Besatzungstruppen und durch Siedlergewalt verletzt. Seit Anfang d. J. wurden allein sechs Kinder unrechtmäßig getötet.

Auch die Gewalt gegen Schulen, Schüler und Lehrpersonal ist dokumentiert. Der Bericht des Generalsekretärs listet vier Angriffe auf Schulen in 2019 auf und 15 Übergriffe auf Schüler und Lehrpersonal. Im Gaza-Streifen wurden sechs Schulen durch Attacken und Luftangriffe im gleichen Zeitraum beschädigt.

Schon 2015 hat Israel neue Gesetze verabschiedet, die hohe Haftstrafen für palästinensische Kinder vorsehen, in einzelnen Fällen kann sogar lebenslange Haft verhängt werden. So wurden seit 2015 etwa 7.000 Kinder von israelischen Besatzungstruppen verhaftet. PPS forderte internationale Menschenrechtsorganisationen dazu auf, Druck auf Israel auszuüben, die Konventionen zum Schutz der Kinder einzuhalten.

Kontextspalte