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03.08.2021 15:07

7 getötete Palästinenser, 754 Verletzte und 198 Verhaftete im Juli (WAFA)

Israelische Besatzungstruppen und gewaltbereite Siedler setzten ihre Angriffe gegen palästinensische Bürger und ihre Eigentümer sowie gegen die Heiligen Stätten auch im vergangenen Monat fort. Dies dokumentierte die palästinensische Nachrichtenagentur WAFA gemeinsam mit Menschenrechtsorganisationen in einem Bericht für den Monat Juli.

So starben im Juli sieben Palästinenser und 754 Palästinenser wurden durch israelische Gewalt bzw. Siedlergewalt verletzt. Unter den getöteten Palästinensern ist ein 11-jähriges Kind, dass von israelischen Besatzungstruppen im Auto seines Vaters in der Nähe des Eingangs zur Stadt Beit Ummar nördlich von Hebron erschossen wurde. Noch immer sind die sterblichen Überreste von 314 getöteten Palästinensern nicht ihren Angehörigen übergeben worden, da israelische Behörden diese zurückhalten.

Unter den 754 verletzten Palästinensern sind 88 durch scharfe Munition der Besatzungstruppen getroffen worden. Die meisten Verletzten gab es laut dem Bericht von WAFA in der Stadt Beita südlich von Nablus; 499 der Verwundeten wurden von gummiummantelten Geschosse getroffen, 166 erlitten Prellungen, Verbrennungen und Stürze.

Insgesamt 198 Festnahmen dokumentierte WAFA, den Abriss von 31 Gebäuden und Einrichtungen in der besetzten Westbank, die Entwurzelung von 454 Oliven- und Obstbäumen sowie 19 Abrissverfügungen. Allein im besetzten Ost-Jerusalem zwangen die israelischen Behörden sechs Palästinenser, ihre Häuser abzureißen. Sie zerstörten zudem im Flüchtlingslager Shuafat eine im Bau befindliche Schule. Hinzukamen Zerstörungen von Wirtschafts-, Industrie-, Gewerbe- und landwirtschaftlichen Anlagen. Auch ein kanaanitischer Friedhof wurde südlich der Stadt Bethlehem mit Bulldozern eingeebnet.

Insgesamt 58 Siedlerangriffe gegen Palästinenser und ihre Eigentümer dokumentierte WAFA. Im Juli kam es zu 18 Siedlerüberfällen auf die Al-Aqsa-Moschee. Am 18. Juli stürmten mehr als 1.500 gewaltbereite Siedler die Al-Aqsa-Moschee und hinderten mit den Besatzungstruppen gläubige Palästinenser daran, ihr Gebet zu verrichten. In der restlichen Westbank wurden 38 Gewaltübergriffe erfasst. Dutzende Palästinenser wurden durch die Angriffe, Schläge, Steinwürfe und Hausdurchsuchungen verletzt. Unter den Verletzten sind auch Journalisten, die sich in Tel Rumeida im Zentrum der Stadt Hebron aufgehalten hatten. In 21 Fällen wurden Journalisten angegriffen, in ihrer Arbeit behindert und Teile ihrer Ausrüstung beschlagnahmt. In Nablus setzten Siedler große Landstriche in Brand, überfielen Wohnhäuser und entwurzelten Bäume.

Die israelischen Besatzungstruppen setzten ihre Verhaftungskampagnen ebenfalls im Juli fort. Es wurden 198 Palästinenser in verschiedenen Gebieten im besetzten Palästina verhaftet: besetztes Jerusalem (21), Jenin (48), Hebron (39), Nablus (25), Ramallah und Al-Bireh (18), Bethlehem ( 25), Tubas (9) und Tulkarm (5), Qalqilya (4) und Gaza (2). Mehrere Demonstrationen, die sich gegen den völkerrechtswidrigen Siedlungsbau und die gehäuften Überfälle auf die Heilige Stadt Jerusalem richteten, wurden gewaltsam unterdrückt. Dazu setzten die israelischen Besatzungstruppen gummiummantelte Geschosse, Schallbomben und Tränengas ein.

Ende Juli befanden sich 4.650 palästinensische Bürger, darunter 180 Kinder und 39 Frauen in israelischen Gefängnissen und Haftanstalten. Davon sind 550 chronisch erkrankt bzw. leiden unter schweren Erkrankungen.


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