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14.06.2022 19:04

Stellungnahme zu den in Kassel begangenen Anti-Palästinensischen Hassverbrechen

Die Palästinensische Mission in Deutschland ist zutiefst über die Verleumdungs- und Hetzkampagnen, die systematisch gegen Palästinenser und palästinensische Events in Deutschland gerichtet sind, besorgt. Die Hetzkampagne gipfelte kürzlich in einer Reihe gefährlicher Hassverbrechen, einschließlich Vandalismus und Morddrohungen gegen einen Kunstraum in Kassel, der Werke palästinensischer Künstler ausstellen sollte.

© docuemnta fifteen

© docuemnta fifteen

Der Anschlag ereignete sich am 28. Mai 2022, nach monatelangen Verunglimpfungen in lokalen Medien und Online-Plattformen gegen die „documenta fifteen“, eine der weltweit größten Kunstausstellungen, die alle fünf Jahre im hessischen Kassel stattfindet.

Die „documenta fifteen“ wurde allein aus dem Grund ins Visier genommen, da sie palästinensische Künstler beherbergt. Die Künstler selbst waren Gegenstand organisierter ad hominem-Angriffe und falscher Antisemitismusvorwürfe. Ziel war es, die Aussteller einzuschüchtern, um die Künstler auszuladen. Dies ist ein Teil eines umfassenderen, unaufhörlichen Versuchs, den palästinensischen Konflikt im öffentlichen Diskurs in Deutschland und darüber hinaus zu zensieren.

Antisemitismus ist abscheulich und muss bekämpft werden, aber ebenfalls die falschen Anschuldigungen von Antisemitismus, die versuchen, die israelische Besatzung vor Kritik zu schützen. Solche Panikmache dienen nur dazu, die abscheulichen Verletzungen des Völkerrechts und der Menschenrechte, die von der israelischen Besatzung begangen werden, fortzusetzen. Sie untergraben auch die ehrlichen Bemühungen zur Bekämpfung von Antisemitismus, Islamophobie, Rassismus, Hass und Intoleranz.
Diese böswillige Ausrichtung gegen Palästinenser offenbart auch eine Tatsache, die nicht länger ignoriert oder toleriert werden darf: den wachsenden anti-palästinensischen Rassismus, der derzeit über 350.000 in Deutschland lebende Palästinenser bedroht. Dieser Rassismus sollte sofort bekämpft und seine Urheber geächtet werden.

Es ist zutiefst besorgniserregend, dass die Täter des Hassverbrechens vom 28. Mai weiterhin nicht identifiziert und auf freiem Fuß sind, was angesichts der Möglichkeit, dass sie ihre Morddrohungen tatsächlich wahrmachen, eine gegenwärtige und anhaltende Gefahr darstellt. Es ist ebenso bedauerlich, dass einige Verantwortliche, anstatt unverzüglich Maßnahmen gegen diese Verbrechen und das feindliche Umfeld zu ergreifen, Druck auf die „documenta fifteen“ ausübten, um die palästinensische Teilnahme an der Ausstellung einzuschränken, und damit die falsche Botschaft an alle Beteiligten sendeten.
Diese Entscheidungen müssen überdacht werden, Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Wiederholung dieser Verbrechen zu verhindern und die palästinensische Gemeinschaft zu schützen, und es müssen Maßnahmen gegen den wachsenden anti-palästinensischen Rassismus ergriffen werden.
Die Palästinensische Mission wird weiterhin mit allen relevanten Behörden in Kontakt bleiben und diese Angelegenheit verfolgen.

Dateien:
Stellungnahme.pdf367 K

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