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09.11.2010 00:00

DAAD-Preis 2010 geht an palästinensischen Medizinstudenten

Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover vom 08. November 2010

DAAD

Für sein hervorragendes soziales Engagement für ausländische Studierende der Medizin erhielt Waseem Masalha aus Palästina den mit 1.000 Euro dotierten DAAD-Preis 2010. Im Rahmen der Promotionsfeier am 6. November 2010 zeichnete MHH-Präsident Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann den Medizinstudenten für seine wertvolle Arbeit als Tutor im MHH-Programm IsiEmed (Integration, sprachlicher und interkultureller Einstieg in das Medizinstudium in Hannover) aus. Zusammen mit anderen Kommilitonen bereitet Waseem Masalha ausländische Studienanfänger vor und während des ersten Studienjahres im Fachtutorium von IsiEmed auf das Medizinstudium vor, um ihnen den Einstieg in den Modellstudiengang HannibaL zu erleichtern. "Engagierte Studierende mit fremdsprachigem Hintergrund wie Herr Masalha bereichern unseren Hochschulcampus und unsere Gesellschaft", lobte Professor Bitter-Suermann. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) rief den Preis 1996 ins Leben, um deutlich zu machen, welchen Gewinn internationale Studierende für unsere Gesellschaft und für unsere Hochschulen bedeuten. Jedes Jahr verleihen die Hochschulen den Preis an herausragende Studierende aus dem Ausland.

2007 bewarb sich Waseem Masalha im Modellstudiengang Medizin, HannibaL an der MHH. "Wegen der exzellenten medizinischen Ausbildung entschied ich mich für Deutschland und Hannover", betont er. Der MHH-Modellstudiengang Medizin bietet von der ersten Woche des Studiums an einen patientenorientierten und praxisnahen Unterricht und baut auf der Kommunikation und Empathie mit Kranken auf. Die jungen angehenden Ärztinnen und Ärzte müssen nicht nur die deutsche medizinische Fachsprache beherrschen, sondern sie müssen auch die patientenspezifischen Laienbezeichnungen für Körperregionen, Symptome und Krankheiten kennen, um eine Vertrauensbeziehung im Arzt-Patientenverhältnis aufzubauen. Das stellt eine große Herausforderung für Studierende mit fremdsprachigem Hintergrund dar. "Ich wusste beispielsweise am Anfang nicht, dass mit "šKreuz"™ der Rücken gemeint ist", erklärt der 24-jährige. Aufgrund der besonderen sprachlichen und strukturellen Anforderungen im Modellstudiengang hatte Waseem Masalha zu Beginn mit Schwierigkeiten und Herausforderungen zu kämpfen. "Bereits nach zwei Wochen standen die ersten Prüfungen im Fach Propädeutikum an. Obwohl ich acht Monate lang einen Sprachkurs absolviert hatte, hatte ich allergrößte Probleme. Das war sehr deprimierend", erinnert sich der Student. Diese Erfahrungen, die eine Vielzahl ausländischer Studierender machen, motivierten ihn, sich später im Programm IsiEmed für die Integration von Studienanfängern mit internationalem und fremdsprachigem Hintergrund einzusetzen. Inzwischen ist Waseem Masalha im vierten Studienjahr. Er ist erfolgreich im Studium und arbeitet neben seiner seit diesem Jahr ehrenamtlichen Tätigkeit im Programm IsiEmed außerdem als Tutor in der Anatomie sowie als OP-Assistent in der Orthopädie des Annastift. Dort nimmt er im Januar eine experimentelle Doktorarbeit zum Thema resorbierbare Hals-Wirbelsäulen-Implantate auf. Seine Ausbildung möchte er durch Auslandsaufenthalte beispielsweise in Amerika vervollkommnen.

Das Programm IsiEmed unterstützt mit verschiedenen Bausteinen wie einem interkulturellen Training, dem Fachtutorium sowie einem studentischen Lotsenprogramm die Studienanfängerinnen und -anfänger mit fremdsprachigem Hintergrund gezielt im ersten Studienjahr. Es berücksichtigt in besonderer Weise die Bedeutung der interkulturellen Kompetenzen im heutigen Arztberuf unter dem Aspekt einer modernen, kulturell vielfältig zusammengesetzten Gesellschaft.

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