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01.05.2015 08:18

Zum Internationalen Tag der Arbeit: Besatzung verhindert wirtschaftliche Entwicklung

Am 1. Mai wird auch in Palästina dem Internationalen Tag der Arbeit gedacht. Er spielt eine wichtige Rolle unter den Feiertagen.

Vor dem Osloer Abkommen im Jahr 1993 nutzten die Menschen diesen Tag, um sich zu versammeln und gegen die Besatzung zu protestieren. Dem Internationalen Tag der Arbeit kommt somit eine Art historische Rolle zu. Jedes Jahr erinnern die Menschen in Palästina am 1. Mai daran, dass alle Menschen auf der Welt die gleichen Menschenrechte haben sollen. 

Das palästinensische Statistikamt (PCBS) veröffentlichte einen Bericht zur Arbeitsmarkt- und Beschäftigungssituation für das vergangene Jahr 2014.

Nachfolgend dokumentieren wir die wichtigesten Punkte: 

- Die palästinensische Arbeitskraft beträgt 46% und setzt sich aus 72% Männern und 19% Frauen zusammen. Im Westjordanland arbeiteten 47%, die sich zusammensetzen aus 73% Männern und 19% Frauen. Im Gaza-Streifen liegt die Beteiligung bei 44%, davon 68% Männer und 20% Frauen.

- Von den 46% der arbeitsfähigen Bevölkerung haben 27% keine Arbeit. Das bedeutet, dass ungefähr 338 000 Menschen Arbeitslos sind. Davon sind 24% der Männer und 38% der Frauen betroffen. Dabei lag die Arbeitslosenquote im Westjordanland bei 18% und im Gaza-Streifen bei 44%.

- Von den beschäftigten Palästinensern sind 618 000 als Lohnarbeiter angestellt. Davon sind 331 000 im Westjordanland, 188 000 im Gazastreifen, 78 000 in Israel und 21 000 in den israelischen Siedlungen angestellt. 

- Die größten Arbeitgeber für die Lohnarbeiter kommen mit annähernd 50% aus dem privaten und fast 34% aus dem öffentlichen. Dagegen sind lediglich 16% in Israel und israelischen Siedlungen angestellt.

- Im Westjordanland arbeiten 52% der Lohnarbeiter im privaten, 25% im öffentlichen Sektor und 23% in Israel oder dessen Siedlungen. Im Gaza-Streifen hingegen arbeiten 55% im öffentlichen und 45% im privaten Sektor.

- Nahezu ein Viertel der Lohnarbeiter im Privatsektor gehen einem technischen Beruf oder einer professionellen Beschäftigung nach.

- Der durchschnittliche Tagesverdienst im Privatsektor beträgt in Palästina 70 NIS (16,17 Euro). Dieser setzt sich zusammen aus ungefähr 70 NIS im Westjordanland und lediglich 51 (11,78 Euro) NIS im Gaza-Streifen.

- Nahezu 33% der Lohnarbeiter im Privatsektor verdienen weniger als das Lohnminimum von 1450 NIS (334,95 Euro). Das sind 23% im Westjordanland und 60% im Gaza-Streifen.

- Ungefähr ein Fünftel (21%) der Lohnarbeiter in Palästina erhalten eine Rente.

- Mehr als ein Viertel (28%) der Arbeiter im Privatsektor haben einen Arbeitsvertrag.

- Über ein Viertel (22%) der Lohnarbeiter sind in Gewerkschaften oder Berufsvereinen

Den vollständigen Bericht erhalten Sie in englischer oder arabischer Sprache auf der Seite des PCBS.


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