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01.10.2015 11:55

Präsident Abbas: "Ist es nicht an der Zeit, dass die längste Besatzung der Geschichte beendet wird?"

Am Mittwochabend hielt Präsident Mahmoud Abbas eine vielbeachtete Rede vor der UN-Vollversammlung in New York. Nachfolgend dokumentieren wir die wichtigsten Passagen seiner Rede:

"Wir streben nach einen unabhängigen Staat Palästina, der seinen rechtmäßigen Platz in der internationalen Gemeinschaft hat. Wir sind sehr zuversichtlich, dass er aktiv am wirtschaftlichen, kulturellen und humanitären Fortschritt der Zivilisation beitragen wird, was positive auf unsere Menschen, die Region und die ganze Welt ausstrahlen wird. 

Von Palästina aus und mit Palästina wird der Frieden errungen werden. 

An dieser Stelle möchte ich im Namen unseres Volkes unsere tiefste Dankbarkeit gegenüber den Ländern zum Ausdruck bringen, die es uns ermöglichten, heute die Flagge des Staates Palästina vor dem Sitz der Vereinten Nationen zu hissen. Der Tag ist nicht fern, an dem wir die Flagge Palästinas in Ost-Jerusalem, der Hauptstadt des Staates Palästina hissen werden. 

Ich möchte auch unsere Hochachtung gegenüber den europäischen Parlamenten aussprechen, die in ihren jüngsten Entscheidungen, die israelischen Siedlungsaktivitäten und die Siedlungsprodukte verurteilt haben. Ihre Haltung bekräftigt das Recht des palästinensischen Volkes auf Souveränität und Unabhängigkeit in unserem eigenen Staat neben Israel. 

[...]


Das unveränderte Fortbestehen dieser Sache veranlasst uns zu fragen: Zielen die Stimmen der demokratischen Länder, die gegen Palästina bezogene Resolutionen und legitimen Rechte unseres Volkes voten, dem Frieden und diejenigen, die an die Zwei-Staaten-Lösung glauben?

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Mehrere europäische Länder und Parlamente bekräftigten ihre Anerkennung des Staates Palästina. Sie bekräftigten unser natürliches Recht auf Unabhängigkeit. In diesem Zusammenhang danken wir dem Königreich Schweden für seinen Mut und die Anerkennung des Staates Palästina. In der Tag müssen die Länder, die eine Zwei-Staaten-Lösung unterstützen Palästina anerkennen und nicht nur ein Land. 

Heute appelliere ich an die Länder, die Palästina noch nicht anerkannt haben, dies zu tun. Wir sind zuversichtlich, dass sie es tun und zwar aus Überzeugung zur Gerechtigkeit, die unser Volk und seine Sache verdient.

[...]

Wir begrüßen die internationalen und europäischen Bemühungen, einschließlich der französischen Initiative zur Bildung einer internationalen Unterstützergruppe für den Frieden. Auf ihrem jüngsten Gipfel bestätigten die arabischen Staaten ihre Unterstützung für die Resolution des UN-Sicherheitsrates mit klaren Parametern für eine Friedenslösung auf Grundlage der Grenzen von 1967 mit einem Zeitrahmen für die Beendigung der Besatzung. Ist ist nicht länger sinnvoll, Zeit in Verhandlungen im Interesse von Verhandlungen zu verschwenden. Stattdessen müssen internationale Bemühungen für ein Ende der Besatzung in Übereinstimmung mit den Resolutionen internationaler Legitimität mobilisiert werden. Bis dahin fordere ich die Vereinten Nationen auf, das palästinensische Volk im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht unter internationalen Schutz zu stellen.

[...]

Wir erklären, dass solange Israel nicht die mit uns getroffenen Vereinbarungen – die uns zu einer Autorität ohne Autorität machen - umsetzt und so lange Israel sich weigert, die Siedlungsaktivitäten in den besetzten Gebieten zu stoppen und palästinensische Gefangene freizulassen, dass sie uns keine Wahl lassen, als darauf zu bestehen, dass wir nicht die einzigen sind, die sich an das Abkommen halten, welches Israel ständig verletzt.

Deshalb sagen wir, dass wir uns nicht weiter an das Abkommen gebunden fühlen. Israel muss eine Verantwortung als Besatzungsmacht übernehmen, weil der Status quo nicht weiter bestehen kann und die Entscheidungen des palästinensischen Zentralrates im vergangenen März präzise und verbindlich sind. 

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Meine Hände bleiben für den gerechten Frieden ausgestreckt, der meinem Volk Rechte, Freiheit und Menschenwürde garantiert. Ich sage zu unseren Nachbarn, dem israelischen Volk, dass der Frieden in unserem, ihrem und im Interesse zukünftiger Generationen ist. Die eingeengte Vision ist dekonstruktiv. Ich hoffe, dass die gefährliche Realität vor Ort berücksichtigen und in die Zukunft blickend für das palästinensische Volk das akzeptieren, was sie für sich selbst tun würden. Dann werden Sie feststellen, dass die Verwirklichung des Friedens möglich ist und Sie werden Sicherheit, Gefahrlosigkeit, Frieden und Stabilität genießen. Das sind die Hoffnungen, die auch wir für das palästinensische Volk verwirklichen wollen. "

Den Volltext der Rede von Präsident Mahmoud Abbas finden Sie in englischer und arabischer Sprache in unten angefügten Dokumenten. 

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