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20.10.2015 14:08

Botschafterin Palästinas: "Sicherheit darf nicht ausschließlich ein israelisches Privileg sein"

Der Einladung zum heutigen Pressegespräch mit Botschafterin Dr. Daibes waren Medienvertreter und Journalisten gefolgt.

Zunächst erläuterte sie die aktuelle politische Situation unter Bezug auf die beiden vergangenen Reden von Präsident Abbas, um sich dann den Fragen der Anwesenden zu stellen. 

Auf die Frage, wie die jetzige Strategie aussehe, betonte sie die Perspektivlosigkeit mit dem jetzigen Zustand besonders unter der jungen Generation in Palästina. Bis Israel als Besatzer isoliert wird, "müssen wir aushalten, am gewaltfreien Widerstand festhalten und unsere politisch-diplomatische Strategie im Rahmen des Völkerrechts weiterverfolgen. [...] Weder die israelische Regierung noch die internationale Gemeinschaft sind ihren Verpflichtungen nachgekommen, um die Besatzung zu beenden . Während des sog. Friedensprozesses haben wir mehr verloren als gewonnen", so die Botschafterin mit Blick auf die 600.000 Siedler auf palästinensischem Land.

Und zu den palästinensischen Hoffnungen befragt, antwortete sie: "Wir dürfen diese nicht verlieren, die Unterstützung muss von außen kommen.[...] Und die Besatzung muss kostspielig werden."

Botschafterin Dr. Daibes appellierte an die Presse- und Medienvertreter: "Die Medienberichte in Deutschland sind oftmals unvollständig. [...] Der Kontext in diesem Konflikt ist wichtiger als in jedem anderen." Auch sei die Auswahl der Quellen und die gewählte Terminologie nicht immer korrekt. So gelte in einer Demokratie die Unschuldsvermutung bis gegenteiliges bewiesen ist. Formulierungen, wie etwa "Zusammenstöße" verharmlosen Gewalttaten und Rechtsverstöße, so die Botschafterin. 

"Israels Recht auf Selbstverteidigung wird häufig überzogen. Was aber ist mit dem Recht auf Selbstverteidigung der Palästinenser? [...] Selbstverteidigung muss das Recht aller sein, nicht ein ausschließlich israelisches Privileg," betonte Dr. Daibes.







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