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30.03.2016 08:44

Zum Tag des Bodens

Der Tag des Bodens (arab. Yaum Al-Ard) ist ein jährlicher Gedenktag für alle PalästinenserInnen. Sie erinnern an den 30. März 1976 als Tausende Palästinenser, die in dem Gebiet in Galiläa lebten und durch Städte und Dörfer gingen, um gegen die massiven Enteignungen ihres Privatbesitzes zu protestieren. Die israelischen Truppen töteten sechs und verletzten und inhaftierten hunderte.

Warum ist das Gedenken wichtig?

  • Historisch betrachtet ist es die erste Massenmobilisierung von Palästinensern in Israel, die sich gegen internen Kolonialismus und Landraub richtet.
  • Es ist eine wichtige Erinnerung daran, dass die palästinensischen Bürger Israels ein integraler Bestandteil des palästinensischen Volkes sind. Wie ihre Landsbürger in den seit 1967 besetzten Gebieten (Gaza-Streifen, Westbank einschl. Ost-Jerusalem) und in der Diaspora leiden die Palästinenser in Israel unter der israelischen Politik, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise. 
  • Zugleich ist der Tag eine wichtige Erinnerung an die anhaltenden Landenteignungen durch die israelische Regierung. Beispielsweise hat sie im letzten Monat allein etwa 2,3km² (2342 dunums) in der Nähe von Jericho und 1,2km² (1.200 dunums) in der Nähe von Nablus angekündigt.


Die Enteignungen von palästinensischem Land wurde wiederholt von Regierungen auf der ganzen Welt, darunter auch der deutschen Bundesregierung verurteilt. Als Reaktion auf die Beschlagnahmung von palästinensischem Land in der Nähe von Jericho am 16. März d. J. sagte AM Steinmeier: "Die Bundesregierung bedauert diesen Beschluss und hofft, dass er revidiert wird. Es ist zu befürchten, dass mit diesem Schritt die Voraussetzung für die Ausweitung von Siedlungen gelegt wird. Diese Entscheidung sendet ein falsches Signal zur falschen Zeit."

Auf politischer Ebene macht jede Beschlagnahmung von Land die Aussicht auf einen unabhängigen und souveränen Staat Palästina und die Verwirklichung der Zwei-Staaten-Lösung zunehmend unmöglich. 

Auf gesellschaftlicher Ebene haben die Landenteignungen eine ganze Reihe von schädlichen Auswirkungen auf die palästinensischen Gemeinschaften und die Gesellschaft: sei es durch die Vertreibungen der Menschen aus ihrer Heimat, Bauern von ihrem Land oder das wirtschaftliche Potential des fruchtbaren Landes, Wassers, der Steine und anderer natürlicher Ressourcen zu leugnen, um nur einige zu nennen. 

Solange diese rechtswidrigen Landenteignungen keine Konsequenzen nach sich ziehen, wird zweifellos diese Praxis fortgesetzt. Die internationale Gemeinschaft hat eine klare Auffassung gegenüber Israels Beschlagnahmungen palästinensischen Landes. Aber diese Politik muss auf konkretere Art und Weise verfolgt werden, wenn die internationale Gemeinschaft an der Rettung der Zwei-Staaten-Lösung wirklich interessiert ist. 

Wir erinnern uns am heutigen Tag an diejenigen, die 1976 ihr Leben verloren haben und all diejenigen, denen ihr Leben genommen wurde, indem sie auf ihrem eigenen Land zu bleiben versuchten, auf dem sie lebten. 

Unter den beiden nachfolgenden Links finden eine Pressemitteilung des Palästinensischen Statistikamtes zum Tag des Bodens in englischer und arabischer Sprache:

Pressemitteilung in englischer Sprache

Pressemitteilung in arabischer Sprache 




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