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29.07.2016 12:56

Juli im besetzten Palästina

Wie die palästinensische Bevölkerung weiter unter der israelischen Besatzung leiden muss, zeigt die Zusammenstellung von Ereignissen, die wir für den Monat Juli dokumentieren.

31. Juli: Ein Palästinenser wird durch ein Gummi-Geschoss verletzt als die Besatzungssoldaten auf ihn schießen. Er war auf dem Weg nach Jerusalem, um seinen Arbeitsplatz zu erreichen. (Wafa)

Der 60-jährige Masoud Khatib und sein Sohn Mohammed werden in Tel Rumeida in Hebron im Zuge von einer Razzia festgenommen. In Jenin fanden ebenfalls Razzien statt und sieben palästinensische Jugendliche wurden dabei verwundet. Drei weitere Palästinenser wurden festgenommen. Am Huwwara-Checkpoint, südlich der Stadt Nablus nahmen die Besatzungssoldaten den 27-jährigen Nazzal Hani Benai Fadil, den 25-jährigen Asif Mahmoud Adili, den 19-jährigen Yousif Hani Bani Fadil und den 21-jährigen Ahmad Halabi fest. (Safa/Al-Ayyam)

In der Ortschaft Al-Issawiya, Ost-Jerusalem, nehmen die Besatzungssoldaten den 15-jährigen Fadi Rafat Al-Issawi fest. Dabei wird seine Hand gebrochen. Nach seiner Festnahme wies sein Körper Verletzungen, darunter starke Prellungen auf. (Maan)

In Gaza werden vier Palästinenser durch gezielten Beschuss der Besatzungstruppen verletzt. Östlich der Stadt Gaza, in Shejaeyya und östlich des Flüchtlingslagers Al-Boreij feuerten die Truppen auf mehrere Menschen. Drei Palästinenser erlitten Schussverletzungen in den Beinen. Die Besatzungstruppen setzten auch Tränengas ein und verletzten dadurch einen weiteren Palästinenser. (IMEMC) 

29. Juli: Israelische Besatzungstruppen nehmen in Tamra 10 palästinensische Arbeiter, die in Israel angeblich ohne Arbeitsgenehmigungen beschäftigt sind, fest. Das Camp mit Unterkünften, Küchen und Badezimmern, indem die Betroffenen wohnten, wurde zerstört, ebenso die Zuleitungen zur Wasserversorgung getrennt. Seit April haben die israelischen Behörden 83.000 Genehmigungen für Palästinenser in der besetzten Westbank mit Wohnsitz in Jerusalem widerrufen, insb. im heiligen Fastenmonat Ramadan. Insgesamt 2.700 palästinensischen Einwohnern im Dort Bani Naim in Hebron wurden ihre Arbeitsgenehmigungen entzogen. Angeblich würden Angriffe von Einwohnern des Dorfes auf Israelis ausgeführt. (Maan)

Israel verweigert neun palästinensischen Fußballern die Ausreise aus dem Gaza-Streifen. Diese hatten sich qualifiziert und wollten das Endspiel des Meisterschafts-Cup in Hebron, in der besetzten Westbank gelegen, bestreiten. (IMEMC) 

Eskortiert von israelischen Soldaten stürmte eine Gruppe von Siedlern das palästinensische Dorf Kifl Haris, in der Nähe von Salfit. Augenzeugenberichtenzufolge stürmten die Siedler in das Dorf und plünderten es unter dem Vorwand, an einem heiligen Schrein beten zu wollen. (Maan)

28. Juli: Israel schreibt den Bau von 323 neuen Siedlungswohneinheiten in der Westbank aus. Damit ist der Weg frei für die Erweiterung der Siedlungen Gilo, Neve Yaakov, Pisgat Zeev und Har Homa auf palästinensischem Gebiet. (Peace Now und Haaretz)

Die israelische Marine nimmt sieben palästinensische Fischer vor der Küste des Gaza-Streifens fest. Zuvor feuerten die Besatzungstruppen auf die Boote der Fischer. (Wafa)

27. Juli: Im besetzten Ost-Jerusalem zerstören die Besatzungssoldaten 20 palästinensische Häuser. Dies entspricht der höchsten Zerstörungsquote überhaupt von Gebäuden in Jerusalem. Die meisten befinden sich im Flüchtlingslager Qalandia, wo die Truppen auch Tränengas und Gummi-Geschosse einsetzten. Weitere Häuser wurden in Issawiya und Ras Al-Amud zerstört. (Haaretz/Wafa)

In der Ortschaft Surif, nördlich der Stadt Hebron töteten die Besatzungstruppen einen Palästinenser und verletzten fünf weitere. Zuvor hatten die Soldaten das Haus der Familie des getöteten Muhammad Al-Faqih, der einer Attacke am 01. Juli beschuldigt wurde, zerstört. (Maan)

26. Juli: In der Ortschaft Qalandiya zerstört die Besatzungsarmee 12 Häuser. Angeblich befinden sich die betreffenden Gebäude zu nah an der Mauer, die auf palästinensischem Gebiet von Israel völkerrechtswidrig errichtet worden ist. Zudem hätten den palästinensischen Eigentümern die Einwilligungen zum Bau der Häuser gefehlt. Im Zuge der Zerstörungen palästinensischen Eigentums kam es zu Zusammenstößen zwischen Truppen und Einwohnern der Ortschaft, die versuchten, den Abriss durch eine Blockade zu verhindern. Die Besatzungstruppen setzten Gummi- und Stahlgeschosse ein, ebenso Blendgranaten und Tränengas. (Maan)

Im israelischen Gefängnis Ofer wurden zwei palästinensische Häftlinge von Gefängniswärtern brutal verprügelt. Beide waren vor 21 Tagen in einen Hungerstreik getreten, um gegen die Verhängung der sog. Administrativhaft zu protestieren. Der für die palästinensische Organisation für Angelegenheiten der Gefangenen und ehemaliger Gefangenen arbeitende Rechtsanwalt Loay Akka bestätigte, dass die beiden Brüder brutal verprügelt wurden, nachdem sie zu einer Anhörung vor dem israelischen Berufsgericht erschienen waren. (Wafa)

Die „Palestinian Prisoner’s Society (PPS)“ gibt bekannt, dass über 37 Palästinenser die sog. Administrativhaft verhängt wurde. Für 10 Palästinenser war es das erste Mal, die restlichen 27 Palästinenser haben bereits für Monate oder Jahre in sog. Administrativhaft in israelischen Gefängnissen gesessen. (Wafa)

In der Stadt Al-Issawiya werden 11 Häuser nördlich der Stadt Jerusalem gelegen, von Besatzungstruppen abgerissen. Sie seien angeblich ohne gültige Erlaubnis Israels errichtet worden. (Wafa)

13 Palästinenser werden im Zuge nächtlicher Razzien, darunter im Bezirk Hebron, in der Westbank festgenommen. Nach Angaben der NGO ADDAMEER sind 7.000 Palästinenser (ab Mai) in israelischen Gefängnissen inhaftiert. Die meisten wurden während nächtlicher Razzien in der Westbank festgenommen. Nach UN-Angaben liegt der Wochendurchschnitt der Durchsuchungen und Festnahmen seit Beginn des Jahres bei 83 Palästinensern. (Maan)

25. Juli: Der „lokale Planungs- und Bauausschuss“ präsentiert seine Pläne für den Neubau von 770 Wohnungen in den Siedlungen. Diese neuen Wohneinheiten werden von Israel als Teil des „Jerusalemer Bezirkes“ zwischen der Siedlung Gilo und der Stadt Beit Jala auf palästinensischem Gebiet errichtet. Gegenüber befindet sich das bekannte Kloster Cremisan. (JPost)

In der Stadt Hebron begannen israelische Truppen mit der Errichtung einer festen Räumlichkeit aus Zement. Dieser Bau wird am Eingang der Al-Ibrahimi-Moschee in der Altstadt von Hebron errichtet und soll als Überwachungs- und Kontrollraum von der israelischen Besatzungsarmee genutzt werden. Zuvor gab es dort einen Zaun aus Draht und sog. fliegende Checkpoints. (Wafa)

Besatzungstruppen drangen gewaltsam in Gebiete der Altstadt von Ost-Jerusalem vor. Bei Auseinandersetzungen mit Siedlern wurden mehrere Palästinenser verletzt. Mindestens vier Verwundete wurden festgenommen und inhaftiert. Mehrere Wohnhäuser wurden zudem gewaltsam von Besatzungstruppen gestürmt und aufgebrochen die den Familien Al-Salayma, Al-Rishiq und Al-Daya gehören. (Maan)

Eine Gruppe von Siedlern begann mit der Errichtung einer neuen Siedlung in Hebron. Sie trieben ein Schild mit dem Slogan „We returned to our home“ in den Boden. (Maan) 

21. Juli: Das sog. Komitee für Planung und Bau in Jerusalem hat ein großes Siedlungsprojekt am Mittwoch ratifiziert. Demnach sollen mehrere Wohnhäuser und Versorgungseinrichtungen, wie Geschäfte und Hotels in der Stadt gebaut werden. Entlang der illegalen Bahnlinie sollen sogar Hochhäuser mit rund 30 Etagen errichtet werden. (Al-Quds)

Besatzungstruppen stürmen die Ortschaft Yatta, in der Westbank gelegen und dringen in die Wohnhäuser von Majdi Moussa Al Shreiqi und Ahmad Moussa Al-Shreiqi ein. Bei anschließenden Zusammenstößen feuern die Truppen auf palästinensische Jugendliche und verletzen zwei durch Gummigeschosse. Weitere Verletzte gibt es durch den Einsatz von Tränengas. Die Ortschaft Yatta befindet sich seit 43 Tagen unter Blockade der Besatzungstruppen, seitdem die Zugänge seit Anfang Juni von israelischen Soldaten verschlossen wurden. (Maan)

Der israelische Justizminister Ayelet Shaket unterstützt eine Initiative, die verhindert, dass palästinensische Arbeiter ihre Rechte gegenüber israelischen Arbeitgebern vor israelischen Gerichten einfordern. Diese Initiative sieht vor, dass eine Person, die kein israelischer Staatsbürger ist oder kein Vermögen in Israel besitzt, im Fall der Klageeinreichung eine Art Garantiezahlung gegenüber dem Gericht leisten muss. Falls dieses dann im Verfahren feststellt, dass die „Beschwerde“ voreilig einreicht wurde, verfällt der Geldbetrag. Diese Initiative wurde auch bekannt unter dem Namen „Jordan Valley regulations“, weil sie in erster Linie die palästinensischen Arbeiter in diesem Gebiet betrifft. Da diese Regelungen nicht die Zustimmung der Knesset erfordern, werden sie in Kürze in Kraft treten. (Haaretz)

Das israelische Verteidigungsministerium plant, eine Grenzmauer an der Grenze zu Jordanien zu errichten. In einem Bericht von Al-Ayyahm, der auf einen Artikel im Haaretz verweist, heißt es, dass die Errichtung der Mauer bereits von Ministerialbeamten genehmigt worden sei. Sie wird südlich der syrisch-jordanisch-israelischen Grenze im Dreiländereck im besetzten Golan gebaut werden. Es wird erwartet, dass die Bauarbeiten bereits in den nächsten Wochen beginnen. (Al-Ayyahm)

20. Juli: Israelische Siedler feuerten am frühen Mittwochmorgen auf das palästinensische Wohnhaus der Familie Dawabsheh in Duma, südlich der Stadt Nablus gelegen. Vor rund einem Jahr wurden drei Familienmitglieder der Familie Dawabsheh durch einen Siedlerangriff getötet. (Wafa)

Nach Angaben von Ha’aretz erliegt der 50-jährige Mustapha Baradi seinen Verletzungen, die er vor zwei Tagen am Eingang zum Flüchtlingslager Al-Aroub, nördlich der Stadt Hebron durch den Beschuss der Besatzungstruppen erlitten hat. Zudem wurden zwei Fischer an der Küste des Gaza-Streifens verletzt als ein israelisches Armeeboot ihr Fischerboot unter Beschuss nahm. (Ha’aretz)

In Beit Hanina zerstörten Soldaten ein im Bau befindliches Haus unter dem Vorwand, dass die Eigentümer keine israelische Genehmigung dafür gehabt hätten. Der Eigentümer Sharhabil Alqam gab an, dass er mit dem Bau des Hauses vor zwei Monaten begonnen hätte und die heutige Zerstörung sei ohne Vorwarnung erfolgt. (Al-Quds) 

Auch für Nablus wurden 14 Genehmigungen zum Häuserabriss und für zwei landwirtschaftliche Einrichtungen bekanntgegeben. In Silwan wurden bereits am frühen Morgen 4 Infrastrukturen abgerissen. (Maan)

Siedler begannen bereits gestern mit dem Bau eines sog. Außenpostens für eine neue Siedlung im Gebiet von Ain Jadida, in der Nähe von Tel Rumeida in Hebron. Das Gebiet von Ain Jadida ist archäologisch relevant. Die verbliebenen Reste stammen aus der Zeit der Mamelucken. Die Zuständigkeit über dieses Gebiet liegt bei der Waqf-Behörde. Immer wieder haben Siedler versucht, dieses sich anzueignen und in ihre touristischen Karten zu übernehmen. (Al-Ayyam via JMCC)

19. Juli: Israelische Truppen erschießen einen 13-jährigen jugendlichen Palästinenser in der Westbank. Nördlich der Stadt Jerusalem, in Al-Ram kam es zu Zusammenstößen mit den Besatzungstruppen. Muhyee Muhammad Sidqi Al-Tabbakhi wurde von einem gummiummantelten Stahlgeschoss ins Herz getroffen, so medizinische Quellen gegenüber Maan. Zu den Zusammenstößen kam es als die Besatzungstruppen in die Stadt Al-Ram gewaltsam eindrangen und Tränengas sowie scharfe Munition gegen protestierende Einwohner der Stadt einsetzen. (Maan)

Am gleichen Tag wurde auch Mohamed Jabara Al-Fqih von Besatzungstruppen in Surif, in Hebron getötet. (div. Quellen)

17. Juli: Während verschiedener Razzien kidnappen israelische Besatzungstruppen Samstagnacht und am Sonntag insgesamt 10 Palästinenser. Unter ihnen ist auch eine junge Frau, die nach der Erstürmung ihres Hauses in der Westbank festgenommen wurde. Damit steigt die Anzahl festgenommener Palästinenser innerhalb der letzten Tage allein im Gebiet um die Stadt Ramallah auf 20 Palästinenser an. (IMEMC)

Israelische Truppen drangen gewaltsam in das Flüchtlingslager Aida, nördlich der Stadt Bethlehem gelegen, ein und durchsuchten ein Kulturzentrum. Vier Jugendliche, die sich gerade im Garten aufhielten und für das Zentrum arbeiten, wurden im Zuge der Razzien festgenommen. Die Besatzungstruppen drangen bereits vor einer Woche in das Flüchtlingslager ein und durchsuchten es. (PNN)

16. Juli: Am Freitagabend eröffneten Besatzungstruppen das Feuer auf friedlich protestierende Palästinenser im Gebiet von Sheja’eyya, östlich der Stadt Gaza und im Flüchtlingslager Al-Boreij. Sie verletzten mindestens sechs Palästinenser durch scharfe Munition. Augenzeugenberichten zufolge feuerten die Besatzungssoldaten mehrere Salven in Richtung der Menschenmenge. Zwei wurden in die Beine geschossen. Eine Reihe von weiteren Palästinensern erlitten Rauchgasvergiftungen. 

Parallel dazu erlitt am gleichen Abend eine Palästinenserin Verletzungen im Wadi Qana, in der Nähe von Salfit, in der besetzten Westbank. Israelische Fanatiker hatten sie grundlos attackiert. (IMEMC)

14. Juli: Israel kündigt den Bau von 90 weiteren Wohneinheiten in der Siedlung Gilo auf palästinensischem Land an. (PNN)

Israelische Besatzungstruppen drangen am Donnerstagmorgen unter dem Vorwand der Lokalisierung von Waffenwerkstätten in mehrere Wohnhäuser der Stadt Hebron ein. Soldaten stürmten in die Gebäude, zerstörten mindestens acht Haustüren und div. Gegenstände der Einrichtung. Sechs Palästinenser wurden festgenommen. Augenzeugenberichten zufolge hinterließen die Besatzungstruppen nicht nur ein Chaos, sondern die Truppen zerstörten auch mutwillig die Einrichtung und plünderten Möbel und verschiedene Gegenstände. Während der Erstürmungen wurden auch drei Brunnen zerstört. (IMEMC)

13. Juli: Israelische Bulldozer zerstörten drei im Bau befindliche Gebäude und eine Stahlkonstruktion in Jabal Al-Mukabbir, dem besetzten Ost-Jerusalem benachbart. Gegenüber der Maan gaben die palästinensischen Eigentümer an, dass die Zerstörungen ohne vorherige Ankündigung oder Warnungen am frühen Mittwochmorgen begannen. Ihnen hätten angeblich die richten Lizenzen für die Errichtung der Gebäude gefehlt. (JPost und Maan) 

Der 24-jährige Palästinenser Anwar Al-Salaymeh starb heute Morgen als israelische Besatzungstruppen das Feuer auf das Fahrzeug mit mehreren jugendlichen Insassen in der Stadt Al-Rahm, Gebiet um Jerusalem, eröffneten. Durch den Beschuss wurden die beiden 20-jährigen Mohammad Nasser und Fares Khader Al-Rishq verletzt. Letzterer befindet sich in einem kritischen Zustand. Israelische Truppen hatten zuvor eine Schmiede gestürmt und waren in Häuser im Zuge von Razzien eingedrungen. Augenzeugenberichten zufolge wurden Rettungskräfte vom palästinensischen Roten Halbmond davon gezielt abgehalten, zu dem beschossenen Fahrzeug zu gelangen. (Maan) 

12. Juli: Die Zahl der zu lebenslanger Freiheitstrafe in israelischen Gefängnissen verurteilte Palästinenser ist auf 490 gestiegen. Mehr als 7.000 Palästinenser befinden sich momentan in 22 israelischen Gefängnissen und Haftanstalten. Unter ihnen sind 67 Frauen, 400 Kinder und sechs Parlamentsabgeordnete. Mehr als 700 Palästinenser werden in sog. Administrativhaft festgehalten. (Palestinian Prisoners' Center for Studies - PPCS)

Das palästinensische Statistikamt teilte mit, dass sich seit dem Osloer Abkommen 1993 die Zahl der Siedler und der Siedlungen in der Westbank und in Ost-Jerusalem und damit auf palästinensischem Gebiet um 600% multipliziert hat. Während 1993 noch rund 105.000 Siedler auf palästinensischem Gebiet lebten, sind es zum 31.12.2015 mit 765.000 Siedlern ein Vielfaches. 

Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der Abrisse und Beschlagnahmungen durch die Besatzungsarmee im Jahr 2016 um 450% ebenfalls signifikant erhöht, was einem Versuch entspricht, einen Staat für Siedler in einem palästinensischen Staat zu schaffen. (Wafa und Palästinensisches Statistikamt)

Siedler provozieren erneut indem sie versuchen, die Al-Aqsa-Moschee zu betreten. (Al-Ayam)

Der israelische Minister Avigdor Liebermann erklärt die NGO „Palestinian Youth Mobilization“ in Jerusalem und der Westbank als sog. geächtete Organisation. (Wafa)

11. Juli: In Israel verabschiedet die Knesset ein Gesetz, dass vor allem den Menschenrechtsorganisationen unter den NGOs scharfe Auflagen erteilen. Zukünftig müssen dann alle NGO’s, die mehr als die Hälfte ihrer Gelder von ausländischen Regierungen erhalten, im Gegensatz zu denjenigen Organisationen, die sich über private Spenden finanzieren, diese in ihren Veröffentlichungen ausweisen. Vor allem NGOs, die von Israel die Einhaltung internationaler Rechtsstandards und Menschenrechte fordern, den Friedensprozess unterstützen, aber auch die israelische Siedlungspolitik kritisieren, wie bspw. B’Tselem oder Breaking the Silence sowie deutsche politische Stiftungen sind davon betroffen. (div. Quellen)

10 Palästinenser werden im Zuge von morgendlichen Razzien in den Gebieten um Hebron und Nablus von Besatzungstruppen festgenommen. (Wafa)

Am Montag verhinderten Siedler, dass palästinensische Familien aus dem Gaza-Streifen ihre inhaftierten Familienmitglieder in den Gefängnissen Nafha und Rimon in Israel besuchen konnten. Nach Angaben der Organisation „Palestinian Prisoners Society“ (PPS) schnitt eine Gruppe von Siedlern einem Fahrzeugkonvoi aus dem Gaza-Streifen kommend den Weg ab und behinderte diesen derart, dass die palästinensischen Familien ihren Weg nicht fortsetzen konnten.  (PPS)

Südlich der Stadt Hebron steckten israelische Truppen rund 10 dunums palästinensischen Landes mit Olivenbäumen in Brand. Behördenmitarbeiter der „Palestinian Evironmental Quality Authority“ konnten Fotos des Gebietes in Um Suwwana, der Ortschaft Al-Ramadin benachbart, anfertigen. Aufgrund der Mauer, die in diesem Gebiet auf palästinensischem Land steht, ist ihnen der direkte Zugang verwehrt.  

07. Juli: Noch immer benötigen 900 Palästinenser im Gaza-Streifen medizinische Versorgung und Betreuung ihrer dauerhaften Beeinträchtigungen, die sie im israelischen Krieg im Sommer 2014 erlitten haben. So stehen momentan im Shifa-Krankenhaus in Gaza 3.839 Patienten auf der Warteliste für notwendige Operationen. 

Im Krieg vor zwei Jahren wurde ein wesentlicher Teil der medizinischen Infrastruktur des Gaza-Streifens vernichtet oder stark beschädigt. Das Al-Wafa-Krankenhaus in Gaza-Stadt sowie drei grundlegende Gesundheitszentren wurden vollständig zerstört. 18 Krankenhäuser und 60 Kliniken erlitten starke Beschädigungen. Insgesamt wurden 11.200 Palästinenser, darunter auch 3.800 Kinder, verletzt. Rund 20% der Bevölkerung des Gaza-Streifens ist nach Angaben der WHO stark traumatisiert und leidet an den Folgen des Krieges. (UNRWA)

06. Juli: Während der Feiertage Eid Al-Fitr (Fastenbrechen am Ende des heiligen Monats Ramadan) setzte die israelische Besatzungsarmee ihre nächtlichen Razzien fort. So wurden sieben Palästinenser in Hebron und südlich der Stadt Ramallah festgenommen und inhaftiert. 

Am späten Abend feuerten israelische Truppen hinter der sog. Grünen Linie auf fruchtbares Ackerland im östlichen Al-Qarara, im Gaza-Streifen. (Wafa)

04. Juli: Nachdem das israelische Trinkwasservorgungsunternehmen Mekorot die Belieferung mit frischem Trinkwasser in die Westbank seit Juni stark gedrosselt hat, droht nun eine ernste Wasserkrise. Von der Wasserknappheit sind vor allem die nördlichen Bezirke, darunter Nablus, Jenin und Salfit betroffen. Teilweise stellte Mekorot sogar die Wasserversorgung ganz ein. Im Füchtlingslager Duheisha wurde ein Jugendlicher bei einer friedlichen Demonstration, die sich gegen die Wasserknappheit richtete, von israelischen Besatzungstruppen angeschossen. (Maan)

Israelis, einschließlich der Siedler haben Zugang zu rund 300 Litern Trinkwasser pro Tag, während den Palästinensern durchschnittlich nur 70 Litern pro Tag zugestanden werden, was nicht einmal der WHO-Grundversorgung von 100 Litern pro Tag entspricht. Die NGO „Al-Haq“ schätzt in ihrem 2013 veröffentlichten Bericht, dass bis zu 50% der palästinensischen Wasserversorgung von Mekorot über die Sommermonate umgeleitet werden, damit die Siedlungen beliefert werden können. 

03. Juli: Ministerpräsident Netanyahu kündigt aggressive Maßnahmen in der Westbank an, darunter den Einsatz von „Mitteln, die wir bisher nicht verwendet haben.“ Dazu gehört die Blockade des gesamten palästinensischen Gebietes um die Stadt Hebron. Davon sind mehr als 700.000 Palästinenser betroffen. Den palästinensischen Bewohnern des Dorfes Bani Naim sollen Arbeitsgenehmigungen für Israel entzogen werden. Zudem finden weitere Truppenverlegungen der Besatzungsarmee in die Westbank statt, die insb. an stark befahrenen Straßen stationiert werden. Das israelische Kabinett hat weitere Maßnahmen zur Stärkung und Verfestigung des Siedlungsbaus in der Westbank und um Ost-Jerusalem beschlossen. So sollen in der Siedlung Maale Adumim 560 neue Wohneinheiten sowie in Ost-Jerusalem und im Süden 100 weitere Wohneinheiten gebaut werden, deren palästinensisches Land Israel offiziell annektieren will. (div. Quellen)

02. Juli: Die israelische Besatzungsarmee fliegt am frühen Samstagmorgen mehrere Luftangriffe auf den nördlichen sowie zentralen Gaza-Streifen und versetzt die Bewohner in Angst und Schrecken. (Maan)

01. Juli: In einer Erklärung ruft das Nahost-Quartett, bestehend aus der UNO, EU, Russland, den USA, jede Seite, d.h. Palästinenser und Israelis dazu auf, durch Politik und Maßnahmen ihr wirkliches Engagement für die Zwei-Staaten-Lösung zu demonstrieren und von einseitigen Schritten abzusehen. (Erklärung des Nahost-Quartett)

Die 27-jährige Schwangere Sarah Hadusch Tarairh wird in der Ibrahimi-Moschee in Hebron getötet. Sie stammt aus dem Dorf Bani Naim. Am Checkpoint Qalandia wird der 63-jährige Taisir Habash getötet. (div. Quellen)

Ministerpräsident Netanyahu und Minister Avigdor Lieberman kündigen am gleichen Tag den Ausbau von 42 neuen Wohneinheiten in der Siedlung Kiryat Arba, in der Westbank gelegen, an. (Ha’aretz)

BITTE BEACHTEN SIE:  Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

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