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09.11.2016 14:46

Dr. Hanan Ashrawi: Beispiele israelischer Rhetorik

In einer Auflistung hat PLO-Exekutivmitglied Dr. Hanan Ashrawi zahlreiche Beispiele jüngster abfälliger Äußerungen und Anstachelungen israelischer Regierungsmitglieder, die Tatsachen verfälschen und die öffentliche Meinung irreführen, dokumentiert.

"Tatsächlich heizt die israelische Besatzung Palästinas die Situation an und versklavt eine ganze Nation. Die israelische Hardliner-Regierung von Premier Netanyahu ist für die Kultur des Hasses und Rassismus in Israel, die Gewalt und Extremismus nährt, verantwortlich", Dr. Ashrawi in einer Erklärung.

Wir dokumentieren nachfolgend eine Auswahl der vergangenen Monate: 

Motti Dotan, kommunaler Galiläa-Regionalverantwortlicher: "Ich hasse die Araber nicht, aber ich will sie auch nicht in meinen Pools haben. Ich gehe ja auch nicht in ihre Pools." [...] Wenn ich in schmutziger Badebekleidung kommen würde oder wenn Mädchen in Bikinis zu mir kommen würden, dann ist doch klar, was mit ihnen passieren wird. Deshalb werden sie (die Araber) in ihren Pools bleiben und meine Jungs bleiben hier in unseren Pools. [...] An dem Tag, an dem sich jüdische Männer und Frauen in einer arabischen Stadt wohlfühlen können, werde ich sie (Araber) auch gern bei mir haben wollen. Bis dahin will ich sie jedoch nicht haben." (Juli 2016)

Ayelet Shaked, Justizminister: "Ich sage hier das ganz Offensichtliche: Solange wir die Regierung sind, wird es keinen palästinensischen Staat geben. Es werden keine Siedlungen zurückgebaut und wir werden unseren Feinden kein Land geben." (Mai 20169

Gideon Sa'ar, früherer Minister und Knesset-Abgeordneter: "Unsere einzige Lösung ist, in Jerusalem zu bauen und zu bauen. Um die Zukunft der Stadt für Generationen zu sichern, müssen wir heute bauen." [...] Ich fordere die Präsidentschaftskanidaten, sowohl Hillary Clinton als auch Donald Trump auf, unser Recht in der ungeteilten Hauptstadt Israels, in Jerusalem zu bauen, öffentlich zu unterstützen. Ich fordere sie auf zu erklären, dass die nächste Regierung keinen Druck auf Israel in Bezug auf die Umsetzung unseres Rechts auf Bautätigkeiten in unserer Hauptstadt ausüben wird. " (Mai 2016) 

Betzalel Smotrich, Knesset-Mitglied: "Meine Frau ist wirklich keine Rassistin, aber nach der Geburt will sie sich ausruhen. Sie will nicht zu jener Masse der Familien arabischer Frauen, die entbunden haben, gehören. Es ist doch natürlich, dass meine Frau nicht neben jemandem liegen möchte, dessen Baby meinen Sohn ermorden möchte." (April 2016)

Yitzhak Yosef, Sephardi Chef-Rabbiner: "Wenn unsere Hände stark wären, wenn wir die politische Macht hätten, dann sollten Nicht-Juden nicht im Land Israel leben. Aber unsere Hände sind nicht stark. Wir erwarten unseren gerechten Messias, der die wahre und vollständige Erlösung bringen wird und dann werden wir das tun." (März 2016)

Naftali Bennett, Bildungsminister und Minister für Angelegenheiten der Diaspora: "Wir müssen palästinensische Besatzungskämpfer auf geheimen Friedhöfen begraben und alle Häuser in ihren Heimatdörfern niederreißen. Lasst uns in jedes einzelne Haus eindringen und auf den Kopf stellen. Der Besatzungskämpfer muss verstehen, dass seine gesamte Umgebung bedroht ist." (Februar 2016)

Premier Benjamin Netanyahu: Letzten Endes, wird es im Staat Israel, so wie ich es sehe, einen Zaun geben, der alles umzäunt.Ich werde gefragt, ob es das ist, was sie wollen, um das Haus zu schützen. Die Antwort ist ja. Werden wir den ganzen Staat Israel mit Zäunen und Mauern umgeben? Die Antwort ist ja. In dem Bereich, in dem wir leben, müssen wir uns gegen die wilden Tiere verteidigen." (Februar 2016) 

Yair Lapid, Yesh Atid-Führer und Knesset-Mitglied: Mein Prinzip ist, maximale Juden auf maximalem Land mit maximaler Sicherheit und mit einem Minimum an Palästinensern. " (Januar 2016)

Haim Katz, Minister für Gemeinwohl und Soziale Angelegenheiten: "Das Land Israel ist vollständig. Es gibt kein Palästina. Lasst die Palästinenser nach Jordanien, Gaza, Saudi-Arabien, Ägypten, Kuwait und Iraq. Sie wollen keinen Frieden und wollen uns nicht hier. Die Palästinenser wissen, wie man spielt. Sie halten sich an ihrem Platz." (Dezember 2015)

Benzi Gopstein, Führer der rechtsextremen Lehava-Organisation: "Weihnachten hat keinen Platz im Heiligen Land. Laßt uns die Vampiere (die Christen) entfernen, bevor sie wieder unser Blut trinken." (Dezember 2015)

Yair Lapid, Vorsitzender der Yes Atid Partei: "Es ist wahr, dass Palästinenser - 3,5 Millionen Muslime stecken wie Knochen in der Kehle - nicht unsere Partner, sondern Feinde sind. Es ist auch wahr, dass wir deshalb so schnell wie möglich von ihnen getrennt werden müssen." (Oktober 2015)

Ayelet Shaked, Justizminister: "Wir sind gegen einen palästinensischen Staat. Es gibt keinen und es wird auch keinen palästinensischen Staat geben." (Oktober 2015)

Eli Ben-Dahan, stellv. Verteidigungsminister: "Palästinenser müssen verstehen, dass sie keinen Staat haben und Israel über sie herrschen wird." (Oktober 2015)

Tzipi Hotovely, stell. Außenminister: "Wir müssen zurück zur Grundwahrheit unserer Rechte in diesem Land zurückkehren. Dieses Land gehört uns. Alles ist unser. Wir sind nicht hierhergekommen, um uns dafür zu entschuldigen." (Mai 2015)

Premier Benjamin Netanjahu: "Sie wissen, dass solange der Likud an der Macht ist, wir Jerusalem nicht teilen werden. Wir werden auch keine Zugeständnisse machen und wir werden uns auch nicht aus dem Land zurückziehen." (März 2015)

Avigdor Liebermann, ehem. Außenminister: "Wer gegen uns ist, da gibt es nichts zu tun- wir müssen eine Axt holen und ihm den Kopf abhacken, ansonsten werden wir hier nicht überleben." (März 2015)

Sie finden die gesamte Auflistung in englischer Sprache hier:

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