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14.03.2017 15:18

OCHA-Bericht: Extrem Angespannte Humanitäre Lage in Gaza und dem E1-Gebiet

Das Koordinationsbüro für humanitäre Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA) beklagt in seinem Monatsbericht im Februar 2017 die humanitären Auswirkungen der Kriege gegen den Gaza-Streifen sowie der israelischen Siedlungen auf Beduinen-Gemeinschaften.

Laut Bericht des israelischen Regierungskontrolleurs vom 28. Februar hätte die Gaza Eskalation im Jahr 2014 und somit die dramatischen humanitären Folgewirkungen verhindert werden können. Das israelische Kabinett habe bei seiner Entscheidung für einen Angriff auf den blockierten Gaza-Streifen die ohnehin schon extrem angespannte humanitäre Lage außer Acht gelassen.

Mit Blick auf das milde Urteil für die Tötung des reglos am Boden liegenden Abd El-Fatah Scharif im März 2016 hält der Hochkommissar für Menschenrechte der UNO fest:

“While the prosecution and conviction are very welcome steps towards accountability, the punishment - which is excessively lenient - is difficult to reconcile with the intentional killing of an unarmed and prone individual.”

Dies füge sich nahtlos in das Bild mangelnder Rechenschaftspflicht der israelischen Politik, auch mit Blick auf den Gaza-Krieg 2008/2009, ein. 

Ferner verzeichnete das UNO-Koordinationsbüro eine angespannte humanitäre Lage in den Beduinengemeinschaften im E1 Gebiet. In der Umgebung der völkerrechtswidrigen Siedlung Ma’ale Adumin wurden allein in den ersten zwei Monaten des Jahres 2017 insgesamt 24 Häuser der Beduinen zerstört. Generalsekretär der Vereinten Nationen Guterres warnte vor einem Bruch der Genfer Konvention durch eine gewaltsame Vertreibung der Beduinen durch ein Klima des Zwanges und der Nötigung. Mit 24 Häuserzerstörungen und 133 vertriebenen Personen wurde bereits im Februar annähernd das Niveau des gesamten Jahres 2016 erreicht und jenes von 2013 weit übertroffen (21 Häuserzerstörungen; 57 vertriebene Personen).

Mit Blick auf positive Entwicklungen muss insbesondere die Inbetriebnahme einer Meerwasser-Entsalzungsanlage in Gaza Erwähnung finden. Bereits 2012 sagte ein UNO-Bericht voraus, dass der Gaza-Streifen im Jahr 2020 aufgrund der dramatischen Überstrapazierung der Grundwasservorkommen „unbewohnbar“ sein würde. Das in Deir al-Balah gelegene Entsalzungswerk wurde mit Hilfe von UNICEF und der Europäischen Union aufgebaut. Bis 2020 sollen im Gaza-Streifen 275.000 Menschen von der Anlage profitieren können. 

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