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30.03.2017 13:11

41. Tag des Bodens: Protest gegen die israelische Politik der Landenteignungen

Am Tag des Bodens (arab. Yaum al-ard) erinnern wir an diejenigen, die 1976 ihr Leben verloren haben, aber auch an all jene, die im Zuge rechtswidriger Landenteignungen versuchten auf ihrem Land und in ihrer Heimat zu bleiben und denen auch ihr Leben genommen wurde.

Das Palästinensische Statistikamt veröffentlichte die nachfolgende Erklärung zum Tag des Bodens: 

Die israelischen Besatzungsbehörden haben sich mit Gewalt mehr als 85% der Gesamtfläche des historischen Palästinas, die etwa 27.000 km² betrug, angeeignet. Die arabische Bevölkerung 48% der Gesamtbevölkerung, aber nutzen nur 15% des Landes. Das palästinensische Volk erinnert sich an die Endeignung von 21 Tausend Dunam Land in Al-Jalil, Al-Muthalth und Al-Naqab, die am 30. März 1976 stattfand. An diesem Tag enteigneten die israelischen Behörden das Land und reagierten heftig auf die Protestationen und töteten sechs junge Demonstranten.

40% des Gebietes der Westbank wurden von der israelischen Besatzung als staatseigenes Land annektiert

Nach der israelischen Besatzung der Westbank und des Gaza-Streifens im Jahre 1967 begannen die israelischen Besatzungsbehörden, Eigentumsregister zu übertragen, die von den jordanischen Behörden geführt wurden. Das schließt die Befugnis, Handlungen über das Land vorzunehmen mit ein, das seit der osmanischen Zeit als Staatsland angesehen wurde. Zudem sperrten sie die Landregistrierungen für die Palästinenser und annullierten alle unvollständigen Register. 

Den palästinensischen Bürgern wurde das Recht eingeräumt, über ihren Landbesitz zu verfügen. Die Fläche des Landes betrugt in dieser Zeit etwa 527 Tausend Dunam und bis Ende 1973 haben die israelischen Besatzungsbehörden mehr als 160 Tausend Dunam als Staatsland hinzugefügt. Die israelischen Besatzungsbehörden haben ihre Politik fortgesetzt, das palästinensische Land auszuplündern. Darüber hinaus haben die israelischen Besatzungsbehörden mehr als 900 Tausend Dunam zwischen den Jahren 1979-2002 zu Staatsland erklärt, und kündigten in einer Fortsetzung der israelischen Besatzungspolitik mehr als 660 Tausend Dunam des palästinensischen Landes zu Staatsland zu erklären, an. Das gesamte Land, das als israelisches Besatzungsland in der Westbank eingeordnet wurde, betrug mehr als 2.247 Tausend Dunam, was etwa 40% der Gesamtfläche der Westbank ausmacht.

Fortgesetzte Häuserzerstörungen in Jerusalem 

Während die israelischen Besatzungsbehörden palästinensische Gebäude zerstören und Hindernisse und Hürden für die Erteilung von Baugenehmigungen errichten, genehmigen sie Bewilligungen die tausende von Wohneinheiten in israelischen Siedlungen auf palästinensischen Boden in  Jerusalem vorhersehen, wo von den Besatzungsbehörden im Jahr 2016 etwa 309 Gebäude (Wohnungsbau und Geschäfte) abgerissen wurden und zusätzlich rund 227 Abriss-Anordnungen ausgestellt wurden. Die Hauptzerstörungen, die von den israelischen Besatzungsbehörden in Jerusalem durchgeführt wurden, befanden sich in der Ortschaft Abu Nawar: Sie nahmen die einzige Schule ins Visier, die aus sechs Klassenräumen bestand und rissen eine Unterbau-Moschee in Sur Bahir ab.

48% der erbauten Siedlungen befinden sich auf palästinensischem Privatland 

Bis Ende 2015 gab es 413 israelische Besatzungsbauten in der Westbank (darunter 150 Siedlungen und 119 Vorposten). Darüber hinaus befinden sich etwa 48% des bebauten Gebietes der israelischen Siedlungen auf palästinensischem Privatbesitz. Im Jahr 2016 bestätigten die israelischen Besatzungsbehörden 115 neue Gesamtpläne für Siedlungen, die den Bau von über 5.000 Wohneinheiten in israelischen Siedlungen im Westjordanland beinhalten. Die gleichen Behörden beraubten die Palästinenser von ihrem Recht zu bauen und erlegten ihnen Hürden auf, die jede mögliche städtische Expansion, vor allem für die Palästinenser in Jerusalem und Zone "C", die unter israelischer Besatzungskontrolle stehen, untergräbt.

Es sollte beachtet werden, dass der Bereich "C" über 60% des Westbankgebiets ausmacht; Wohingegen in den letzten 5 Jahren nur vier Gesamtpläne von 97 palästinensischen Gesamtplänen von den israelischen Besatzungsbehörden, die für die Zustimmung der israelischen Behörden vorgelegt wurden, genehmigt wurden. […]

Ethnische Säuberungspolitik gegenüber Palästinensern in der Westbank

Die israelischen Besatzungsbehörden haben ihre Politik der ethnischen Säuberung gegen palästinensische Bürger in der Westbank durch die Politik der Haus-und Geschäftsabrisse fortgesetzt, um die Bürger aus ihrem Land zu entwurzeln. Im Jahr 2016 zerstörten die israelischen Besatzungsbehörden 1.023 Häuser und Geschäfte in der Westbank (309 davon im Bezirk Jerusalems und 714 in den übrigen Regierungsbezirken der Westbank). Darüber hinaus erklärten die israelischen Behörden die Ausfertigung von 657 Abbruchaufträgen. Die Zerstörungen führten zu einer Vertreibung von mehr als 1.620 palästinensischen Bürgern, die Hälfte von ihnen sind Kinder.

Ungebrochene Belagerung des Gaza-Streifens 

Trotz des kleinen Gebietes des Gazastreifens hat die israelische Besatzung eine Pufferzone über mehr als 1.500 m entlang der Ostgrenze des Gazastreifens eingerichtet. Infolgedessen bemächtigt sich die israelische Besatzung mit etwa 24% der Gesamtfläche des Gaza-Streifens (365 km²), die als die bevölkerungsreichste Fläche der Welt mit etwa 5.000 Menschen / km² gilt.

Den englischsprachigen Volltext erhalten Sie hier. 

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