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31.03.2017 10:56

März im besetzten Palästina

Wie die palästinensische Bevölkerung weiter unter der israelischen Besatzung leiden muss, zeigt die Zusammenstellung von Ereignissen, die wir für den Monat März dokumentieren.

Häuserzerstörungen in Jabal Al-Mukabbir

31. März: Zum ersten Mal seit zwei Jahrzehnten öffnen Besatzungstruppen eine blockierte Straße, um ein längst überfälliges Abwassersystem zu ermöglichen. Die Straße in Al-Khalil, Hebron, war nur einen Tag geöffnet und gab den Blick auf die Shuhada-Straße, die ehemalige Einkaufsstraße, die bis heute verweist ist und die Siedlungen frei. (IMEMC)

Israelische Besatzungstruppen nehmen 7 Palästinenser in der Westbank bei Razzien fest. (Maan)

30. März: Am heutigen Tag des Bodens (arab. Yaum al-ard) werden Dutzende Palästinenser in der Westbank, im Gaza-Streifen und auch in Israel im Zuge von Protestaktionen verletzt. Allein in der Nähe der Stadt Nablus, Westbank, werden 50 Palästinenser verletzt. (div. Quellen)

Israel genehmigt den Neubau einer Siedlung auf palästinensischem Land in der besetzten Westbank. Die Siedlung soll nördlich von Ramallah gebaut werden. (div. Quellen)

Der 34-jährige Firas Nawawra wird von einstürmenden Besatzungssoldaten in Halal-Markt in Bethlehem verhaftet, sein Bruder mehrfach geschlagen. (Paltimes)

In der Ortschaft Bruqin, westlich der Stadt Salfit roden Besatzungstruppen palästinensische Ländereien, um Platz für die Expansion der Industriezonen, die Siedlungen umgeben, zu schaffen. Betroffen sind rund 20 dunums palästinensischen Landes. (Maan)

29. März: Israelische Besatzungstruppen dringen in der Nacht in die Ras al-Amoud Nachbarschaft, in Silwan Stadt, südlich der Al-Aqsa-Moschee, in mehrere Wohnhäuser ein  und entführen drei palästinensische Kinder. Im Zuge der Razzien stürmten die Besatzungssoldaten in viele Wohnhäuser und verhörten vor allem junge Männer. Die entführten Kinder sind der 13-jährige Ibrahim Ammar Zaghal und die  16-Jährigen Mohammed Mazen Shweiki und Hamdi Jamal Jaber. Während der Durchsuchungen wurden zwei palästinensische Häuser grundlos zerstört. (IMEMC)

In Bethlehem zerstörten die Besatzungstruppen ein im Bau befindliches Gebäude. Mehrere Bulldozer waren im Einsatz. (PNN)

28. März: Die 49-jährige Siham Ratib Nimr aus Ost-Jerusalem wird am Mittwochnachmittag von Besatzungssoldaten in der Altstadt von Jerusalem erschossen. Sie soll Besatzungstruppen am Damaskus-Tor angegriffen haben. Augenzeugen berichten jedoch, dass Nimr mit ihrer Tochter am Tor entlang ging und in eine verbale Auseinandersetzung mit Besatzungssoldaten geriet. Einer der Anwesenden schoss ihr daraufhin in den Unterleib und hinderte Rettungskräfte daran, sie medizinisch zu versorgen. Nimr soll Medienberichten zufolge die Mutter des 27-jährigen Mustafa Nimr sein, der im September bei einem israelischen Angriff auf das Flüchtlingslager Shufaat getötet wurde. Die Zahl der in 2017 getöteten Palästinenser beträgt 16; Nimr ist die erste Palästinenserin, die in 2017 von Besatzungskräften getötet wurde. (Maan)

27. März: Israelische Besatzungstruppen nehmen in morgendlichen Razzien 14 Palästinenser in der Westbank fest. Unter den Festgenommenen ist auch der 51-jährige Ra’fat Jamil Naseef, der erst vor einem Monat aus israelischer Haft entlassen wurde. In Bethlehem drangen die Truppen in verschiedene Wohnhäuser ein, durchsuchten sie und beschlagnahmten Bargeld unter der Angabe, die betreffenden Familien seien „Familien von Terroristen“. (IMEMC)

26. März: Die Marine der israelischen Besatzungsarmee nimmt erneut palästinensische Fischerboote vor der Küste des Gaza-Streifens unter Beschuss. (IMEMC)

In der Westbank nehmen Besatzungstruppen insgesamt sechs palästinensische Jugendliche fest. Sie dringen mit mehreren Fahrzeugen in den Morgenstunden in die Ortschaften Husan, westlich von Bethlehem und Al-Jamala, nordöstlich von Jenin und durchsuchen mehrere Wohnhäuser. (div. Quellen)

25. März: In mehreren Dörfern der West Bank installieren israelische Besatzungstruppen

Überwachungssysteme, so zum Beispiel in Kifl Hares oder Janata bei Bethlehem. Hiermit wird von der üblichen Praxis von Videoüberwachung auf den Straßen abgewichen. (div. Quellen)

24. März: Israelische Besatzungstruppen verhindern die wöchentliche Demonstration in Kafr

Qaddum bei Qalqiliya durch massiven Einsatz von Tränengas. Mindestens 10 Personen erleiden Verletzungen. (Maan)

23. März: Der 17-jährige Muhammad Mahmoud Ibrahim al-Hattab wird durch israelische

Besatzungstruppen beim al-Jalazun Flüchtlingslager nördlich von Ramallah durch Schüsse in

Brust- und Schulterbereich getötet. Drei weitere Personen, Jassem Muhammed Nakhla (18),

Muhammad Hattab (18), Muhammed Musa Nakhla (18) werden bei dem Beschuss auf den

gemeinsamen Wagen schwer verletzt und verbleiben in kritischem Zustand. (Maan)

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beklagt den Tod des 17-jährigen Ahmed Subair aus dem blockierten Gaza-Streifen, da diesem eine medizinische Notfallausreisegenehmigung aufgrund seines akuten Herzleidens durch Israel verwehrt wurde. Die WHO stellte fest, dass lediglich 50% der im Januar beantragten Notfallgenehmigungen stattgegeben wurde. (Wafa)

Israelische Truppen verweigern palästinensischen Schülerinnen, alle 12 Jahre alt, der Umm Salma Schule in Yatta, Distrikt Hebron, den Besuch einer Schule in Jerusalem. Sie sollen keine israelische Genehmigung haben, um die Stadt zu betreten. (Maan)

22. März: In der Nacht zum Mittwoch eröffnen die israelischen Besatzungstruppen das Feuer  auf drei Palästinenser in Rafah, im Süden des Gazastreifens. Sie töten dabei den 18-jährigen Yousef Abu Adra und verletzen seine beiden Begleiter teils schwer. (Wafa)

In Khirbet Ibziq, östlich der Stadt Tubas im Jordantal konjizieren israelische

Besatzungstruppen private Fahrzeuge und Traktoren ohne Angabe von Gründen und Anklagen. Bereits im Februar ereignete sich ein solcher Vorfall im Dorf Khirbet al-Ras al-Ahmar. (div. Quellen)

21. März: Ein israelischer Siedler rammt mit seinem Auto die 70-jahre alte Palästinenserin Hilwe Abu Ras, die auf der Straße geht und verletzt sie schwer. Der Siedler hat nicht angehalten und fuhr weiter. Die israelische Polizei bemüht sich nicht den Täter zu finden. (IMEMC)

In der Nacht nehmen israelische Besatzungstruppen 20 Palästinenser in der West Bank,

unter Ihnen auch den Abgeordneten Muhammad al-Tal in al-Dhahiriya bei Hebron, fest. Bereits dreimal, in den Jahren 2006, 2009 und 2010 wurde al-Tal Opfer von israelischen

Gefangennahmen. (Maan)

Radikale Siedler blockieren Hauptverbindungsstraßen zwischen Nablus und Jenin und jagen

Hirten durch Schüsse von den Feldern Burqas nördlich von Nablus. (div. Quellen)

20. März: Während der Beerdigung des Palästinensers Murad Yousif Abu Ghazi im al-Arnub Flüchtlingslager feuern israelische Besatzungstruppen mit Gummigeschossen und Tränengas auf die Trauernden. Es werden fünf Menschen verletzt. (al Quds)

Israelische Marinesoldaten eröffnen das Feuer auf palästinensische Fischerboote vor

der Küste des Gaza-Streifens. Diese hatten sich innerhalb der von Israel unilateral festgelegten 6-Seemeilen Zone bewegt und somit stellt dies einen abermaligen Bruch des

Waffenstillstandsabkommens vom August 2014 dar. (Wafa)

19. März: Nach einer nächtlichen Razzia im Süden und Norden der Westbank sowie im Süden Hebrons nehmen israelische Besatzungstruppen 14 Palästinenser fest, da sie Waffen bei ihnen vermutet haben. Gefunden wurden eine Pistole, Munition und ein Schraubenzieher. (Maan)

Da sie in einer WhatsApp Gruppe mit dem am 13. März getöteten Ibrahim Mahmoud

Matar waren, nahmen israelischen Besatzungstruppen 18 weitere Palästinenser in Ostjerusalem

fest. (Maan)

18. März: Israel nimmt weiterhin zwei verletzte Palästinenser aus der Westbank in Haft, obwohl beide durch die israelischen Besatzungstruppen in zwei getrennten Fällen schwer verletzt wurden. Es handelt sich um Jihad Hammad und Fatima Taqatqa. Jihad Hammad wurde durch einen Schuss, der bei Zusammenstöße in Silwad fiel, am Kopf verletzt. Die israelische Besatzungstruppe schießt an einer Kreuzung in der Nähe des illegalen israelischen Siedlungsblocks „Gush Etzion“ im südlich besetzten Westbank-Bezirk Bethlehem auf Fatima Taqatqa. Israelische Behörden behaupten, dass sie versuchte, einen Fahrzeugangriff durchzuführen. Das israelische Militärgericht hat eine Verlängerung der Haft um acht Tage angeordnet, obwohl beide in einem kritischen Zustand sind. (div. Quellen)

17. März: Im al-Arnub Flüchtlingslager, in der besetzten Westbank, öffnen Besatzungstruppen das Feuer auf eine Gruppe von Jugendlicher Palästinenser. Da man die israelische Besatzungstruppe zuvor mit „Feuerbomben“ bewarf als sie die Straße entlang gefahren sind, sind sie auf die Gruppe getroffen und hielten sie für mögliche Verdächtige. Beim Beschuss töten sie den 16-jährigen Murad Yousif Abu Ghazi und verletzen den 17-jährigen Saif Salim schwer. (Maan)

16. März: Vor der Küste von Gaza-City haben Besatzungstruppen der israelischen Marine Fischerboote beschossen, obwohl diese innerhalb der von Israel festgelegten Fischereizone fischten. Für die palästinensischen Fischer, Hirten und Bauern kommt es aufgrund der einseitig durch Israel festgelegten „Pufferzone“ zu enormen Beeinträchtigungen des Agrar- und Fischereisektors, da diese blockiert werden. (Maan)

15. März: Auf seinem Weg zur Arbeit nahe der Mauer wird der 27-jährige Ahmad Radaideh aus al-Ubeidiya östlich von Bethlehem von israelischen Besatzungstruppen beschossen und erleidet mittelschwere Verletzungen. (Maan) 

14. März: Am frühen Morgen stürmen israelische Besatzungstruppen die „Mapping and Geographic Information Systems“ Abteilung der Arab Studies Society in Ostjerusalem. Dabei konfiszieren sie Computer, Equipment und zahlreiche Dokumente und verhaften den Direktor Khalil Tufakji. PLO-Generalsekretär Dr. Erekat nannte diese Aktion „illegal“, „provokativ“ und einen Bruch geltender Vereinbarungen. (Wafa)

13. März: Der 25-jährige Ibrahim Mahmoud Matar wird von israelischen Besatzungstruppen in Ostjerusalem nach einer angeblichen Messerattacke getötet. Augenzeugen berichten von einer „Exekution“ durch die israelischen Besatzungstruppen, die in voller Kontrolle über die angebliche Gefahrensituation waren. (IMEMC News)

12. März: In Sha’rawiya bei Tulkarem konfiszieren israelische Besatzungstruppen 142,2 Dunams (14,2 Hektar) palästinensisches Land. (Wafa)

11. März: Radikale Siedler aus der völkerrechtswidrigen Mikhmas Siedlung verletzen zwei Palästinenser in Ostjerusalem, zunächst durch Angriffe auf ihr Fahrzeug, danach durch direkte Schläge und Tritte, bevor sie ausgeraubt werden. (PNN)

10. März: Der 19-jährige Jihad Muhammad Hammad erleidet einen Kopfschuss durch israelische Besatzungstruppen in Silwad bei Ramallah und ist in sehr ernstem Zustand. (div. Quellen)

9. März: Zum 110. Mal seit 2010 zerstören israelische Bulldozer im Beisein von Sicherheitskräften das Bedouinendorf al-Araqib im Negev. (Maan)

Südöstlich von Yatta bei Hebron fällen radikale Siedler aus dem völkerrechtwidrigen Maon Außenposten duzende Olivenbäume und vernichteten die Ernte palästinensischer Bauern mit Pestiziden. (Wafa)

8. März: Israelische Besatzungstruppen nehmen 9 Palästinenser in Hebron, Jenin, Nablus und Bethlehem fest. Unter ihnen sind auch 3 Universitätsstudenten aus Y’abod und Tubas. (Wafa)

Am späten Abend des Weltfrauentages nehmen israelische Besatzungstruppen die palästinensische Abgeordnete Samira Halaykeh (53) bei Hebron fest. Dies lässt die Zahl der durch Israel inhaftierten Abgeordneten auf neun ansteigen. (Wafa)

7. März: 8 Jugendliche werden bei Protesten gegen die Tötung Basel al-Arajs vor dem Ofer Gefängnis von israelischen Besatzungstruppen festgenommen. (Al Ayyam)

Ein 20-Jähriger wird östlich von Jabaliya im nördlichen Gazastreifen durch israelisches Artilleriefeuer verletzt. (Al Ayyam)

6. März: Israelische Besatzungstruppen erschießen Basel al-Araj in Ramallah, als dieser sich gegen seine Festnahme im Autonomiegebiet (A) zur Wehr setzt. (Maan)

5. März: Unmittelbar nachdem der 34-jährige Moussa Darwish aus Ostjerusalem eine 12-jährige Gefängnisstrafe in einer israelischen Haftanstalt abgeleitet hat nehmen ihn israelische Besatzungstruppen direkt wieder fest. Der Bruder Darwishs, Majd, wurde in der vergangenen Woche in Administrativhaft genommen. (Maan)

4. März: Israelische Besatzungstruppen lösen friedliche Demonstrationen in Bil’in und Nil’in mit brutaler Gewalt auf. Tränengas und gummikaschierte Stahlgeschosse wurden auf die gewaltfrei marschierenden Demonstranten gefeuert. (IMEMC News)

3. März: Der Journalist Ahmad Shawar von Sender Palestine TV wird durch Gummigeschosse am Kopf verletzt, als israelische Besatzungstruppen eine friedliche Demonstration in Qalqilia gewaltsam auflösen. Dieser Angriff reiht sich ein in eine verehrende Angriffsserie gegen palästinensische Journalisten. 2016 wurden 178 Fälle von israelischer Gewalt gegen palästinensische Journalisten gezählt. (Wafa)

2. März: Bei frühmorgentlichen Operationen verhaften israelische Besatzungstruppen 16 Personen bei Ostjerusalem, Hebron und Bethlehem, unter ihnen auch der 12-jährige Humam Ahmad Radi. (Wafa)

1. März: Israelische Besatzungstruppen plündern und verwüsten den Kopierladen „Ibn Khaldoun Company for Printing, Publishing, and Trade“ von Abd al-Rahim Badawi in Tulkarem und konfiszieren Equipment ohne Angabe von Gründen. (div. Quellen)

Später am Morgen zerstören israelische Bulldozer ohne Vorwarnung das Haus von Khaled Nimr Mahmoud in Issawiya, Ostjerusalem, und berauben so 30 Personen ihrer Behausung. (Wafa)

Der 25 jährige Saadi Mahmoud Ali Qaisiya aus al-Dhahiriya westlich von Masafer Yatta nahe Hebron wurde von einen Siedler erschossen, nach einer angeblichen Messerattacke. Qaisiya ist somit der 10. Palästinenser, der im laufenden Kalenderjahr durch einen Israeli getötet wurde (Maan)

BITTE BEACHTEN SIE:  Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

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