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02.05.2017 10:45

April im besetzten Palästina

Wie die palästinensische Bevölkerung weiter unter der israelischen Besatzung leiden muss, zeigt die Zusammenstellung von Ereignissen, die wir für den Monat April dokumentieren.

30. April: Der palästinensische Journalistenverband verurteilt das Vorgehen der Besatzungsgruppen gegen einen friedlichen Sitzstreik im besetzten Ost-Jerusalem, bei dem 13 Journalisten verletzten werden. Mit ihrem Protest am Damaskus-Tor wollten sie ihre Solidarität mit den 1.500 palästinensischen Gefangenen, die sich seit 14 Tagen im Hungerstreik befinden, ausdrücken. (Maan)

Nach einer dreijährigen Pause nehmen die israelischen Besatzungsbehörden den Bau der Mauer im Bezirk von Bethlehem wieder auf. Im Gebiet von Ain-Jweiza, nordwestlich des Dorfes von Al-Walaja, zogen die Truppen einen vier Meter hohen Stacheldrahtzaun. (Maan)

Unter dem Schutz der Besatzungstruppen blockiert eine Gruppe von Siedlern die Hauptverbindungsstraße zwischen den Städten Ramallah und Nablus in der besetzten Westbank (Maan).

29. April: Israelische Marineeinheiten der Besatzungsarmee eröffnen das Feuer auf palästinensische Fischerboote an der Küste des Gaza-Streifens. (Maan)

 28. April: Fünf Palästinenser werden im Zuge von Razzien in der Westbank von Besatzungssoldaten festgenommen. (Maan)

27. April: Israel beabsichtigt, in der Siedlung SHILO, in der Westbank, weiter zu bauen. Einem Bericht von Haaretz zufolge, unterzeichnete Ronnie Noumah, Militärkommandant der Besatzungsarmee bereits in der vergangenen Woche ein entsprechendes Dokument. (Qudspress)

Ali Ahmed Khaled Qabha aus Ya’abad erleidet Frakturen und Prellungen, nachdem er von Siedlern auf der Jenin-Nablus-Straße, in der Westbank angegriffen wurde. Lokale Quellen berichten, dass Siedler ihn auf dem Heimweg abfingen, sein Fahrzeug zerstörten und ihn verletzten, während die Besatzungssoldaten am Checkpoint Shavei Shomron zusahen. (Safa)

Hunderte von Siedlern stürmen das Josephs Grab in Nablus unter dem Schutz der israelischen Besatzungstruppen, um religiöse Rituale abzuhalten. Dem Protest der palästinensischen Bewohner begegneten die Besatzungstruppen mit Gummigeschossen, Tränengas und Schallbomben. (Safa)

Israelische Besatzungstruppen zerstören eine Wasserleitung, die das Dorf Bardala, in der besetzten Westbank, mit Wasser versorgt. (Maan)

26. April: Einem Bericht d. israelischen Channel 10 zufolge, soll ein Siedlungsplan, der während der Obama-Regierung auf Eis gelegt wurde, zeitnah umgesetzt werden. Dieser umfasst auch 10.000 neue Siedlungseinheiten im Bereich von Qalandiya, in der besetzten Westbank. (Al Quds)

Die israelische Tageszeitung Haaretz berichtet, dass Israel mit dem Bau eines Touristikzentrums auf konfisziertem palästinensischem Land begann noch bevor die Pläne veröffentlicht und die Eigentumsverhältnisse geklärt wurden. Das betreffende Gebiet liegt zwischen der Hauptstraße und der Friedhofsmauer in Ras Amoud, neben der Moschee in Jerusalem. (Al Quds)

25. April: In der Nähe von Ni’lin, westlich der Stadt Ramallah, zerstören Besatzungstruppen eine Infrastruktur. Augenzeugenberichten zufolge zerstören sie ebenfalls ein Feld, das palästinensische Arbeiter als Parkplatz nutzten. (Safa)

Im Zuge von nächtlichen Razzien nehmen die Besatzungstruppen insgesamt 15 Palästinenser fest. Unter den Festgenommenen sind auch drei Kinder. (Maan)

23. April: Israelische Behörden in Jerusalem geben bekannt, dass die Landannektierungen in Ras Al Amud-Gebiet vom besetzten Jerusalem aufgrund „öffentlichen Interesses“ erfolgen sollen. Das betreffende Gebiet befindet sich gegenüber der Al-Aqsa-Moschee an einer öffentlichen Straße. Es umfasst mehr als 1.300m. (Al Quds)

Südlich der Stadt Nablus in Huwwara werden die 72-jährige Badia Mohammed Hamdan und ein junger Mann von Siedlern attackiert und verletzt. Mehrere Siedler hatten ihr Wohnhaus gestürmt, sie mit Stöcken und Steinen geschlagen. In kritischem Zustand wurde sie in ein Krankenhaus in Nablus eingeliefert. (Safa)

Israelische Besatzungstruppen nehmen 11 Palästinenser an verschiedenen Orten der Westbank fest. (Maan) 

22. April: Israelische Truppen verletzten vier Palästinenser in Urif, südlich der Stadt Nablus, durch gummiummantelte Stahlgeschosse. Sie schossen auf die Menschengruppe, die versuchte, ihre Häuser vor einem Mob von Siedlern zu schützen. Diese drangen von Osten in die Stadt ein und brachen Häuser der palästinensischen Bewohner auf. (Maan)

21. April: In nächtlichen Razzien nehmen Besatzungstruppen in verschiedenen Städten und Orten der Westbank insgesamt 11 Palästinenser fest. (Maan)

20. April: Mitglieder der rechtsgerichteten Nationalreligiösen Partei, auch „Mafdal“ genannt, veranstalten vor dem Ofer-Gefängnis ein Barbecue. Laut eigenen Angaben wollen Sie, dass der Geruch des Essens in das Gefängnis zu den rund 1.600 inzwischen seit vier Tagen Hungerstreikenden gelangt. (Maan)

Im Gaza-Streifen roden Besatzungstruppen palästinensische Länderrein in der Nähe des Al-Bureij-Flüchtlingslagers. Marinetruppen der Besatzungsarmee feuern unterdessen auf palästinensische Fischer an der Küste des nördlichen Gaza-Streifens. (Maan)

19. April: Israelische Truppen zerstören mit Hilfe von Bulldozern eine Farm in Essawiyeh in Jerusalem unter dem Vorwand, der Eigentümer Murad Mustapha hätte sie ohne gültige Genehmigung erbaut. (Al Quds)

18. April: Die islamische Waqf-Behörde in Jerusalem veröffentlicht einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass mehr als 1.200 Siedler auf das Gebiet der Al-Aqsa-Moschee auf dem Haram Al-Sharif widerrechtlich eingedrungen sind, um die heilige Moschee zu betreten und Talmud-Rituale durchzuführen. (Al Hayat Al Jadida)

17. April: Mehr als 1.500 palästinensische Häftlinge der rund 6.500 derzeit inhaftieren Palästinenser treten am heutigen Tag der Gefangenen in einen unbefristeten Hungerstreik. Sie folgen einem Aufruf des 57-jährigen inhaftierten Politikers Marwan Barghouti und protestieren gegen die unmenschlichen Haftbedingungen und die sog. Administrativhaft. Israel verlegt Barghouti und andere Streikende in andere Gefängnisse und verhängt über sie Isolationshaft. (div. Quellen) 

In der Stadt Hebron, in der besetzten Westbank, zerstören die Besatzungstruppen zwei Buchgeschäfte in der Nähe der Universität von Hebron und einen weiteren in der Nähe der Polytechnischen Universität. Zuvor hatten sie Materialien aus den Geschäften konfisziert und mitgenommen. (Maan)

16. April: Sieben palästinensische Familien haben in den vergangenen Wochen für ihre Wohnhäuser in der Ortschaft Wadi al-Nis, im Gebiet von Bethlehem, Abrissverfügungen der Besatzungsarmee erhalten. Die teilweise im Bau befindlichen Gebäude wurden angeblich nicht mit israelischer Genehmigung errichtet. Im betreffenden Gebiet leben rund 800 Palästinenser im sog. C-Gebiet mit 99%-Kontrolle der israelischen Besatzungsbehörden, die Palästinensern grundsätzlich nicht erlauben, auf ihrem eigenen Land zu bauen. (Maan)

15. April: Am heutigen „Tag der Gefangenen“ veröffentlicht das palästinensische Statistikamt gemeinsam mit anderen NGOs einen Bericht. Aus ihm geht hervor, dass bereits 1 Millionen Palästinenser seit der israelischen Staatsgründung 1948 in israelischen Gefängnissen und Haftanstalten inhaftiert gewesen ist. Mehr als 1.500 palästinensische Häftlinge treten in den Hungerstreik und folgen damit einem Aufruf des inhaftieren 57-jährigen Politikers Marwan Barghuti. Sie fordern bessere Haftbedingungen, Besuchszeiten und eine menschenwürdige Behandlung für die mehr als 6.500 derzeit inhaftierten Palästinenser. (div. Quellen)

14. April: Die israelische Marine der Besatzungsarmee feuert erneut auf palästinensische Fischer vor der Küste des Gaza-Streifens. (Maan)

In den Dörfern Kafr Qaddum, Nilin und Bilin, in der Westbank gelegen verletzen israelische Besatzungssoldaten drei palästinensische Kinder. Die Soldaten schossen mit gummiummantelten Stahlgeschossen auf sie. (Maan)

13. April: In Abu Dis, im Distrikt von Jerusalem, dringt die Besatzungsarmee gewaltsam in die Stadt ein. Sechs Studenten der Al-Quds-Universität werden durch abgefeuerte Gummigeschosse verletzt. (Maan)

12. April: Israelische Bulldozer reißen Olivenbäume heraus und zerstören Ackerflächen in der Nähe der Ortschaft Deir Ballout, westlich der Stadt Salfeet. Augenzeugenberichten zufolge sollen die Flächen für den Ausbau von Siedlungen und deren Infrastruktur vorbereitet werden. (Al Quds)

Mehrere Palästinensern wird verboten am Gebet in der Al-Aqsa-Moschee auf dem Haram Al-Sharif teilzunehmen, nachdem das Gebiet bereits zwei Tage für geschlossen erklärt worden ist. (Maan)

Im Morgengrauen nehmen Besatzungssoldaten den 52-jährigen Ahmad Muhammad Ahmad Attun in der Westbank, in Al-Bireh fest. Damit erhöht sich die Zahl der inhaftierten Mitglieder des Palästinensischen Zentralrates auf 13. (Maan)

11. April:  Das Palästinensische Zentrum für humanitäre Rechte gibt einen Bericht mit Zahlen und Fakten zu 2016 heraus. So wurden 97 Palästinenser in der Westbank und im Gaza-Streifen, einschließlich 36 Kindern und acht Frauen im vergangenen Jahr getötet, 840 Palästinenser wurden von Besatzungstruppen verletzt. (Qudspress)

Am Montagmorgen schlossen israelische Besatzungstruppen den Atara-Checkpoint auf unbestimmte Zeit und isolierten damit Städte und Dörfer nördlich von Ramallah und anderen nördlichen Bezirken (Maan)

10. April: Die israelische Zeitung Haaretz berichtet, dass Israel Dutzende Körper getöteter Palästinenser, die vor zehn Jahren getötet wurden, „verloren“ hat. Dies geht aus der Antwort der Staatsanwaltschaft auf eine von palästinensischen Familien getöteter Palästinenser an das Hohe Gericht eingereichte Beschwerde hervor. Sie hatten die Übergabe der sterblichen Überreste von insgesamt 123 Palästinensern gefordert. (Safa)

Während am gestrigen Palmsonntag christliche Prozessionen den siegreichen Einzug Jesus Christus nach Jerusalem feierten, der den Beginn der Osterwoche einläutet, beschlagnahmten Besatzungssoldaten in und um Jerusalem mehrere palästinensische Flaggen und hinderten die Träger mit Gewalt daran, diese in die Höhe zu heben. (Al Ayyam) 

09. April: In Hebron, in der besetzten Westbank nehmen Besatzungssoldaten sieben Palästinenser fest und schließen ein Geschäft, nachdem sie das Eigentum beschlagnahmt haben. (Maan)

Israelische Besatzungstruppen dringen in den Nachtstunden in die Wohnhäuser von mindestens 23 palästinensischen Bewohnern der Stadt Jerusalem ein, durchsuchen das Eigentum und untersagen Jugendlichen das Betreten des Haram Al-Sharifs und der Al-Aksa-Moschee für mindestens 15 Tage, längstens für sechs Monate. (Al Quds)

7. April: Dutzende von israelischen Besatzungssoldaten dringen in die Stadt Silwad, nordöstlich von Ramallah ein, durchsuchen mehrere Häuser und nehmen vier Palästinenser fest. Des Weiteren verhindern sie die Öffnung örtlicher Moscheen zum Gebet im Morgengrauen, beschlagnahmten Autos, Geldbeträge und zerreißen Genehmigungen von Palästinensern, die in Jerusalem arbeiten. Die vier festgenommenen Palästinenser sind Ahmad Mousa Hamed, Mousa Hamed (17), Mohammed Omar Hamed (23) und Mo’tasem Abdul-Majd Hamed. (IMEMC)

6. April: Am Abu al-Rish-Kontrollpunkt in der Nähe von Hebron nehmen israelischen Besatzungssoldaten den 12-jährigen Palästinenser Ahmad Idris Gaith fest, weil er ein Obstmesser bei sich trug. Zahlreiche Palästinenser wurden in den vergangenen Monaten unter dem Vorwand, ein Messer bei sich zu führen, festgenommen. Viele Palästinenser, vor allem Jugendliche, haben Angst, da selbst harmlose Gegenstände wie z.B. ein Schlüssel zur Festnahme führt. (Maan)

5. April: Den zweiten Tag in Folge besprühen israelische Flugzeuge palästinensische, landwirtschaftliche Flächen mit giftigen Pestiziden anliegend der Grenze zum Gaza-Streifen, um alle Arten von Getreide, welche palästinensische Landwirte gepflanzt haben, zu vernichten. Israel erklärte ein großes Gebiet im Grenzbereich als sog. Pufferzone und eröffnet das Feuer auf alle Palästinenser, die versuchen, ihr eigenes Land zu betreten, um es zu bewirtschaften. Der Großteil des Grenzgebiets gilt als fruchtbares Land. (Wafa)

4. April: Am Grenzzaun östlich der Stadt Khan Younis, im südlichen Teil des Gaza-Streifens, feuern dort stationierte israelische Besatzungstruppen Dutzende von Gewehrkugeln auf Häuser und landwirtschaftliche Flächen. In Folge dessen werden Häuser und Eigentümer beschädigt und viele Palästinenser, vor allem Kinder, erleiden Panikattacken. (IMEMC)

3. April: 150 Olivenbäume werden im Wadi-Qana-Tal im zentralen, besetzten Westbank-Bezirk von Salfit durch israelische Besatzungstruppen entwurzelt. Als Vorwand geben die Truppen an, dass die „illegal eingepflanzten“ Bäume ein „Einbruch in ein erklärtes Naturschutzgebiet im Qana-Fluss" darstellen. (Maan)

2. April: In Ost-Jerusalem nehmen israelische Besatzungstruppen zwei palästinensische Jugendliche im Alter von 20 und 24 einzeln unter dem Vorwand angeblicher Online-Anstiftungen fest. Die Jugendlichen hätten auf Facebook die Terrorakte und Angriffe auf die Sicherheitskräfte begrüßt. Israelische Gerichte verlängerten bereits die Inhaftierungszeiten. (Maan)

1. April: Die israelischen Besatzungstruppen schießen mit scharfer Munition auf das 14-jährige palästinensische Kind Jouda Canaan Amira im Dorf Ni‘lin und verletzen es. Sie verweigern palästinensischen Medizinern sich dem Kind zu nähern, bis ein israelischer Krankenwagen kommt. Sie sperren zudem noch die Hauptstraße nach Ni’lin ab und verweigern den palästinensischen Bewohnern das Dorf zu betreten oder zu verlassen. (IMEMC)

BITTE BEACHTEN SIE:  Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

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