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24.05.2017 11:20

Hungerstreikende Gefangene in israelischer Haft kommen in kritische Phase

Seit 38 Tagen befinden sich rund 1.500 palästinensische Gefangene in israelischer Haft in einem unbefristeten Hungerstreik. Sie waren einem Aufruf Marwan Barghoutis gefolgt. Wir berichten nachfolgend über den aktuellen Stand.

Grafik von visualizingpalestine.org

60 Hunger Streikende mussten in Krankenhäuser verlegt werden, da ihr Gesundheitszustand sich massiv verschlechtert hat. So wurden 592 andere im Hungerstreik befindliche Palästinenser zur Beobachtung in Krankenhäuser verlegt. Dies geschah, um NGOs zu verwirren, die Kommunikation zwischen den Hungerstreikenden zu unterbrechen und schließlich den Hungerstreik als solchen zu beeinflussen. 

Der Gefängnisdienst hat Gespräche mit Vertretern der Gefangenen geführt und glaubt, dass beide Seiten sich zeitnah verständigen werden und der Hungerstreik beendet werden kann. Am kommenden Wochenende beginnt der für Muslime heilige Fastenmonat Ramadan. Um eine drohende Eskalation zu entschärfen scheint es, dass die israelische Seite daran interessiert ist, dass der Hungerstreik zuvor beendet wird. Nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes befinden sich 850 palästinensische Sicherheitsgefangene im Hungerstreik, die seit 38 fortgesetzt das Essen verweigern. Bisher war der Gefängnisdienst verpflichtet, nach 28 Tagen fortwährenden Hungerstreiks die Hungerstreikenden ins Krankenhaus zu verlegen. In den vergangenen Monaten wurde diese Praxis von Israel geändert. So darf der Arzt des Gefängnisses anhand des Zustandes jedes Hungerstreikenden entscheiden, ob er ins Krankenhaus verlegt wird, während die Gefängnisse ihre ärztliche Aufsicht der Hungerstreikenden erhöhen müssen. 

In den vergangenen Tagen fand ein Treffen zwischen palästinensischen Sicherheitsvertretern und US-Beamten. Im Mittelpunkt stand der anhaltende Hungerstreik der palästinensischen Gefangenen. So gab es bereits international Bemühungen, darunter von den USA, eine Vereinbarung zur Beendigung des Hungerstreiks zu erzielen. Während der dreistündigen Gespräche betonten die palästinensischen Vertreter, dass der Streik für die palästinensische Öffentlichkeit oberste Priorität habe und es wirklich wichtig ist, an einer Lösung zu arbeiten. Bei einer Fortsetzung würde es zu Gewalt kommen und eine zeitnahe Beendigung des Hungerstreiks würde die Spannung grundsätzlich reduzieren. Hierzu müssen zwei Forderungen der Hungerstreikenden erfüllt werden: 

Die erste betrifft Besuchsrechte für Familienmitglieder, einschließlich einer Koordination mit dem Internationalen Roten Kreuz. Dazu gehören auch Einreisegenehmigungen für Angehörige und notwenige Formalitäten.

Die zweite Forderung beinhaltet die Erlaubnis, Anrufe von öffentlichen Gefängnistelefonen zu einer vorher festgelegten Telefonnummer unter Aufsicht führen zu können. 

Bildquelle: Grafik von visualizingpalestine.org

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