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31.05.2017 11:25

Mai im besetzten Palästina

Wie die palästinensische Bevölkerung weiter unter der israelischen Besatzung leiden muss, zeigt die Zusammenstellung von Ereignissen, die wir für den Monat Mai dokumentieren.

31. Mai: Dutzende von Siedlern marschieren im Wadi Helwa, Silwan benachbart, anlässlich Ihres „Shevaot-Tages“ und attackieren palästinensische Bewohner und Eigentümer. Sie werfen Steine,, beschimpfen mit Hasstiraden und brechen Autospiegel ab. (Maan)

Fortgesetzt stürmen Siedler auf das Gebiet der Al-Aqsa-Moschee und provozieren Gläubige unter dem Schutz der israelischen Besatzungstruppen. Gestern erstürmten 198 Siedler das Gebiet, heute Morgen sind es 150 Siedler. (PNN)

30. Mai: Die israelische Marine feuert auf verschiedene palästinensische Fischerboote, nordwestlich von Gaza-Stadt und verletzt einen Fischer. (IMEMC)

In Barta’a, südwestlich von Jenin nehmen die israelischen Besatzungstruppen den 17-jährigen Ali Abdul-Rahim Kabaha fest. Gefesselt und mit verbundenen Augen bringen sie ihn an einen unbekannten Ort. (IMEMC)

29. Mai: Die israelische Zivilverwaltung kündigt den Bau einer neuer Siedlung südlich der Stadt Nablus für die Siedler, die Amona verlassen mussten, an. Das dafür benötigte palästinensische Land soll annektiert werden. (Al Quds)

Die israelische Regierung hält ihre wöchentliche Sitzung erstmalig in der Nähe der Buraq-Mauer in Jerusalem ab (Sonntag).Zudem stimmte sie einem ganzen Paket an Projekten zu, die auch in der Altstadt umgesetzt werden sollen. Hierzu gehört auch der Bau einer 1.4km langen Seilbann insb. für Touristen, die 50 Millionen Euro kosten wird und von der alten Bahnstation im Westteil der Stadt hoch über den Ostteil mit der palästinensischen Bevölkerung zur sog. Klagemauer führen soll. Eine solche Bahn würde die arabisch-muslimischen Viertel isolieren und den Charakter der Stadt verändern. (div. Quellen)

In der Stadt Hebron nehmen Besatzungstruppen mindestens fünf Palästinenser fest. Zuvor waren sie in Wohnhäuser eingedrungen und verwüsteten grundlos mindestens eines der Häuser. (IMEMC)

28. Mai: Mehr als 100 extremistische Siedler stürmen das Gebiet der Al-Aqsa-Moschee auf dem Haram Al-Sharif. Dies geschieht unter dem Schutz der israelischen Besatzungstruppen am zweiten Tag des heiligen Fastenmonats Ramadan. (IMEMC)

27. Mai: In der Stadt Hebron und in Beit Ummar, Westbank werden viele Palästinenser durch den Einsatz von Tränengas, dass die Besatzungstruppen gegenüber palästinensischen Jugendlichen einsetzen, verletzt. Zu gleichen Verletzungen kommt es auch bei der wöchentlichen Demonstration gegen die Mauer in Kufur Qaddoum, östlich der Stadt Qalqilia. Dutzende erleiden Verletzungen durch die Einatmung von Tränengas. (IMEMC)

26. Mai: In Hebron werfen radikale Siedler Steine und Müll auf palästinensische Geschäfte und Läden. Dies geschah unter dem Schutz der israelischen Besatzungstruppen, die sie gewähren ließen und nicht eingriffen. (Maan)

25. Mai: Im Zuge von nächtlichen Razzien nehmen die israelischen Besatzungstruppen 36 Palästinenser an verschiedenen Orten der Westbank fest. (Maan)

Der vierjährige Ahmad Mithqal Al-Jaabari wird verletzt als ein Siedler seinen Wagen in das Kind, dass im Stadtgebiet von al-Ras spielte, steuert. Das UN-Büro (OCHA) dokumentierte für das Jahr 2016 allein 107 solcher Siedlerattacken gegen Palästinenser und ihre Eigentümer. (Maan)

24. Mai: Im Flüchtlingslager Aida, nördlich der Stadt Bethlehem, werden zwei palästinensische Jugendliche von Besatzungstruppen geschlagen und verhaftet. Beide Jugendliche waren auf dem Heimweg, nachdem sie Prüfungen in der Schule abgelegt hatten. (WAFA)

23. Mai: In der Ortschaft Burin, südlich von Nablus, verbrennen Siedler Felder mit Olivenbäumen. (Paltimes)

22. Mai: Israelische Truppen eröffnen das Feuer auf palästinensische Bauern und Fischer im Gaza-Streifen. (Maan)

21. Mai: Insgesamt 21 Palästinenser nehmen Besatzungstruppen im Zuge von nächtlichen Razzien in der Westbank und Ost-Jerusalem fest. (Maan)

20. Mai: Israelische Besatzungstruppen errichten verschiedene Checkpoints um das Dorf Dura, südlich von Hebron und behindern durch Kontrollen Fahrzeuge, Waren und Personen. (Maan)

Am Checkpoint Qaladiya, zwischen Jerusalem und Ramallah, nehmen die Besatzungstruppen ein 14-jähriges palästinensisches Mädchen fest. Ihr wird vorgeworfen, einen Angriff mit einem Messer auf die Besatzungssoldaten geplant zu haben. Ein veröffentlichtes Video zeigt das Mädchen, jedoch kein Messer. (Maan)

19. Mai: In Hebron und Nablus nehmen israelische Besatzungstruppen insgesamt fünf Palästinenser fest. Unter den festgenommenen ist ein ehemaliger Gefangener; auch sein Auto wird beschlagnahmt. (WAFA)

Siedler feuern auf ein palästinensisches Fahrzeug und sprühen rassistische Graffiti in der Ortschaft Burin, südlich der Stadt Nablus an Mauerwände. (WAFA)

18. Mai: Ein Siedler feuert in eine friedlich protestierende Protestkundgebung in Huwwara, südlich von Nablus in der Westbank und tötet den 23-jährigen Mo’taz Bani Shamsa aus Beita, und verletzt den palästinensischen Journalisten Majdi Ishtaqeh sowie drei weitere Palästinenser als er sein Auto gezielt in einen Ambulanzwagen des palästinensischen Roten Halbmondes steuerte. (Maan)

17. Mai: Siedler und israelische Besatzungssoldaten attackieren eine Gruppe friedlich protestierender Palästinenser und Journalisten im besetzten Ost-Jerusalem. Areen Za’anin erleidet Prellungen und Schnittverletzungen, drei Palästinenser nehmen die Besatzungstruppen fest. Am gleichen Abend erleiden mehrere Palästinenser Verletzungen durch Tränengas und Gasbomben. Sie hatten friedlich am Qalandia-Checkpoint ebenfalls in Solidarität mit den hungerstreikenden Gefangenen protestiert. (IMEMC)

16. Mai: Sieben jugendliche Palästinenser werden am nördlichen Eingang von Al-Bireh, in der besetzten Westbank gelegen, von israelischen Besatzungssoldaten verletzt. (Safa)

Israelische Behörden kündigen den Bau von mehr als 200 neuen Wohneinheiten in der ultra-orthoxen Siedlung Kochav Yaakov, in der Nähe von Jerusalem, in der besetzten Westbank, an. (PNN)

Im Zuge nächtlicher Razzien nehmen die israelischen Besatzungstruppen mindestens 13 Palästinenser in der Westbank und in Jerusalem fest. (WAFA)

Der am Montag von israelischen Marineeinheiten an der Küste des Gaza-Streifens verletzte 28-jährige Fischer Mohammed Najed Baker erliegt seinen Verletzungen. (Samanews)

15. Mai: Am heutigen 69. Jahrestag der NAKBA werden mehrere Palästinenser in verschiedenen Städten der Westbank, darunter in Bethlehem verletzt als sie in Erinnerung an die anhaltenden Vertreibungen und  in Solidarität mit den hungerstreikenden Gefangenen friedlich protestieren. (div. Quellen)

Der 35-jährige Ghassan Mutasib wird von einem Siedler in der Nähe der Stadt Hebron, an der Baq’a-Kreuzung verletzt. (PNN)

Marineeinheiten der israelischen Besatzungsarmee nehmen insgesamt sechs palästinensische Fischer im Gaza-Streifen fest, nachdem sie Augenzeugenberichten zufolge das Boot von Amin Abu Warda heftig beschossen hatten. Drei seiner Söhne wurden verhaftet, drei weitere Fischer aus dem Shati-Camp etwas früher, sie waren ebenfalls auf dem Meer zum Fischen.  (Alquds)

Jamal und Mohammad al-Ghoul, zwei palästinensische Kinder, werden aus ihrem Elternhaus in Ras al-Amoud, benachbart Silwan, von Besatzungstruppen entführt und in ein Vernehmungszentrum gebracht. Zuvor hatten die Besatzungssoldaten im Zuge von Razzien das Wohnhaus der Familie durchsucht. Dutzende Tränengas und Rauchbomben verletzen mehrere Palästinenser, darunter auch Kinder. (IMEMC)

14. Mai: Am Samstag wird ein palästinensisches Kind verletzt als es von einem Polizeiwagen der israelischen Besatzungstruppen überfahren wird. (Paltimes)

Der Leiter des Gesundheits- und Entwicklungssektors in Gaza, Basem Naeem, berichtet von einer Krise im Gesundheitssektor aufgrund fehlender Medikamenten und ausbleibender Milch für Säuglinge und Kinder aufgrund der israelischen Abriegelungen des Küstenstreifens. (IMEMC) 

Israelische Besatzungstruppen verhaften 10 Palästinenser während nächtlicher Razzien, darunter drei in Jenin, je zwei in Bethlehem, Qalqilia und Jerusalem und einen Palästinenser in Tubas. (WAFA)

13. Mai: Am Tor zum Eingang der Al-Aqsa-Moschee töten Besatzungstruppen einen Palästinenser. Er soll einen israelischen Soldaten angegriffen haben. Daraufhin wurden alle Zugänge von israelischen Truppen geschlossen. Damit erhöht sich die Zahl der von Israel seit 2015 getöteten Palästinenser auf 309. (WAFA)

12. Mai: Der 23-jährige Saba Abu Ubeid wird von israelischen Besatzungstruppen in der Ortschaft Nabi Saleh, im Gebiet von Ramallah (Westbank) während Protesten in Solidarität mit den hungerstreikenden Gefangenen erschossen. Damit erhöht sich die Zahl der von Israel getöteten Palästinenser seit Beginn des Jahres auf 21. (Maan)

Israelische Besatzungstruppen schließt die Hauptverbindungsstraße zu Al-Khader, Gebiet um Bethlehem, da Siedler einen Marathon laufen. (Maan)

11. Mai: Hunderte von Siedlern stürmen unter dem Schutz der Besatzungstruppen das Josephs Grab in Nablus, in der Westbank und zelebrieren religiöse Rituale. (Safa)

Mindestens 10 Olivenbäume auf palästinensischen Feldern südlich der Stadt Nablus werden von Siedlern in Brand gesteckt. Zudem bewerfen die Siedler das Wohnhaus der Familie von Hamdi al-Zaben mit Steinen. (Alquds)

10. Mai: Israelische Beamte in den Gefängnissen versuchen durch massiven Druck und gewaltsame Maßnahmen den Streik der hungernden Gefangenen zu brechen. Ein Anwalt des palästinensischen Komitees für die Angelegenheiten Gefangener berichtet, dass den hungerstreikenden Gefangenen mehrfach Wasser über das Gesicht geschüttet wird, ihnen Salz verweigert wird, das sie nehmen, um ihren Kreislauf zu stabilisieren und sie in schmutzigen Zellen gehalten werden. Zudem wird ihnen das Wechseln der Kleidung untersagt. Mehr als 1.600 palästinensische Gefangene befinden sich den 24. Tag in Folge in einem unbefristeten Hungerstreik (Maan)

09. Mai: Ein 17-jähriger Jugendlicher wird am Montagnachmittag von israelischen Besatzungstruppen in den Bauch geschossen. Die Tat geschah in der Ortschaft Nabi Saleh, nordwestlich der Stadt Ramallah, in der besetzten Westbank. (Safa)

Im besetzten Jerusalem sprüht eine Gruppe von radikalen Siedlern rassistische Sprüche und Graffiti an Wände und Autos. (Maan)

07. Mai: Israelische Truppen erschießen die 16-jährige Fatima Afif Abd al-Rahman Hjeiji aus der Ortschaft Qarawat Bani Zeid, im Gebiet von Ramallah. Sie soll am Damaskus-Tor in Jerusalem angeblich ein Messer gegen einen israelischen Soldaten gerichtet haben. Hjeiji ist das 20. Todesopfer seit Beginn des Jahres. Unter ihnen sind auch sieben Minderjährige. (Maan)

Obwohl mehr als 20% der Israelis zur arabischen Bevölkerung gehören und ihre Amtssprache Arabisch ist will die israelische Regierung Arabisch als zweite Amtssprache abschaffen. Ein israelischer Ministerausschuss billigt einen entsprechenden Gesetzesentwurf. (Times of Israel)

Erneut nimmt die Marine der israelischen Besatzungsarmee palästinensische Fischerboote an der Küste des Gaza-Streifens unter Beschuss. Schätzungen zufolge gibt es rund 4.000 palästinensische Fischer im Gaza-Streifen. Ihnen ist nur erlaubt innerhalb von sechs Seemeilen zu fischen. Doch immer wieder werden sie von der israelischen Marine beschossen und mit Gewalt an die Küste zurückgedrängt. Parallel zum Beschuss der Marine dringen östlich von Deir al-Balah israelische Militärfahrzeuge vor. (Maan) 

06. Mai: Besatzungstruppen entführen den früheren politischen Gefangenen Essam Mansour aus Deir Istiya, östlich von Salfit und bringen ihn zu einem unbekannten Ziel. (IMEMC)

Im Zuge einer friedlichen Protestaktion verletzten Besatzungssoldaten in Kufur Qaddoum, östlich von Qalqilia, drei Palästinenser, darunter einen Jugendlichen und einen Journalisten. Mehrere Palästinenser erleiden durch das Einatmen von Tränengas Verletzungen. (IMEMC)

05. Mai: Israelische Besatzungstruppen zerstören mit Bulldozern in Sur Bahir, in Ost-Jerusalem ein rund 100qm großes Wohnhaus. Die sechsköpfige palästinensische Familie, das jüngste Kind ist gerade einmal acht Jahre alt, ist obdachlos. (Maan)

Israelische Besatzungssoldaten schießen mit scharfer Munition auf mehrere Palästinenser und verletzten fünf, weitere werden durch das eingesetzte Tränengas und Gummigeschosse verletzt. Eine Gruppe von Palästinensern hatte sich in Nabi Saleh, nördlich von Ramallah zu einem friedlichen Protest in Solidarität mit den hungerstreikenden Gefangenen versammelt. (IMEMC)

04. Mai: Israelische Truppen feuern Geschosse, Blendgranaten und Tränengas in ein palästinensisches Krankenhaus in Ramallah. Mehrere unter den 256 Patienten, darunter auch Kinder, erleiden Verletzungen, insb. durch das Tränengas. (Maan)

Dutzende von Palästinenser, darunter auch zwei Journalisten erleiden Verletzungen als israelische Besatzungssoldaten einen friedlichen Protestmarsch in Solidarität mit den gefangenen Hungerstreikenden gewaltsam in Bethlehem auflösen. (Maan)

03. Mai: In der Ortschaft Yatta, in der südlichen Westbank, überfährt ein israelischer Siedler mit seinem Auto den 8-jährigen Laith Youisf Shatat, der am Straßenrand an seiner Schule wartete. Shatats erlittene Verletzungen werden in einem Krankenhaus behandelt. (Maan)

02. Mai: Mazen Muhammad al-Mughrabi, 45 Jahre alt, aus dem Dorf Abwein im Distrikt Ramallah, stirbt an Nierenversagen. Das Nierenleiden zog er sich in Folge der mangelnden medizinischen Behandlung während seiner Inhaftierung in einem israelischen Gefängnis zu. Seine Entlassung erfolgte vor zwei Jahren. (Maan)

Israelische Besatzungstruppen schießen auf den 13-jährigen Jihad Muhammad Tamimi im Dorf Deir Nidham mit gummiummantelten Stahlgeschossen und setzen Tränengas ein. Der Junge wird am Fuß getroffen. (Maan)

01. Mai: Seit gestern sind die palästinensischen Gebiete für mind. drei Tage abgeriegelt. Die Abriegelungen sind eine gängige Praxis der israelischen Behörden an Feiertagen. (div. Quellen)

In nächtlichen Razzien stürmen die Besatzungstruppen mehrere Wohnhäuser in der besten Westbank und nehmen in Abu Sneineh, dem Stadtzentrum von Hebron benachbart, vier Palästinenser fest. Unter ihnen sind zwei 17-jährige Jugendliche. (Maan)

BITTE BEACHTEN SIE:  Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

Bildquelle: Palästinensische Schulkinder an einem Checkpoint in Hebron (Maan)

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