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30.06.2017 13:25

Juni im besetzten Palästina

Wie die palästinensische Bevölkerung weiter unter der israelischen Besatzung leiden muss, zeigt die Zusammenstellung von Ereignissen, die wir für den Monat Juni dokumentieren.

Marine der Besatzungstruppen feuert auf palästinensische Fischer

30. Juni: Rund 30 rechtsradikale Siedler attackieren drei Palästinenser in Jerusalem. Die Tat geschah bereits vor drei Wochen, jedoch veröffentlichte das Video nach Maan nun auch Haaretz. (div. Quellen)

Am frühen Freitagmorgen dringen Besatzungstruppen in Jenin, Westbank, vor und eröffnen das Feuer auf eine Gruppe Jugendlicher. Dabei wird der 14-jährige Ahmad Abdul-Hadi Saffouri in den Arm und die Brust getroffen und lebensgefährlich verletzt. Mohammed Amin Mer’ey erleidet eine Schussverletzung im Oberschenkel. Mehrere Palästinenser erleiden durch das eingesetzte Tränengas Verletzungen. Zugleich werden im Zuge von Razzien in Al-Fandaqumiya der 22-jährige Hasan Saleh Ibrahim und der 35-jährige Sobhi Mahmoud Bas’oud festgenommen.  (IMEMC)

29. Juni: Während der für Muslime heiligen Feiertage Eid Al-Fitr verhaften die Besatzungstruppen insgesamt 45 Palästinenser, so die Palästinensische Vereinigung für die Angelegenheiten Gefangener, darunter ein Mitglied des palästinensischen Legislativrates und eine Frau. (WAFA)

Durch Gummi-Geschosse und eingesetztes Tränengas werden mehrere Palästinenser verletzt als Besatzungstruppen in die Ortschaft Bil’in, in der Westbank, eindringen. Ein Palästinenser wird festgenommen. (IMEMC)

28. Juni: Verdeckt operierende israelische Besatzungssoldaten dringen in das Gebiet von Jabal Johar, südlich der Stadt Hebron ein und töten den 23-jährigen Eyad Monir Arafat Gheith. Angeblich haben die Soldaten nach Waffen gesucht und dabei auf den 23-jährigen gefeuert. Dem palästinensischen Gesundheitsministerium zufolge ist der Körper des Getöteten von Schüssen durchsiebt. (IMEMC)

27. Juni: In Beit Jala zerstören Besatzungstruppen ein palästinensisches Haus unter dem Vorwand, dass der Eigentümer Essa Abdullah Hafi es ohne israelische Genehmigung errichtet hat. (WAFA)

26. Juni: Das Büro des israelischen Premiers gibt grünes Licht für das Planungs- und Bauministerium in Jerusalem zur Errichtung von insgesamt 7.000 neuen Wohneinheiten. Sie sollen in den völkerrechtswidrigen Siedlungen Gilo, Har Homa, Pisgat Zeev, Ramat Shlomo und Ramot gebaut werden. (IMEMC) 

Rechtsradikale Siedler dringen nach Tarsla, in der Nähe der Ortschaft Sanour, südlich der Stadt Jenin vor. Sie praktizieren religiöse Rituale und rufen dabei rassistische und antiarabische Parolen. (WAFA)

24. Juni: In Jenin, in der Westbank nehmen israelische Besatzungstruppen drei Palästinenser fest. Es sind ein 22-jähriger Palästinenser aus Zbooba, ein ehemaliger Inhaftierter, der für siebeneinhalb Jahre bereits inhaftiert war und auf dem Nachhauseweg war sowie ein 24-jähriger in Bethlehem. (WAFA)

22. Juni: In Abu Dis, Ost-Jerusalem, werden 30 Palästinenser durch das Inhalieren von Tränengas, dass die Besatzungstruppen einsetzen, verletzt. Drei weitere werden von Gummi-Geschossen getroffen. (Alquds)

21. Juni: Der 23-jährige Baha‘ Hirwabi aus Ezzariyeh wird von Besatzungstruppen am Checkpoint in der Nähe der Ortschaft Jaba, nordöstlich von Jerusalem, erschossen. Er soll eine Messerattacke geplant haben. Im Zuge von Razzien nehmen die Truppen abends seinen Vater fest. (Alquds)

20. Juni: Siedler attackieren mit Steinen mehrere palästinensische Fahrzeuge in Nablus in der Nähe der völkerrechtswidrigen Siedlung Shavei Shamron. (Safa)

19. Juni: Die israelischen Besatzungstruppen dringen auf das Gebiet der Al-Aqsa-Moschee vor. Mindestens 30 werden durch Pfefferspray, Schlagstöcke und Tränengas verletzt, acht nehmen die Besatzungstruppen fest. (Alquds)

18. Juni: Sechs Palästinenser, zumeist Minderjährige, nehmen die Besatzungstruppen in morgendlichen Razzien fest. Es handelt sich um Mustapha Ghazala (15), Mohammed Tamimi (20, Yazan Basti (16), Zein Basti (15), Majd Sharifa (16 und Nizar Qirrish (15). (Safa)

Erneut feuert die Marine der Besatzungsarmee auf palästinensische Fischer vor der Küste des Gaza-Streifens. (Maan)

16. Juni: Die Zugänge und Umgebung zur Stadt Hebron werden mit mehreren Checkpoints versehen, die Besatzungstruppen errichten und dadurch der palästinensischen Bevölkerung ihre Bewegungsfreiheit einschränken. (Maan)

Adel Hassan Ahmad Ankoush (18), Baraa ibrahim Saleh Taha (18) und Usama Ahmad Dahdouh (19) werden von Besatzungstruppen in der Nähe des Damaskus-Tor in Jerusalem erschossen. Sie sollen die Besatzungssoldaten angegriffen haben. Mehrere Palästinenser wurden durch Schrapnelle verletzt, die Besatzungssoldaten abfeuerten. Auch eine 23-jährige Besatzungssoldatin starb. (div. Quellen)

15. Juni: Der 8-jährige Bashar Abdel-Ghazal aus Beit Furik, nördlich der Stadt Nablus überlebt eine versuchte Hinrichtung israelischer Siedler. Am späten Mittwochabend wurde das taube Kind, so örtliche Quellen, Palästinensern übergeben. Zuvor war es in der Siedlung Itamar gefesselt gefangen gehalten worden. An seinem Körper finden sich Spuren von Folter und Gewalt, außerdem wies die Haut Verbrennungen auf, die durch Plastikmaterialien verursacht werden. Der Vater des Kindes war am Mittwoch verstorben. (JMCC)

Im Zuge nächtlicher Razzien werden in der Westbank an verschiedenen Orten mindestens 12 Palästinenser von Besatzungstruppen verhaftet und an einen unbekannten Ort verbracht. (Maan)

14. Juni: Vier Busse mit Siedlern dringen auf das archäologisch-bedeutsame Gebiet von Sabastiya, nördlich von Nablus, vor. Israelische Besatzungstruppen erklärten das Gebiet daraufhin für geschlossen und untersagten ortsansässigen Palästinensern das Betreten. Immer wieder wird das Gebiet zum Ziel von Siedlerangriffen, die Restaurants und kleinere Geschäfte zerstören. In dem betreffenden Gebiet möchten die Siedler eine eigene Straße errichten. (Alquds)

13. Juni: Israelische Besatzungstruppen nehmen ein palästinensisches Mädchen unter dem Vorwand, eine Messerattacke geplant zu haben, fest. Sie soll sich in der Nähe der Ibrahimi Moschee in Hebron aufgehalten und ein Messer getragen haben. (PNN)

12. Juni: Im Jordantal erhalten mehrere Bewohner Abrissverfügungen Häuser und Strukturen, darunter auch Besitzer von zwei Häusern aus Wellblech, in denen zwei Familien mit 13 Familienmitgliedern leben. (Al Quds)

Besatzungstruppen verhaften Wasfi Qubaha, den früheren Minister für die Angelegenheiten Gefangener, indem sie sein Haus in Jenin, in der Westbank überfielen. Qubaha wurde erst vor 50 Tagen aus israelischer Haft entlassen. (Safa)

Das israelische Kabinett beschließt, die Elektrizitätslieferungen in den Gaza-Streifen zu drosseln. Die Entscheidung verstärkt die humanitäre Krise für die palästinensische Bevölkerung. (div. Quellen)

11. Juni: In Hebron hindern israelische Besatzungssoldaten Palästinenser am Zugang zur Ibrahimi Moschee. Rund 300 Palästinenser mussten daraufhin ihr Gebet an einem Checkpoint vor den Besatzungssoldaten verrichten. (Al Ayyam)

08. Juni: Besatzungssoldaten halten vier junge Palästinenser in Jabal Mukabber, südöstlich von Jerusalem fest und verhängen jeweils eine Geldstrafe in Höhe von 350 Schekel. Sie sollen Siedler in der völkerrechtswidrigen Siedlung Neve Tzion gestört haben. (Safa)

06. Juni: Drei Palästinenser werden durch israelischen Beschuss im Gaza-Streifen verletzt, ein Palästinenser in Rafah und die beiden anderen in Jabalia. (Safa)

05. Juni: Das israelische Ministerium gibt Pläne zur Installation von 1.000 neuen Kameras in den Straßen von Ost-Jerusalem bekannt. Seit Beginn des Jahres wurden bereits durch israelische Sicherheitskräfte 2.000 Kameras zur Kontrolle der Straßen in der Altstadt von Jerusalem, aber auch für die neue Siedlung im muslimischen Viertel montiert. (Al Quds)

04. Juni: Fünf Palästinenser aus Jerusalem werden unter dem Vorwand, eine Attacke auf Siedler und Besatzungssoldaten geplant zu haben, im Gebiet der Al-Aqsa-Moschee verhaftet. Al Quds)

02.Juni: Die 16-jährige Nawf Eqab Enfei’at aus Ya’bad, südwestlich von Jenin in der Westbank, erliegt ihren schweren Schussverletzungen, die ihr israelische Besatzungssoldaten unter dem Vorwand eines Messerangriffs zugefügt hatten. Mehr als eine Stunde wurde ihr die medizinische Versorgung des herbeigerufenen Krankenwagens von den Soldaten verweigert. (div. Quellen)

Im Zuge nächtlicher Razzien nehmen die Besatzungstruppen acht Palästinenser in verschiedenen Orten der Westbank fest. (Maan)

01.Juni: Am Internationalen Kindertag veröffentlicht das palästinensische Informationsministerium neue Statistiken zu Kindern und Jugendliche. So wurden von Besatzungssoldaten zwischen dem Jahr 2000 (Beginn der 2. Intifada) und April 2017 rund 3.000 palästinensische Kinder und Jugendliche getötet. Seit Beginn der Unruhen im Oktober 2015 töteten Soldaten 72 palästinensische Kinder. Das jüngste Opfer ist ein acht Monate altes Baby, dass an den Folgen der Inhalation von Tränengas starb, dass die Besatzungssoldaten immer wieder gegenüber der palästinensischen Bevölkerung einsetzen. In einer Spanne von 17 Jahren wurden 12.000 Kinder von Israel in Haft genommen, viele geschlagen, gefoltert. (Informationsministerium)

BITTE BEACHTEN SIE:  Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

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