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05.07.2017 13:46

10 Jahre Blockade des Gaza-Streifens

In dieser Woche bricht das 10. Jahr der Wasser-, Land- und Luftblockade des Gaza-Streifens durch das israelische Militär an. Im 365 km² schmalen Küstenstreifen sind 1,9 Millionen Palästinenser gefangen.

Diese können nicht in den restlichen Teil des besetzten Palästinas und die Außenwelt gelangen. Israel hat zudem eine Blockade auf die Ein- und Ausfuhr von Waren und Gütern verhängt, so dass Gaza, von ausländischer Hilfe abhängig, in eine schwere humanitäre Krise gesteuert ist. 

Während der Blockade haben die Menschen in Gaza drei Kriege erdulden müssen – der letzte begann am 3. Juli vor drei Jahren. UN-Schätzungen zufolge fanden 2.251 Palästinenser den Tod, 11.231 wurden verletzt und die Infrastruktur des Gaza-Streifens zerstört. Auch weiterhin werden Palästinenser von Israel kollektiv bestraft, grundlegende Menschenrechte verweigert und jegliche wirtschaftliche Perspektive untergraben. Armut und Abhängigkeit von internationalen Hilfen lassen die Menschen verzweifeln. 

Die Blockade des Gaza-Streifens ist illegal und stellt eine Kollektivbestrafung der palästinensischen Bevölkerung dar. Im Jahr 2012 veröffentlichte bereits das UN-Länderteam den Bericht „Gaza im Jahr 2020: Ein lebenswerter Ort?“ und warnte vor der verheerenden Blockade und irreversiblen Schäden, die diese anrichten würde, wenn sie weiterhin bestünde. Das UN-Büro OCHA veröffentlichte in seinem Bericht dramatische Zahlen zu den humanitären Auswirkungen der Blockade:  Von den 1,9 Millionen Palästinenser sind 1,3 Millionen auf humanitäre Hilfe angewiesen. So leben 47% aller Haushalte unter mittleren bis schweren Nahrungsmittelunsicherheiten. Lediglich 5% haben Zugang zum Trinkwassernetz. Mitte 2016 betrug die Arbeitslosenquote 42% und ist damit eine der höchsten in der Welt. Unter den jugendlichen Palästinenser lag sie sogar bei 60%). 

Über den jeweiligen Link gelangen Sie zur Grafik "Gaza's Untold Story" und "Gazas Trinkwasser". 

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