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10.07.2017 14:23

UNESCO: Die palästinensische Stadt Hebron ist Weltkulturerbe

Mit überwältigender Mehrheit hat die UNESCO die Altstadt Hebrons (Al-Khalil) in einer Abstimmung am vergangenen Freitag zum Weltkulturerbe erklärt. Zugleich setzte das im polnischen Krakau tagende Komitee die Stadt Hebron auf die Rote Liste gefährdeter Stätten.

Israelische Besatzungssoldaten patrouillieren vor der Abrahamsmoschee

Die UNESCO-Entscheidung für Hebron fiel in einer geheim gehaltenen Abstimmung mit 12 Stimmen, die dafür stimmten. Es gab drei Gegenstimmen und sechs Enthaltungen. 

Die UNESCO will mit ihrer Entscheidung insbesondere die in der Mamluken-Zeit zwischen 1250 und 1517 entstandenen Bauten in der Altstadt und die Abrahamsmoschee schützen. Denn immer wieder kommt es zu Zerstörungen dieses wertvollen Kulturerbes durch die 600 jüdischen Siedler, die in der Stadt auf engstem Raum zur palästinensischen Bevölkerung leben. 

In einer Erklärung begrüßte das palästinensische Außenministerium die UNESCO-Entscheidung als Sieg für Toleranz und Vielfalt. „Heute hat die absolute Mehrheit der Mitglieder die einzige logische und richtige Entscheidung getroffen, dass die Altstadt von Hebron Teil des Weltkulturerbes ist. Wir, Palästina und die Welt, feiern heute die Entscheidung der UNESCO (…) als ein Urteil, dass Geographie, Religion, Politik und Ideologie transzendiert. 

Die Abstimmung spiegelt die Fakten wieder und nicht das schamlose, hochkarätige politische Mobbing und die Erpressungsversuche. Hebron ist eine Stadt im Herzen des Staates Palästina, das als Weltkulturerbe sehr wertvoll ist und Milliarden von Menschen der drei monotheistischen Religionen auf der ganzen Welt heilig ist. Hebrons Altstadt und die heiligen Stätten sind durch unverantwortliche, illegale und höchst schädliche Aktionen Israels, der Besatzungsmacht, das in der Stadt ein Regime von Trennung und Diskriminierung durch ethnischen Hintergrund und Religion aufrechterhält, höchst bedroht. (…)“

Des Weiteren heißt es in der Erklärung, dass Palästina sehr stolz auf seine reiche und vielfältige Geschichte ist. Dieses Mosaik aus Kulturen, Religionen und Zivilisation fügt sich der Stärke der tiefen Wurzeln in der Heimat Palästina hinzu, es beeinträchtigt sie jedoch nicht. Und weiter heißt es, dass Palästina auch zukünftig seine wichtigen historischen Stätten als Teil des Welterbes verteidigen und jedem Versuch entgegentreten wird, Palästina oder seine Geschichte als Geisel von Agenda oder Aktionen für Intoleranz und Ausgrenzung zu verwenden.

Palästina ist seit 2011 UNESCO-Vollmitglied. Nach Jerusalem (1982) wurden die Geburtskirche Jesu Christi und der Pilgerweg in Bethlehem (2012) sowie die Kulturlandschaft von Süd-Jerusalem, Battier (2014) in die Liste als Weltkulturerbe aufgenommen. 

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