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11.07.2017 10:06

Israelische Schulbücher: Wo ist Palästina?

Die Inhalte palästinensische Schulbücher sind immer wieder Gegenstand diverser Untersuchungen und Forschungen. Nur allzu oft werden damit ganz bestimmte politische Ziele verfolgt und vorangetrieben.

Untersuchungen israelischer Schulbücher sind selten und gelangen noch seltener in die Öffentlichkeit und das, obwohl in ihnen Palästina entweder gar nicht existiert oder die Darstellung der Palästinenser ausschließlich negativ ist. 

Tatsächlich gibt es eine Reihe von wissenschaftlichen Studien: So veröffentlichte bspw. Nurit Peled-Elhanan von der Hebräischen Universität eine Publikation, in der sie 17 israelische Schullehrbücher zur Geschichte, Geographie und zu Zivilstudien untersuchte. Peled-Elhanan beschreibt die Art und Weise, wie junge Israelis auf den Wehrdienst vorbereitet werden, als Rassismus. In einem Lehrbuch heißt es, dass der palästinensische Exodus im Jahr 1948 nach dem brutalen Massaker an der palästinensischen Bevölkerung durch israelische Milizen bei Deir Yassin „ein schreckliches demographisches Problem“ für Israel gelöst hat. Der israelische Präsident Chaim Weizman sprach gar von einem „Wunder“. 

Darüber hinaus gibt es auch eine Studie von Wissenschaftlern zur Darstellung Palästinas und der Palästinenser, die im Auftrag der US-Regierung die Inhalte israelischer Schulbücher prüften. Diese Studie ergab, dass 76% aller israelischen Bücher, die vom Bildungsministerium genehmigt wurden, nicht das Grenzgebiet zwischen Jordan und Mittelmeer zeigten. Israelische Schüler gewinnen den Eindruck, dass dieses Gebiet in seiner Gesamtheit damit zu Israel gehört. Die daraufhin vom US-Außenministerium ausgesprochenen Empfehlungen wurden von Israel abgelehnt und boykottiert. 

Die israelischen Schulbücher, die Bildungs- und Erziehungsgrundlage an israelischen Schulen sind, ignorieren die palästinensische Geschichte und Kultur, aber auch die Präsenz des palästinensischen Volkes. So ist die fehlende Darstellung ein weiteres Symptom für das übergreifende System, dass die israelische Besatzung fortgesetzt gegenüber der palästinensischen Bevölkerung ausübt. Mit einer Geschichte, die der israelischen Ideologie entspricht, wird der Anspruch mittels exklusiv jüdisch-israelischer Kontrolle auf das besetzte palästinensische Land bewahrt. 

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