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02.08.2017 08:17

Juli im besetzten Palästina

Wie die palästinensische Bevölkerung weiter unter der israelischen Besatzung leiden muss, zeigt die Zusammenstellung von Ereignissen, die wir für den Monat Juli dokumentieren.

31. Juli: Eine Gruppe von 300 Siedlern bricht unter dem Schutz der israelischen Armee in die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem ein. (Al Ayyam)

In der Stadt Azzoun, östlich der Stadt Qalqilya gelegen, beziehen Besatzungssoldaten mehrere Wohnhäuser, um sie zukünftig als Militärlager zu nutzen. Die palästinensischen Wohnhäuser sollen auch mit Stacheldraht eingezäunt werden. Auch den Hauptwassertank, der die Bewohner der Stadt mit Trinkwasser versorgt, übernehmen die Soldaten als „Überwachungsstation“. (Al Quds)

Israel lässt 33 palästinensische Bewohner Jerusalems festnehmen. Sie hatten in Solidarität an Protestaktionen gegen die Veränderung am Status Quo des Haram Al-Sharifs mit der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem teilgenommen. (Maan)

30. Juli: Besatzungstruppen schließen zum dritten Mal an einem Tag die Verbindungsstraße zwischen Ramallah und dem Flüchtlingslager Jalazun, nördlich der Stadt Ramallah in der Westbank gelegen. Auch in in Ramallah wird ein Checkpoint mit großen Zementblöcken verschlossen, so dass die palästinensische Bevölkerung die Stadt weder betreten noch verlassen kann. (div. Quellen)

Seit dem 14. Juli starben nach Angaben des palästinensischen Roten Kreuzes 15 Palästinenser: Mohammed Ahmed Jabarin, Mohammed Hamed Jabarin, Mohammed Ahmed Mufdel Jabarin aus Umm al-Fahm, Mohammed Sharaf, Mohammed Abu Ghannam, Mohammed Lafi, Youssef Kashour und Mohammed Kanaan aus Jerusalem und Umgebung. Bara’a Mahamdeh, Mohammad Tannouh und Abdallah Taqatqah aus Bethlehem, Ammar al-Tirawi aus Ramallah, Uday Nawaja aus Tubas und Abdel Rahman Abu Hamsieh aus dem Gaza-Streifen. (Safa)

Die Hälfte der im israelischen Krieg gegen den Gaza-Streifen im Jahr 2014 zerstörten Wohnhäuser (11.000) konnte bis heute nicht wieder aufgebaut werden. Israel beschränkt die Einfuhr der dringend benötigten Baumaterialien. (Maan)

29. Juli: Israelische Besatzungstruppen dringen in das Büro von PalMedia ein, durchsuchen die Räume, beschlagnahmen die technische Ausrüstung und Dokumente und lassen das Büro verwüstet zurück. (Maan)

Israelische Besatzungstruppen schießen und verwunden den 33-jährigen Faed Saleh Odeh Moussa als er auf seinem eigenen Land die Bäume in Salfit bewässern will. (Maan)

28. Juli: Israel verbietet 21 Palästinensern das Betreten der Al-Aqsa-Moschee für 15 Tage. In den Nachtstunden nehmen die Truppen rund 100 Palästinenser in Jerusalem fest. (Maan)

27. Juli: Der 25-jährige Muhammad Kanaan erliegt seinen schweren Verletzungen, die Besatzungstruppen ihm in seiner Heimatstadt Hizma, im Gebiet Jerusalem einen Tag zuvor zugefügt hatten. (Maan) 

Nach Angaben des Roten Kreuzes wurden seit 14. Juli rund 1.090 Palästinenser verletzt, darunter sind Schussverletzungen mit scharfer Munition und Gummigeschossen, Tränengas und physische Verletzungen, wie Schläge, Tritte, Stöße. (Palästinensisches Rotes Kreuz)

In nächtlichen Razzien werden 17 Palästinenser in der Westbank an verschiedenen Orten festgenommen. (Maan)

26. Juli: Israelische Besatzungstruppen dringen östlich der Stadt Gaza auf palästinensischen Gebiet vor. Augenzeugen berichten von fünf Bulldozern, die von drei Tankwagen eskortiert werden. Auch Drohnen begleiten das Eindringen bis zur Ortschaft Juhr Al-Diek. (Palinfo)

Eine etwa 120-köpfige Gruppe radikaler Siedler bricht in ein mehrstöckiges Wohnhaus der palästinensischen Familie Abu Rajab in der Nähe der Ibrahimi-Moschee in Hebron ein. Unter dem Schutz der Besatzungsarmee, die sich nur vor dem Wohnhaus versammelt und zusieht, besetzen die Siedler das palästinensische Haus. Anschließend erklärten die Besatzungstruppen das Eigentum der Familie zur geschlossenen Militärzone. (IMEMC)

In nächtlichen Razzien nehmen die Besatzungstruppen 34 Palästinenser, darunter auch eine ehemalige inhaftierte Palästinenserin fest. Die Festnahmen geschahen im Gebiet von Hebron, Jerusalem, Jenin und Bethlehem sowie Ramallah und Nablus. (WAFA)

Im Gebiet von Nablus werden zwei Palästinenser von Besatzungstruppen, die Auseinandersetzungen mit der ansässigen Bevölkerung provozierten, verletzt. (Maan) 

25. Juli: Israelische Truppen beginnen damit, die Metalldetektoren am Eingang des Haram Al-Sharifs in den Nachtstunden abzubauen. Sie sollen durch sog. Intelligente Sicherheitssysteme zukünftig ersetzt werden. Jegliche Änderungen am Haram Al-Sharif in Jerusalem lehnen gläubige Muslime in der ganzen Welt als Statusveränderung, die völkerrechtswidrig ist, ab. (div. Quellen)

In das Gebiet östlich von Qarara, in Khan Younis, im südlichen Gaza-Streifen dringen israelische Truppen vor. (IMEMC)

24. Juli: In Nablus nehmen Besatzungstruppen Hanan Abu Sirryya und ihren Sohn (18) in Nablus fest. In den morgendlichen Razzien werden sieben weitere Palästinenser in Bethlehem und Jerusalem verhaftet. (IMEMC)

Dutzende Siedler brechen in die Ortschaft Dahr al-Maleh, westlich von Jenin in der Westbank gelegen und terrorisieren die ansässige palästinensische Bevölkerung. Die gewaltbereiten Siedler sind bewaffnet, feuern mehrfach Schüsse ab und verbreiten Angst und Schrecken unter der Bevölkerung. Zeitgleich werfen Siedler Steine auf ein palästinensisches Fahrzeug, das sich auf der Straße von Nablus nach Qalqilia gefindet. (IMEMC)

Israelische Besatzungssoldaten verletzten zwei Palästinenser, nehmen in Nablus, Bethlehem, Jenin und Ramallah insgesamt 12 Palästinenser fest. (IMEMC)

In den Morgenstunden feuern Besatzungstruppen östlich von Deir al-Balah, im zentralen Gaza-Streifen gelegen, mehrere Salven ab. (IMEMC)

Mindestens 21 Palästinenser werden in der Nähe der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem verletzt als die Besatzungstruppen sie hindern, die Moschee zu betreten. (div. Quellen)

23. Juli: Mindestens 17 Palästinenser werden bei Zusammenstößen mit den Besatzungstruppen in der Nähe der Mauer in Jayyous, östlich von Qalqilia verletzt. Die Besatzungssoldaten feuerten Gummigeschosse und Tränengas ab. Zwei Palästinenser werden durch scharfe Munition verwundet und festgenommen. In Jenin, Qalqilia und Bethlehem nehmen die Truppen 12 Palästinenser fest, in der Stadt Hebron 10 Palästinenser. (IMEMC)

22. Juli: Der von Besatzungstruppen am Sonntagabend in Al-Ezaryya, östlich von Jerusalem, verletzte Yousef Abbas Kashour (24) erliegt seinen schweren Schussverletzungen. (div. Quellen)

Der 17-jährige Odai Aziz Khalil Nawaja aus Tubas verstirbt, nachdem er auf eine israelische Sprengstoffbombe getreten war, die Besatzungstruppen fallen gelassen hatten. (IMEMC)

Das israelische Wohnungsbauministerium plant ein großes Siedlungsprojekt, dass 1.100 Siedlungswohneinheiten umfasst und wonach Ramallah von Jerusalem abgeschnitten wird. (Haaretz)

Samstagabend tötet Omar Al-Abed (20) drei Siedler in einer völkerrechtswidrigen Siedlung Halamish. Er selbst wird verwundet und festgenommen. (div. Quellen)

21. Juli: Israelische Besatzungstruppen töten den 18-jährigen Mohammad Lafi und den 20-jährigen Mohammad Hasan Abu Ghannam. Der 17-jährige Mohammad Mahmoud Sharaf wird von einem bewaffneten Siedler erschossen. (div. Quellen)

Die 10-jährige Faris Nasser Al-Jabari wird in der Stadt Hebron, in der Westbank von einem Siedlerfahrzeug angefahren und verwundet. (IMEMC)

Der ca. 20 Jahre alte Palästinenser Omar Al-Abed aus Kobar, im nördlichen Ramallah in der Westbank gelegen, wird angeschossen und verletzt als er in die völkerrechtlich illegale Siedlung Halamish in der Westbank eindringt und mehrere Bewohner mit einem Messer attackiert. (Maan) 

20. Juli: Israelische Besatzungssoldaten töten den 26-jährigen Mohammad Hussein Tnouh, der angeblich die Besatzungstruppen angegriffen hat. Vier Kugeln trafen seinen Körper bevor ein Armeefahrzeug über ihn hinwegfuhr. (IMEMC)

In den frühen Morgenstunden nehmen Besatzungssoldaten in der Ortschaft Emateen, in der östlich-nördlichen Westbank gelegen, den 25-jährigen Mohammad Ahmad Obeid fest. Zuvor durchsuchten die Truppen sein Wohnhaus. (IMEMC)

19. Juli: Am Löwentor in Jerusalem attackieren israelische Soldaten ein Dutzend palästinensische Gläubige. Ein Palästinenser wird durch den Einsatz von Tränengas und Schallbomben schwer verletzt. (JMCC) 

In Hebron wird der 30-jährige Rafat Nathmi Al-Herbawi von Besatzungstruppen erschossen. Sie Soldaten eröffneten an der Straßenkreuzung Beit Einoun das Feuer auf sein Fahrzeug und erschossen ihn. (Safa)

18. Juli: Im Zuge von Auseinandersetzungen werden dutzende jugendliche Palästinenser zumeist in den Ortschaften um Jerusalem, in der besetzten Westbank, verletzt. In Silwan setzen die Besatzungstruppen scharfe Munition und Gummi-Geschosse ein. In Al-Issawiya, nordöstlich von Jerusalem dringen die Truppen vor, fotografieren Häuser und stürmen in die Straßen der Stadt. Nach Angaben des Roten Kreuzes werden mindestens 50 Gläubige verletzt. Unter ihnen sind 16 mit Verletzungen von Gummigeschossen, neun erlitten Verletzungen durch Schallbomben, 25 werden mit Schlägen und Tritten traktiert. Auch vier Rettungskräfte sind unter den verletzten Palästinensern. (Safa)

17. Juli: An den Zugängen zur Al-Aqsa-Moschee und dem Haram Al-Sharif wird eine Reihe von palästinensischen Gläubigen verletzt. Nach dem Freitagsgebet attackieren Besatzungskräfte die vom Gebet kommenden am Bab Hutta und Ba Al-Asbat durch Schläge und Tritte. Sie versuchen den Imam des Freitagsgebetes festzunehmen. In den umliegenden Ortschaften von Jerusalem, wie in Tur in Ost-Jerusalem kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Besatzungstruppen. (div. Quellen) 

16. Juli: In der Ortschaft Nabi Saleh, westlich der Stadt Ramallah wird ein Palästinenser von Besatzungstruppen angeschossen und liegengelassen bis er verstirbt. (JMCC)

15. Juli: Nur einigen über 50-jährigen Palästinensern wird das Betreten des Haram Al-Sharifs in den kommenden Tagen erlaubt sein. Alle anderen Gläubigen dürfen die Heiligen Stätten unter dem Vorwand von sog. Sicherheitsbedenken nicht betreten. (div. Quellen)

14. Juli: Nach einem Angriff schließen die israelischen Behörden den Haram Al-Sharif mit der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem für drei Tage und bauen Metalldetektoren auf, um die gläubigen Muslime unter dem Vorwand von sog. Sicherheitskontrollen zu überprüfen. Diese lehnen jegliche Veränderungen am Haram Al-Sharif als Veränderung des Status Quo und Völkerrechtsverletzung ab. Hunderte palästinensische Gläubige verrichten ihr Gebet vor den Metalldetektoren und Besatzungssoldaten auf der Straße. (div. Quellen) 

13. Juli: Israel kündigt den Bau von 798 neuen Wohneinheiten im besetzten Ost-Jerusalem an. (div. Quellen)

Im Aida-Flüchtlingslager, nördlich der Stadt Bethlehem, kommt es zu Zusammenstößen zwischen jugendlichen Palästinensern und Besatzungssoldaten. Vier Palästinenser und eine Palästinenserin werden am Eingang des Lagers festgenommen, nachdem die Truppen mit Tränengas und Gummigeschosse auf die Jugendlichen schossen. (Alquds)

12. Juli: Der 20-jährige Saad Salah wird von Besatzungstruppen im Flüchtlingslager Jenin, in der Westbank, erschossen. Auch der 17-jährige Aws Salameh verstirbt an diesem Morgen. Er erliegt seinen schweren Verletzungen, die er erlitten hat. Zwei weitere Palästinenser werden bei Auseinandersetzungen mit Besatzungstruppen in Jenin verletzt. (Maan)

In Essawiyeh, Jerusalem, wird ein Haus unter dem Vorwand, ohne Baugenehmigung errichtet worden zu sein, abgerissen. Damit erhöht sich die Zahl der Häuserzerstörungen in 2017 in Jerusalem auf 84. Nach Angaben von OCHA sind 161 Palästinenser obdachlos geworden. (Al Ayyam)

In Silwan errichten Siedler eine Mauer zwischen palästinensischen Wohnhäusern und ihren Häusern, die sie beziehen, um eine Enklave zu errichten. (Al Ayyam)

11. Juli: In Bethlehem wird an einer Straßenkreuzung der 23-jährige Mohammed Ibrahim Jabreen unter dem Vorwand einen Besatzungssoldaten zu attackieren, getötet und ein israelischer Besatzungssoldat verwundet. (div. Quellen)

10. Juli: Der 11-jährige Khatab Barjas und der 12-jährige Hindi Al Hindi aus der Ortschaft Jdeira, nordwestlich von Jerusalem werden von Besatzungstruppen verhaftet. Diese waren in die Ortschaft eingedrungen und hatten die vor dem Haus spielenden Kinder gefangenen genommen. (Maan)

09. Juli: Israelische Truppen nehmen einen palästinensischen Bewohner der Stadt Jerusalem fest. Er soll ein Messer bei sich getragen haben. (Maan)

08. Juli: Am Checkpoint Bartaa, nördlich von Jenin in der Westbank gelegen, attackieren Siedler mehrere Palästinenser und ihre Fahrzeuge. Sie werden Steine und zerstören eine Autoscheibe. (Maan)

07. Juli: Am frühen Freitagmorgen erliegt ein 37-jähriger Palästinenser seinen schweren Verletzungen. Er war auf seinem Motorrad in den Nachtstunden in der Nähe von Bethlehem unterwegs als er von einem Siedlerfahrzeug angefahren wurde. (Maan)

Im Zuge von Protesten in Kafr Qaddum, in der nördlichen Westbank gelegen, werden sechs Palästinenser und ein Koreaner von israelischen Besatzungstruppen verletzt. Die Soldaten setzten Tränengas, Schall- und Blendgranaten sowie Gummigeschoss ein. (Maan) 

06. Juli: Im nördlichen Gaza-Streifen, in der Nachbarschaft von Shujaaiya, zerstören die Besatzungstruppen in den frühen Morgenstunden Land und feuerten dabei mehrere Salven ab. (Maan)

05. Juli: In Silwad und Al Bireh, im Gebiet von Ramallah, werden von den Besatzungstruppen zwei palästinensische Familien über die Zerstörung ihrer Wohnhäuser informiert. Beide Söhne der betreffenden Familien hatten Besatzungstruppen angegriffen. (Al Quds)

In Beit Hanina kommen Bulldozer zum Einsatz und die Besatzungstruppen lassen ein Wohnhaus unter dem Vorwand, dass es ohne Genehmigung errichtet wird, zerstören. (Al Quds)

Der 22-jährige Hisham Raghib Abu Isha wird in der früheren Geschäftsstraße Shuhada-Street in Hebron von Siedler durch Schläge traktiert. Die Besatzungstruppen schauen bei der schweren Misshandlung zu ohne etwas zu unternehmen. Erst nach der Misshandlung brachten die Besatzungstruppen den verletzten Abu Isha an einen unbekannten Ort. (Maan) 

03. Juli: Die israelische Zeitung Haaretz veröffentlicht in ihrer Ausgabe einen Bericht, wonach ein bisher auf Eis gelegener Plan für 2.000 neue Wohneinheiten für Siedler in Sheikh Jarrah, Jerusalem in den kommenden Wochen nun umgesetzt werden soll. (Haaretz)

Im Zuge von Auseinandersetzungen mit den Besatzungstruppen werden am Löwentor in Jerusalem mindestens 35 palästinensische Einwohner der Stadt Jerusalem verletzt (Al Ayyam)

02. Juli: Die Parlamentsabgeordnete Khalida Jarrar, Mitglied des Palästinensischen Legislativrates, wird in der Nacht auf Sonntag bei Razzien gemeinsam mit 11 weiteren Abgeordneten und politischen Führungspersönlichkeiten festgenommen. Jarrar war erst vor einem Jahr aus israelischer Haft entlassen worden. Damit erhöht sich die Zahl inhaftier Mitglieder des Legislativrates auf 13. (div. Quellen)  

Dutzende Palästinenser werden durch Tränengas, das die Besatzungstruppen in Jabaliya, im nördlichen Gaza-Streifen einsetzen, verletzt. (Maan)

BITTE BEACHTEN SIE:  Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. 

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