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02.11.2017 14:01

Wortmeldungen zum 100. Jahrestag der Balfour-Deklaration

Im Folgenden dokumentieren wir Wortmeldungen zum 02. November, dem 100. Jahrestag der Balfour-Deklaration:

Jahrestag der Balfour-Deklaration: Proteste in Hebron

Generalsekretär der Arabischen Liga, Abu Al-Ghaith:

Die 100 Jahre Balfour-Deklaration ist kein Anlass zum Feier. Sie ist ein beschämender historischer Fehler,“ so Abu Al-Ghaith in seiner Erklärung. In einem Brief an den britischen Außenminister fordert er die britische Regierung auf, den palästinensischen Staat in Einklang mit der Abstimmung des britischen Unterhauses (2014) und dem Willen der Mehrheit aller Briten anzuerkennen. 

Die Balfour-Deklaration ist ein Verstoß gegen die Rechte des palästinensischen Volkes. Sie hat viel Leid und Schrecken in den vergangenen 100 Jahren im arabisch-israelischen Konflikt verursacht. Großbritannien sollte sofort den palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967 anerkennen. Mit der Gründung des Staates Israel auf dem Gebiet des historischen Palästinas wurde nur ein Teil der Balfour-Deklaration eingelöst, was die Anerkennung des Staates Palästina mehr denn je erfordert. Solange es für diejenigen, die im historischen Palästina leben, nicht gleiche Rechte für alle gibt, bleibt der Konflikt weiter ungelöst.“ (gekürzte Zusammenfassung) 

Den Volltext erhalten Sie in arabischer Sprache am Ende der Seite.

In seiner Erklärung spricht der PLO-Generalsekretär davon, dass zur Umsetzung der Balfour-Deklaration das Vereinigte Königreich das „britische Mandatsgebiet Palästinas nutzte, in dem es die palästinensische nationale Befreiungsbewegung unterdrückte und die Identität Palästinas veränderte“. Er fordert die britische Regierung dazu auf, sich für diese beschämende Erklärung zu entschuldigen und konkrete Maßnahmen zu ergreifen, ihre moralischen und politischen Verpflichtungen gegenüber den Palästinensern zu erfüllen. „Es ist an der Zeit, dass Großbritannien den Willen seines Parlaments respektiert und eine moralische Position annimmt, Palästina anzuerkennen,“ so Dr. Erekat  

In einem Beitrag für den englischen Guardian fordert sie Großbritannien auf, endlich das Richtige zu tun. Sie spricht von der Balfour-Deklaration, die „im Kern eine koloniale Entscheidung“ war und die „kollektiven Rechte und Bestrebungen eines Volkes“ ersetzen sollte. „Im Gegensatz zu einem oft propagierten Mythos war das Land nicht menschenleer. (…) In Übereinstimmung mit der kolonialen Form hat Balfour die politischen, menschlichen und rechtmäßigen Rechte des palästinensischen Volkes nicht anerkannt, sondern er entzog ihnen auch ihr heiligen kollektives Recht: das Recht auf Selbstbestimmung. Balfour hielt uns für unwürdig.“

„Bis heute hat das Vereinigte Königreich es versäumt, dieses Vermächtnis anzuerkennen, seine Schuld zuzugeben und sich für diese historische Ungerechtigkeit zu entschuldigen. (…) Wann wird Großbritannien erkennen, das das wahre Erbe der Balfour-Deklaration das Leiden, die Enteignung, Unterdrückung und Ungerechtigkeit ist – ein schmerzliches Erbe, das jede palästinensische Generation seit 1917 geerbt hat?“ 

Dr. Ashrawi appelliert für einen ersten Schritt, der darin besteht, die historische Ungerechtigkeit zu erkennen und sich „bei den palästinensischen Generationen zu entschuldigen, die ihre Opfer waren. (…) Ein Jahrhundert später hoffen wir, dass Großbritannien es richtig machen wird.“

Dateien:
CCF11022017_00002.pdf1.1 M

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