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28.02.2018 08:32

Kirchen unter Beschuss

Am Sonntag schloss die heilige Grabeskirche in Jerusalem ihre Türen auf unbestimmte Zeit. Die Kirchenführer, die aus dem Griechischen Patriarchat, der Kustodie des Heiligen Landes und dem armenischen Patriarchat bestehen, kündigten diese Entscheidung als Protest gegen Israels fortwährenden und aggressiven Feldzug gegen die Kirchen, ihre Besitztümer, das Land und die christliche Gemeinschaft mit der Verletzung des seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Status Quo an.

Erklärung der Kirchenführer zur Schließung der Grabeskirche

Die israelische Regierung drängt auf eine Legalisierung, die systematisch auf die christliche Präsenz in Jerusalem abzielt. Kürzlich veröffentlichte die Jerusalemer Gemeinde eine Reihe von Erlassen und Anordnungen zur Beschlagnahme von Vermögen, Eigentum und Bankkonten der Kirche für "ungebührliche Schulden" der Gemeindesteuer. Dies ist eine schwerwiegende eklatante Verletzung der bestehenden Vereinbarungen und des Status quo. Die Knesset denkt jetzt darüber nach, eine Gesetzesvorlage zu verabschieden, die das Land der Kirchen enteignen würde.

Palästinensische Christen repräsentieren die älteste christliche Tradition der Welt mit einer jahrhundertelangen Kontinuität in Palästina. Diese bewusste Politik ist eine weitere Eskalation der israelischen Politik, um auf die palästinensische Präsenz, sowohl muslimische als auch christliche, in Jerusalem zu zielen. Israel hat eine Reihe von Gesetzen verabschiedet, die auf die palästinensische Präsenz in Jerusalem abzielen, einschließlich Gesetzesentwürfen, die die israelische Besatzung in Ost-Jerusalem unter schwerwiegender Verletzung des Völkerrechts und aller früheren UN-Resolutionen festigen.

Dr. Hanan Ashrawi, Mitglied des PLO-Exekutivkomitees, verurteilte die neusten Schritte Israels scharf und sagte: „Dies ist auch eine direkte Verletzung der Religionsfreiheit für alle Religionen durch eine grausame und gewaltsame militärische Besetzung. Diese gefährlichen Entwicklungen sind eindeutig das Ergebnis der offiziellen israelischen Politik, die sowohl christliche als auch muslimische Palästinenser offenkundig diskriminiert. 

„Jerusalem kann und darf nicht ausschließlich Besitz und Gier unterworfen sein. Dies deckt die falschen Behauptungen Israels auf, dass es die Religionsfreiheit aller Religionen respektiert. Seit seiner Besetzung des palästinensischen Westjordanlandes und Gazas 1967 hat Israel systematisch verhindert, dass palästinensische Christen und Muslime ihre heiligen Kultstätten in Jerusalem erreichen und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheit und Bildung in der besetzten Stadt erhalten."

Die Erklärung der Kirchenvertreter erhalten Sie in englischer Sprache hier.

Einen ausführlicheren Bericht über die israelischen Übergriffe auf das besetzte Jerusalem im Jahr 2017 erhalten Sie in englischer Sprache hier.

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