Sie befinden sich hier

Inhalt

08.03.2018 15:49

Zum Frauentag

Heute findet der 107. Internationale Frauentag statt, der die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Errungenschaften von Frauen auf der ganzen Welt feiert. Für die Palästinenser ist der Internationale Frauentag ein Nationalfeiertag, an dem viele Frauen Märsche, Proteste und Gedenkfeiern organisieren.

Frauenmarsch nach Jerusalem

Heute findet 107. Internationale Frauentag statt, der die wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Errungenschaften von Frauen auf der ganzen Welt feiert. Für die Palästinenser ist der Internationale Frauentag ein Nationalfeiertag, an dem viele Frauen Märsche, friedliche Proteste und Gedenkfeiern organisieren. In diesem Jahr wurde in Palästina eine einwöchige Kampagne mit lokalen Entwicklungspartnern gestartet: "Sie führt den Weg", damit sollen Frauen gefeiert und die Gleichstellung der Geschlechter mit Veranstaltungen in ganz Palästina gefördert werden.

Viele Mitglieder des Zentralkomitees der palästinensischen Regierung und der PLO würdigten die Frau und betonten, dass die palästinensischen Frauen ein Eckpfeiler der Gesellschaft seien.

Dr. Hanan Ashrawi, Mitglied des PLO-Exekutivkomitees, betonte: "Was die Palästinenser wollen, ist das, was wir für das Land als Ganzes fordern, Freiheit und Würde, das Recht auf Selbstbestimmung und wahre Gleichheit. Wir wollen keine Diskriminierung jeglicher Art. "

Anlässlich, hat der Premierminister Rami Hamdallah eine Reihe von Gesetzesänderungen veröffentlicht, um palästinensische Frauen besser zu schützen. Betroffen war unter anderem Artikel 308 des jordanischen Strafgesetzbuches. Damit ist der Schutz, der für „Ehrenmorde“ gewährleistet wurde, aufgehoben.

Der palästinensische Frauensektor organisierte einen Frauenmarsch zum Qalandiya Checkpoint, der zwischen Ramallah und Jerusalem liegt. Palästinensische Frauen waren immer an vorderster Front des gewaltlosen friedlichen Widerstands gegen die israelische Besatzung, und dieses Jahr war das nicht anders. Der Marsch fand am Vorabend des Frauentages statt und wurde  von der israelischen Besatzungsmacht mit Tränengas und Betäubungsgranaten begegnet.

Die israelische Besatzung stellt weiterhin die größte Bedrohung der palästinensischen Frau und ihrer Rechte dar. Die Notlage palästinensischer Frauen und Mädchen in israelischen Gefängnissen wurde in einem Bericht der palästinensischen Gefangenengesellschaft hervorgehoben. Israel hält derzeit 62 palästinensische weibliche Gefangene, darunter 6 Minderjährige, gegen ihren Willen fest. Die jüngste Verhaftung war die, der 16-jährigen Ahed Tamimi, die im Dezember vergangenen Jahres mitten in der Nacht aus ihrem Haus in Nabi Saleh festgenommen wurde. Sie wurde beschuldigt, einen Soldaten geschlagen zu haben und wird vor das israelische Militärgericht gestellt. Während ihrer Haft in israelischen Militärgefängnissen wurde Ahed Tamimi misshandelt und schikaniert.

Den palästinensischen Frauen und Mädchen wird üblicherweise eine Aufklärung über ihre Rechte und über die Gründe ihrer Festnahme verweigert. Häufig wird ihnen ebenfalls der Zugang zu einem Anwalt untersagt und sie werden mehrere Tage lang unter Vernehmung festgehalten, in denen sie misshandelt und gefoltert werden. Seit 1967 wurden 15.000 Frauen von der israelischen Besatzungsmacht inhaftiert.

Diese Misshandlung und Peinigung palästinensischer Frauen ist im Zusammenhang mit der seit fünfzig Jahren andauernden Besatzung und Annexion von palästinensischem Land zu setzen. Die Beendigung der 50 Jahre andauernden israelischen Besatzung ist für die Verwirklichung der Geschlechtergleichstellung und die Stärkung der Rechte palästinensischer Frauen von wesentlicher Bedeutung.

Durch das Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Frauendiskriminierung, wird dies im internationalen Völkerrecht hervorgehoben, in dem die Vertragsstaaten betonen: "Die Beseitigung der Apartheid, aller Formen von Rassismus, Rassendiskriminierung, Kolonialismus, Neokolonialismus, Aggression, ausländischer Besatzung sowie Vorherrschaft und Einmischung in die inneren Angelegenheiten der Staaten ist für die uneingeschränkte Wahrnehmung der Rechte von Männern und Frauen unerlässlich."

 

Für weitere Informationen über die Kampagne „Sie führt den Weg“ 
lesen Sie bitte
hier.

Weitere Informationen über palästinensische Frauen und Mädchen in israelischen Gefängnissen erhalten Sie hier. 

Kontextspalte