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23.03.2018 12:03

Zwangsverdrängung in Umm Al-Hiran

In Woche kündigten die israelischen Besatzungstruppen an, ein ganzes Beduinendorf abreißen dieser zu lassen und deren Einwohner gewaltsam umzusiedeln. Bis Ende April soll das Dorf Umm Al-Hiran abgerissen und die rund 350 Einwohner zwangsweise vertrieben werden. Dies bedeutet für sie die Obdachlosigkeit.

Das Dorf Umm Al-Hiran ist ein Beduinendorf im Wadi Atir des Naqab. Es ist eines von 46 nicht anerkannten Beduinendörfern in Israel. Dies bedeutet, dass das Dorf von grundlegender Infrastruktur ausgeschlossen ist nur wenig bzw. gar keine Grundversorgung erhält. Zu letzter zählen Elektrizität, Wasser, Telefon und Bildungs- sowie Gesundheitsversorgungseinrichtungen. Darüber hinaus stuft Israel die Einwohner des Dorfes als „Eindringlinge auf staatlichem Land“ ein.

Im August 2017 deckte die NGO Adalah auf, dass Israel die Errichtung einer neuen Stadt in Umm Al-Hiran plant, in der ausschließlich orthodoxe Juden leben dürfen. Dieser Schritt ist Teil der Judaisierungsstrategie Israels, d. h. gewaltsame Vertreibung der nichtjüdischen Bevölkerung und der Bau exklusiv jüdischer Städte. Seit 1948 wurden 600 jüdische Gemeinden gegründet – während dieser Zeit wurde niemals ein neues arabisches Dorf oder eine neue arabische Stadt gebaut. 

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