Sie befinden sich hier

Inhalt

29.03.2018 12:51

März im besetzten Palästina

Wie die palästinensische Bevölkerung weiter unter der israelischen Besatzung leiden muss, zeigt die Zusammenstellung von Ereignissen, die wir für den Monat März dokumentieren.

25. März: Nächtliche Razzien in der Westbank

29. März: Jüdische Siedler schließen eine Verbindungsstraße in der Ortschaft Al-Khader, südlich von Bethlehem in der besetzten Westbank und verhindern, dass palästinensische Bauern zu ihrem Ackerland gelangen. (WAFA)

Die Verhaftungswellen mit großen Razzien gehen in der Westbank weiter: Israelische Besatzungstruppen verhaften nach Angaben der Palästinensischen Gefangenenvereinigung (PPS) 31 Palästinenser. (div. Quellen)

28. März: Am Mittwochabend schießen israelische Besatzungstruppen auf einen jungen Palästinenser östlich der Stadt Gaza im Gaza-Streifen. Er wird in den Oberschenkel getroffen und muss zur medizinischen Behandlung in das Shifa-Krankenhaus. (IMEMC)

In der Ortschaft Taqou attackieren Besatzungssoldaten palästinensische Kinder auf dem Weg zu ihrer Schule. Hunderte werden mit Tränengas beschossen und mit Druck zur Rückkehr gezwungen. (Al Quds)

In der Ortschaft Qaryout, südlich der Stadt Nablus dringen 25 Siedler unter dem Schutz der Besatzungstruppen ein. Sie wüten in der Stadt, singen und schreien während sie durch die Straßen ziehen. Zwei palästinensische Jugendliche werden von Besatzungstruppen verhaftet. (Al Quds)

27. März: Im Zuge nächtlicher Razzien nehmen die Besatzungsgruppen insgesamt 20 Palästinenser in der Westbank fest. (Maan)

26. März: Im Zuge nächtlicher Razzien nehmen die Besatzungsgruppen mindestens 43 Palästinenser in verschiedenen Orten der Westbank fest. Die NGO Addameer berichtet, dass im Monat Februar insgesamt 6.119 Palästinenser in israelischer Haft sind. (Maan)

23. März: Die israelischen Streitkräfte erschießen und verletzen am Freitag vier palästinensische Demonstranten bei Zusammenstößen an der Grenze des belagerten Gazastreifens. Die israelische Besatzungsarmee eröffnet das Feuer auf Demonstranten, die an Protesten gegen die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen, teilnahmen. (Wafa)

22. März: Israelische Soldaten überfallen das al-Makassed-Krankenhaus im palästinensischen Viertel al-Tur im besetzten Ost-Jerusalem. Auf der Suche nach einem palästinensischen Jugendlichen durchsuchen sie mehrere Abschnitte des Krankenhauses, konzentriert auch die Notaufnahme des Krankenhauses. (Maan)

Der Palästinenser Hassan Omar Shamiyeh wird Grenzübergang Erez, im Norden von Gaza, festgehalten. Shamiyeh ist der dritte Palästinenser, der in einer Woche am Grenzübergang festgenommen wird. (Maan)

Israelische Truppen überfallen mehrere Häuser im Flüchtlingslager Shufat und nehmen 16 Palästinenser aus dem Lager fest. Es handelt sich um:

Ibrahim Alqam, Jamil Alqam, Mahmoud Alqam, Iyad Ziyadeh, Amin Ziyadeh, Khalil Ziyadeh, Muath al-Bayya, Mustafa al-Bayya, Ahmad al-Salaymeh, Samah Abu Zayid, Raad al-Tawil, Muhammad Muhamad Ali, Youssef Muhammad Ali, Ahmad Muhammad Ali, Dirar Muhammad Ali und Iyad al-Imwasi. (Maan)

19. März: Israelische Siedler beschädigen und zerstören palästinensische Fahrzeuge in der Stadt Hizma in Jerusalem, in der besetzten Westbank. Eine Gruppe israelischer Siedler versuchte, drei Häuser in der Stadt der Askar-Familie zu überfallen. Zudem sprühten die Siedler rassistische, anti-arabische Graffiti an Wände und Fahrzeuge und durchbohrten die Reifen von vier Fahrzeugen. 

Im März 2017 gab die israelische NGO Yesh Din bekannt, dass die israelischen Behörden in nur drei Viertel der Fälle, in denen israelische Siedler in der besetzten Westbank Übergriffe auf Palästinenser und ihre Eigentümer verübten, überhaupt Anklage erhoben wird. (Maan)

Israelische Soldaten greifen eine Schule in der südwestlich der Stadt Bethlehem gelegenen Ortschaft Tuqu, im Süden der besetzten Westbank gelegen, an. Dabei haben die Soldaten mehr als 10 Tränengasbomben in der Schule abgefeuert, so dass die Mitarbeiter gezwungen waren, die Türen zu schließen, um zu verhindern, dass Soldaten in die Schule einbrechen.

Israelische Truppen sind täglich in der Nähe der Schule stationiert, was die Schüler provoziert und es ihnen erschwert, ihre Ausbildung fortzusetzen. (Wafa)

18. März: Der in Silwan ansässige Palästinenser Ishaq Shweiki wird gezwungen, sein eigenes Haus abzureißen, um keine Geldstrafen für die Gemeinde von bis zu 17.000 $ zu zahlen. Israel gewährt Palästinensern nur selten Genehmigungen zum Bau in Ost-Jerusalem, obwohl die Stadtverwaltung von Jerusalem behauptet hat, dass sie im Vergleich zur jüdischen Bevölkerung eine unverhältnismäßig geringe Anzahl von Genehmigungsanträgen von palästinensischen Gemeinden erhalten. Für jüdische Israelis in den illegalen Siedlungen in Ostjerusalem werden Planung, Marketing, Entwicklung und Infrastruktur von der israelischen Regierung finanziert und ausgeführt. In palästinensischen Vierteln fällt die ganze Last auf die einzelnen Familien, die mit einem langwierigen Genehmigungsantrag konfrontiert sind, der mehrere Jahre dauern kann und Zehntausende von Dollar kostet. (Maan)

Israelische  Streitkräfte nehmen bei nächtlichen Razzien zwischen Samstag und Sonntag mindestens 19 Palästinenser aus der besetzten Westbank und Ost-Jerusalem fest. (Maan)

13. März: Das israelische Gericht verurteilt den palästinensischen Aktivisten Munther Amira zu sechs Monaten Haft, einer fünfjährigen Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe. Bei seiner Festnahme demonstrierten er und weitere Palästinenser gegen die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch den US-Präsidenten Trump und gegen die Verhaftung der 17-jährigen Aktivistin Ahed Tamimi. (Maan)  

12. März: Israelische Soldaten nehmen vor der Küste des südlichen Gazastreifens zehn palästinensische Fischer fest. Dazu beschlagnahmen sie ein Boot des Fischers Adel Miqdad. Augenzeugen berichten, dass während der Festnahme das Feuer eröffnet wurde. Die israelische Menschenrechtsorganisation B‘ Tselem kam kürzlich zu dem Schluss, dass die Gaza-Schließung durch Israel und die Schikane von Fischern den Sektor der Fischerei im Gazastreifen zerstört haben. 95 Prozent der Fischer leben unter der Armutsgrenze. (Maan)

Der 19-jährige Palästinenser Omair Shehada wird im Dorf Urif von israelischen Soldaten getötet. (Maan)

10. März: Eine Gruppe von 30 Siedlern aus den Siedlungen Maon und Havat Maon greift, unter dem Schutz israelischer Soldaten, palästinensische Bewohner des Dorfes al-Tiwani an und versucht dabei, die Moschee des Dorfes in Brand zu setzen. Einheimische konnten den Angriff verhindern. Jumaa Ribai, ein Bewohner des Dorfes berichtet: „Gestern haben die Siedler meinen Wagen zertrümmert und Steine auf mein Haus geworfen, und heute erneuern sie ihren Angriff auf das Dorf und die Bewohner“. Im besetzten Ost-Jerusalem und in der Westbank leben in völkerrechtswidrigen Siedlungen mehr als 600.000 jüdische Israelis. Ihre Übergriffe finden oft in Anwesenheit der israelischen Streitkräfte statt, geschehen unter ihrem Schutz und bleiben unbestraft. Nur 1,9% der von Palästinensern eingereichten Beschwerden gegen israelische Siedlerangriffe führen zu einer Verurteilung. (Maan)

Israelische Truppen erschießen den 24-jährigen Muhammad Zain al-Jaabari, ein tauber Palästinenser und zweifacher Vater aus der Stadt Hebron. (Maan)

08. März: Der Palästinenser Mamoun Farhat wird nach einer fünfjährigen Haftstrafe, am Tag seiner Entlassung erneut verhaftet. Farhat soll es nicht einmal aus dem Gefängnis geschafft haben, bevor er erneut inhaftiert und zum Verhör in Jerusalem gebracht wurde. 

Laut Anwalt Mufeed al-Hajj hat Israel diese Politik kürzlich gegen Häftlinge aus Ost-Jerusalem eingesetzt um ihre Familien und Freunde davon abzuhalten, ihre Freilassung zu feiern. Die Gefangenenrechtsgruppe „Addameer“ berichtet, dass sich seit Februar 6119 palästinensische Gefangene in israelischer Haft befinden. (Maan)

Israelische Truppen nehmen 8 Palästinenser in der Westbank fest. Im Stadtteil Nablus sind es Jihad und Muhammad Mrehh und Mahdi al-Akka. Aus Tulkarem sind es Hazem al-Ruji, Muayyad Balawneh und Nour al-Din al-Aruri und aus Betlehem Guevara Ahmad Salah.

Außerdem durchsuchen israelische Soldaten mehrere Häuser in Hebron und nehmen den 24-jährigen Palästinenser Muhammad Brighith Abed al-Hamid Brighith, einen ehemaligen Gefangenen, der bereits zwei Jahre in israelischen Gefängnissen verbrachte, fest. (Maan)

07. März: Israelische Soldaten verschleppen in der Morgendämmerung insgesamt 11 Palästinenser aus mehreren Dörfern und Städten in der Westbank, nachdem sie massive und gewalttätige Invasionen und Durchsuchungen von Häusern durchführten. (IMEMC) 

Israelische Soldaten verhindern am Mittwochmorgen, dass viele palästinensische Schulkinder ihre Schulen in der Nähe von Nablus, im Norden der Westbank gelegen, erreichen. Die Schüler aus dem Dorf al-Lubban ash-Sharqiya südlich von Nablus werden von den Soldaten an der Hauptstraße Nablus-Ramallah angehalten und zur Rückkehrgezwungen. (Wafa)

06. März: Die israelische Marine eröffnet am Montag mehrere Male das Feuer auf palästinensische Fischerboote vor der Küste des nördlichen Gazastreifens. (Maan)

Ein israelischer Siedler versucht den palästinensischen Menschenrechtsverteidiger Imad Abu Shamsiyya zu überfallen. Regelmäßig terrorisieren extremistische Siedler friedliche palästinensische Demonstrationen. Imad Abu Shamsiyya reichte eine Beschwerde bei der israelischen Polizei ein. Dennoch ist Siedlergewalt gegen Palästinenser und ihr Eigentum in der Westbank Routine und wird selten von israelischen Behörden strafrechtlich verfolgt. (IMEMC)

05. März: Am Sonntagabend erhalten 16 Beduinenfamilien (etwa 80 Personen, darunter auch Kinder), in Khirbit Ibzeeq im Nordosten der Westbank, den Befehl ihre Häuser am Montag zu verlassen, damit die israelische Armee ein „Live-Feuertrainig“ durchführen kann

Des Weiteren dringen die Soldaten in das Dorf Khirbit Homsa in der Westbank ein und entführen Ahmad Yousef Abu Awwad (26), nachdem sie ihn angreifen und verletzen. Israelische Soldaten greifen dutzende Häuser in der besetzten Westbank an, durchsuchen diese gewaltsam und bringen  zwölf P alästinenser am frühen Morgen an einen unbekannten Ort. (IMEMC)

04. März: Am Samstagabend dringen israelische Soldaten in das Dorf Fahma, südlich der Stadt Jenin nördlich der Westbank, ein. Dabei feuern die Soldaten Gasbomben und Schallschutzgranaten auf protestierende Palästinenser. Zahlreiche Menschen werden verletzt. (IMEMC)

03. März: Ein 59-jähriger palästinensischer Bauer, aus der Familie Abu Jame wird durch israelisches Feuer in Khan Younis, im südlichen Gazastreifen mittelschwer verletzt. (Maan)

02. März: Bei israelischen Such- und Verhaftungsrazzien in der Westbank werden fünf Palästinenser festgenommen: Muhammad Hashash und Salah Issawi aus Nablus. Adel Faleh Dahbour und Imran Hussein aus der Stadt Azzun in Ost-Qalqiliya sowie Salem al-Basha aus der Stadt Hizma nördlich von Jerusalem. (Maan)

01. März: Israelische Behörden nehmen 46 Palästinenser in Untersuchungshaft. Darunter die Journalistin Bushra Taweel. Eine Haftanordnung wurde bereits im November 2017 gegen Taweel erlassen. Diese wurde nun verlängert. Bei 10 weiteren handelt es sich um ehemalige Gefangene, die wieder in Haft genommen werden. (Maan)

Die israelischen Besatzungstruppen nehmen fünf palästinensische Bewohner in verschiedenen Städten der Westbank fest: in Bethlehem den 20-jährigen Omar Ali Al-Lahham, den 20-jährigen Mohammed Raouf Abu Yabes aus der Ortschaft Housan, in Tulkarem verhaften sie einen früheren Inhaftierten. Im Zuge der Razzien zerstören die Truppen Augenzeugenberichten zufolge eine Reihe von Einrichtungsgegenständen in den Wohnhäusern. (Alquds)

BITTE BEACHTEN SIE:  Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Kontextspalte