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29.03.2018 12:55

Ostern unter israelischer Besatzung

Während der Frühling Gefühle der Hoffnung und Erneuerung mit sich bringt, strömen Pilger aus der ganzen Welt in die Heilige Stadt Jerusalem, um sich mit ihren palästinensischen Christen zu vereinen und die Auferstehung Christi zu feiern.

Palmsonntag in Palästina

Die mit dem Palmsonntag beginnenden Osterfeiertage sind geprägt von farbenfrohen Prozessionen und Pilgern, die in Erinnerung an die Kreuzigung und Auferstehung Christi den „Weg des Schmerzes“ (Via Dolorosa) entlanggehen. Ostern ist eine Zeit des Erinnerns an die Not, aber auch der Erneuerung der Hoffnung. 

Das diesjährige Osterfest steht ganz im Zeichen der schwierigen Situation in Jerusalem. Seit der israelischen Besatzung Ost-Jerusalems sind mehr als 50 Jahre vergangen. Jerusalem ist stärker als jemals zuvor isoliert. Die israelische Besatzung hindert jedoch mit Mauer, Checkpoints und diskriminierender Praxis der Erteilung von Genehmigungen die palästinensischen Christen daran, ihr Recht auf Gottesdienst und auf Bewegungsfreiheit in Jerusalem wahrzunehmen. 

Am Palmsonntag wurden viele palästinensische Christen, die ihre Botschaft der Hoffnung und Freude Christi trugen, von den israelischen Besatzungstruppen rücksichtslos angegriffen. Palästinensische Flaggen wurden gewaltsam entfernt und die Gläubigen aggressiv gefangen gehalten. Diese Praxis ist Teil der Versuche Israels, die palästinensische, arabische, christliche und muslimische Identität Jerusalems auszulöschen. Dazu zählen auch die Ereignisse des letzten Jahres, etwa den Status Quo der Al-Aqsa-Moschee auf dem Haram Al-Sharif zu ändern, aber auch die jüngsten Drohungen, Kirchen und christliche Institutionen zu besteuern, wodurch die jahrhundertelange christliche Präsenz in Jerusalem gelähmt wird.

Jerusalem ist die Wiege der drei monotheistischen Religionen. Ostern ist immer eine besondere Zeit für die Bevölkerung der heiligen Stadt. Doch seit 1967 hat Israel die Besatzung gefestigt und drängt auf eine Politik der Judaisierung, die durch die Aufrechterhaltung einer jüdischen Mehrheit, die gewaltsame Vertreibung der Jerusalemer Palästinenser und die Förderung eines exklusiv jüdischen Narratives und Präsenz in Jerusalem geführt wird. Ermutigt durch die US-Erklärung zu Jerusalem als Hauptstadt Israels drängte die rechtsgerichtete israelische Regierung auf eine unnachsichtige und diskriminierende Gesetzgebung. Dazu zählen Gesetze, wie "Verletzung der Loyalität", "Staatsangehörigkeitsgesetz" und das Gesetz des „Vereinigten Jerusalems" sowie eine Reihe weiterer Rechtsvorschriften.  

Trotz der Not, Demütigung und Belästigung setzen die palästinensischen Christen ihre Reise nach Jerusalem fort, um die Osterwoche zu feiern. Die palästinensischen Christen widersetzen sich friedlich der israelischen Militärbesatzung und tragen die Botschaft Christi des Friedens, der Gerechtigkeit und der Hoffnung mit sich.

Im Namen des palästinensischen Volkes wünsche ich allen ein frohes Osterfest mit der Hoffnung, dass wir bald alle unsere Festlichkeiten und heiligen Ereignisse in einem freien und offenen Jerusalem zusammen feiern können.

Dr. Khouloud Daibes
Botschafterin

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Berichte und Veröffentlichungen zur Thematik in englischer Sprache

PLO-Verhandlungsabteilung "The Nakba 70 Years on: The impact of Israeli Policies on Easter Celebrations"

Kairos Palestine: Easter Alert

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