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03.04.2018 15:13

Aufruf zur Gerechtigkeit für die Ermordeten

Die Zahl der Todesopfer steigt weiter, nachdem der friedliche und gewaltfreie Marsch im Gaza-Streifen am vergangenen Wochenende von Israel mit tödlicher Gewalt beantwortet wurde. Faris al-Raqib (17. Todesopfer) und ein weiterer Palästinenser (N.N.) erlagen nun ihren schweren Verletzungen. Damit steigt die Zahl der Todesopfer auf 18.

Israelische Besatzungstruppen schießen auf friedlich demonstrierende Palästinenser im Gaza-Streifen

Inzwischen fordern viele internationale Stimmen eine unabhängige Ermittlung aufgrund des Einsatzes von tödlicher Munition gegenüber den unbewaffneten, gewaltlos demonstrierenden Palästinensern. Aufnahmen der Proteste vor Ort bringen keine Beweise für bewaffnete Demonstranten. Stattdessen zeigt ein Großteil der Aufnahmen, dass israelische Scharfschützen außergerichtliche Tötungen gegenüber unbewaffneten Palästinenser vornehmen. Viele von ihnen wurden niedergeschossen, während sie von der Grenze flüchteten. 

Dr. Hanan Ashrawi, Mitglied des PLO-Exekutivkomitees verurteilte das Massaker von Israel am vergangenen Freitag und fordert die internationale Gemeinschaft auf, aktiv zu werden: "Die internationale Gemeinschaft und alle Menschen mit einem Gewissen sind aufgerufen, das palästinensische Volk zu schützen und weiteres Blutvergießen zu beenden und den Verlust von unschuldigen Leben zu stoppen. Es ist an der Zeit, dass das internationale System Strafmaßnahmen und Sanktionen gegen Israel aufgrund der Besatzung endlich ergreift. Darüber hinaus ist der Internationale Strafgerichtshof aufgefordert, seine Untersuchung zu beschleunigen und in diesem Zusammenhang konkrete Schritte zu unternehmen, " so Ashrawi. 

Premierminister Dr. Rami Hamdallah macht Israel für die ermordeten Palästinenser verantwortlich und forderte die internationale Gemeinschaft auf, "Israel für den vorsätzlichen Mord an unserem Volk verantwortlich zu machen, entschlossen Maßnahmen zu ergreifen, um die Besatzung zu beenden, dem palästinensischen Volk internationalen Schutz zu gewähren und das Statusproblem endgültig zu lösen, insbesondere die Flüchtlingsfrage, basierend auf der Resolution 194 der Generalversammlung der Vereinten Nationen und der Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates mit Jerusalem als Hauptstadt. "

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen Antonio Guterres forderte eine unabhängige Untersuchung der tödlichen Gewalt durch Israel. Das Außenministerium der Europäischen Union hat erneut die Forderung nach einer unabhängigen und transparenten Untersuchung bekräftigt. Die Resolution des UN-Sicherheitsrats mit Blick auf eine unabhängige Untersuchung wurde jedoch von den USA blockiert.

Die NGO Human Rights Watch (HRW) betonte in ihrer Erklärung, dass die Bedeutung des Internationalen Strafgerichtshofes, der eine förmliche Untersuchung schwerer internationaler Verbrechen in Palästina einleitete, durch diese Tötungen hervorgehoben wird. HRW kritisierte, dass die tödliche Gewaltanwendung Israels dem humanitären Völkerrecht widerspreche, da scharfe Munition in einer Situation eingesetzt wird, in der Demonstranten keine legitime Bedrohung darstellten. "Israelische Soldaten bedienten sich nicht nur exzessiver Gewalt, sondern handelten offenbar nach einem Befehl, der eine blutige militärische Reaktion auf die palästinensischen Demonstrationen sicherstellte", sagte Eric Goldstein, stellvertretender Leiter des Nahen Ostens bei Human Rights Watch. "Die Folgen waren vorhersehbar - Tote und Verletzte von Demonstranten auf der anderen Seite einer Grenze, die keine unmittelbare Bedrohung für das Leben darstellten."

Vollständige Pressemitteilungen in englischer Sprache:

Dr. Hanan Ashrawi

Human Rights Watch (HRW)

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