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06.04.2018 12:02

Freitagsmärsche gehen weiter

Nachdem er während der Proteste am vergangenen Freitag schwer verwundet wurde, erlag Shadi Hamdan Al-Kashef gestern seinen Verletzungen. In einem weiteren Vorfall am heutigen Morgen wurde ein Palästinenser von einer israelischen Drohne im Gaza-Streifen getötet. Damit erhöht sich die Zahl der getöteten Palästinenser auf 20.

Kampagne der NGO B'Tselem

 

Friedliche Proteste und gewaltlose Märsche, die an das in der UN-Res. 194 verankerte Rückkehrrecht sowie die seit 10 Jahren bestehende Blockade des Gaza-Streifens erinnern, werden auch heute fortgesetzt und bis zum Jahrestag der Nakba am 15. Mai fortgesetzt. An diesem Tag gedenken alle PalästinenserInnen der Nakba (arab. Katastrophe) von 1948, die eine schwere historische Ungerechtigkeit für das palästinensische Volk bedeutet und seit 70 Jahren fortbesteht. 

Die NGO B’Tselem startete unterdessen eine Kampagne in verschiedenen israelischen Medien mit dem Titel „Sorry Sir, I cannot shoot“ und drängt israelische Soldaten dazu, nicht das Feuer auf unbewaffnete Demonstranten zu eröffnen. Das Erschießen unbewaffneter Demonstranten ist illegal und ein Befehl dies zu tun ist ein grob illegaler Befehl, heißt es von Seiten der NGO. 

In einer Erklärung des Beraters für Internationale Angelegenheiten, Dr. Nabil Shaat zum brutalen Vorgehen der israelischen Besatzungstruppen auf die friedlich Demonstrierenden in Gaza heißt es: 

Am 30. März 2018 erlebte die Welt, wie israelische Streitkräfte das Feuer auf friedlich Demonstrierende in Gaza eröffneten. Sie töteten 16 Menschen und verletzten mehr als 1.200. Tausende palästinensische Familien, Kinder, Frauen und Männer hatten sich dem Protestmarsch angeschlossen, um auf die Ausübung ihrer unveräußerlichen Rechte, einschließlich des Rechts auf Selbstbestimmung und Rückkehr aufmerksam zu machen sowie gegen die Besatzung und koloniale Besiedlung ihres Landes während der Gedenkfeiern am Tag des Bodens zu protestieren. 

Israel zögerte nicht zuzugeben, dass der systematische Angriff auf Palästinenser „akkurat und angemessen“ war. Über den offiziellen Twitter-Account der israelischen Armee hieß es: ‚Wir wissen, wo jeder Schuss gelandet ist.‘ Auch ein von Human Rights Watch veröffentlichter Bericht bestätigte, dass ‚vor und nach den Konfrontationen hochrangige Beamte öffentlich sagten, dass Soldaten, die entlang der Grenze zwischen Gaza und Israel stationiert sind, Befehle gegen ‚Anstifter und diejenigen, die sich der Grenze nähern, haben‘. Tatsächlich zeigen Videoaufnahmen und bestätigen Augenzeugenberichte, dass die israelische Armee zielgerichtet töten wollte, während sie mit scharfer Munition Flüchtende in den Rücken schoss oder sogar Betende traf. 

Wir fordern Sie alle dazu auf, diese eklatanten und wiederholten Angriffe der israelischen Streitkräfte zu verurteilen. Die israelische Besatzungsmacht muss nach internationalem Recht für die Gräueltaten an wehrlosen Menschen, was einem Kriegsverbrechen gleichkommt, zur Verantwortung gezogen werden. Gleichzeitig fordern wir eine unabhängige internationale Untersuchung der Morde und Gewalt vom 30. März in Gaza. Die internationale Gemeinschaft ist rechtlich und moralisch in der Verpflichtung, konkrete Maßnahmen gegen die kriegerische Besatzung zu ergreifen, den Schutz der palästinensischen Bevölkerung sicherzustellen und ihr Recht auf Eigenstaatlichkeit und Selbstbestimmung zu verwirklichen. 

Die Einwohner Gazas leben seit Jahren in den Händen der israelischen Regierung unter unmenschlichen Bedingungen. Die militärische Blockade muss sofort beendet werden. Wir fordern Sie alle dazu auf, Ihre Verurteilungen zu veröffentlichen, Israel zur Rechenschaft zu ziehen und all Ihre Bemühungen fortzusetzen, das palästinensischen Volk zu unterstützen, sein eigenes unabhängiges Heimatland in Frieden, Freiheit und Würde zu verwirklichen.“ 

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