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11.06.2018 12:52

Zahl der Todesopfer in Gaza steigt weiter an

Die am 30. März begonnene Kampagne „Great March of Return“ mit friedlichen Protesten an der Grenze des Gaza-Streifens wird weiter fortgesetzt. Auch am vergangenen Freitag versammelten sich Palästinenser anlässlich des 51. Jahrestages der israelischen Besatzung und forderten ihr Rückkehrrecht anzuerkennen und die Belagerung des Gaza-Streifens zu beenden.

Die israelischen Besatzungstruppen setzten ihre tödliche Gewalt durch den Einsatz von scharfer Munition und gummiummantelten Geschossen fort. Vier unbewaffnete Demonstranten wurden vom israelischen Militär erschossen, 618 verletzt. Unter den Verletzten sind auch 48 Kinder und 20 Frauen. Zwei Sanitäter wurden durch den Beschuss mit scharfer Munition verletzt, ein Krankenwagen beschädigt und nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden auch fünf Journalisten verletzt.

Damit erhöht sich die Zahl der seit dem 30. März getöteten Palästinenser auf 135. Unter diesen sind auch Sanitäter und Journalisten, deren Ermordung ein Kriegsverbrechen ist. Rund 14.700 Palästinenser wurden seit dem 30. März verletzt.

So wurde der Sprecher der israelischen Regierung Michal Maayn gefragt (Twitter v. 14.05.2018), warum die israelischen Soldaten palästinensische Demonstranten erschießen. Er sagte: „Wir können nicht alle diese Leute ins Gefängnis bringen. Wir sprechen von hunderten von Menschen, die den Zaun attackieren.“

Und der Vorsitzende des parlamentarischen Ausschusses für Sicherheit und Außenbeziehungen Avi Dakhteri sagte (Facebook v. 14.05.2018): „Wenn die Demonstranten in Gaza weiter versuchen, Soldaten und israelische Bürger zu verletzen, mache ich mir keine Sorgen. Die Truppen haben genug Kugeln für alle Terroristen.“ 

Und Verteidigungsminister Avigdor Liebermann (i24 News v. 16.05.2018) dazu: „Die Hamas-Führung ist eine Gruppe von Kannibalen, die Kinder und Frauen als Waffen benutzt. Sie wollen die Belagerung von Gaza beenden, tun dies aber nicht mit Blick auf die wirtschaftliche Not der Palästinenser oder Koexistenz.

Likud-Mitglied Oren Hazan (Twitter v. 23.05.2018) über die Suspendierung des israelischen Polizeibeamten von den laufenden Ermittlungen weil er Jafar Farah, Direktor von Mossawa, während seiner Festnahme einfach das Knie gebrochen hatte: „Der Polizist wurde gefeuert? Wenn ich Minister für öffentliche Sicherheit wäre, dann würde der Polizist von mir sofort eine Beförderung erhalten. Den palästinensischen Terroristenanhänger, der auf dem Foto „verletzt“ ist, würde ich mit einem one way ticket zum Liquidationsprozess in den Gaza-Streifen verfrachten.“

Die israelische Straflosigkeit muss sofort beendet und die internationale Gemeinschaft muss sicherstellen, dass der Schutz des palästinensischen Volkes gewährleistet wird. Die internationale Gemeinschaft muss zudem Israel für die schweren Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zur Verantwortung ziehen und umgehend Ermittlungen zu den Morden an der Grenze des Gaza-Streifens einleiten. 

Der Minister für nationale Infrastruktur, Energie und Wasserwirtschaft Yuval Steinitz sagte: „Ich schließe die Möglichkeit nicht aus, Gaza zu erobern und ein für alle Mal zu beseitigen.“ (29.05.2018)

Einen Bericht der PLO-Verhandlungsabteilung für Mai erhalten Sie in englischer Sprach hier.

Beispiele von Aufhetzungen und Anstachelungen israelischer Regierungsverantwortlicher erhalten Sie in englischer Sprache hier. 

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