Sie befinden sich hier

Inhalt

20.06.2018 12:56

Zum Weltflüchtlingstag

Am Weltflüchtlingstag erinnern wir an die Not und das Elend der palästinensischen Flüchtlinge. Seit Beginn im Jahr 1948 ist die palästinensische Flüchtlingskrise die am längsten andauernde und bis heute ungelöste Krise.

 Im Mai jährte sie sich zum 70. Mal. Die Nakba (arab. Katastrophe) beschreibt den Prozess der ethnischen Säuberung der palästinensischen Bevölkerung von ihrem Land. Zwischen 1947 und 1948 wurden 800.000 Zivilisten, was 75% der palästinensischen Bevölkerung betrifft, zwangsweise von ihren Ländereien, aus ihren Dörfern und Häuser vertrieben. Als Flüchtlinge waren sie staatenlos und mussten in Not und Elend leben. Um ihre Rückkehr zu verhindern, zerstörten die zionistischen Milizen 531 Dörfer.

In Reaktion auf die Massenvertreibung der Flüchtlinge verabschiedete die Generalversammlung der Vereinten Nationen die Res. 194, die das Rückkehrrecht der Flüchtlinge unterstreicht: 

„…beschließt, daß denjenigen Flüchtlingen, die zu ihren Wohnstätten zurückkehren und in Frieden mit ihren Nachbarn leben wollen, dies zum frühestmöglichen Zeitpunkt gestattet werden soll und daß für das Eigentum derjenigen, die sich entscheiden, nicht zurückzukehren, sowie für den Verlust oder die Beschädigung von Eigentum, auf der Grundlage internationalen Rechts oder nach Billigkeit von den verantwortlichen Regierungen und Behörden Entschädigung gezahlt werden soll…“

Der Prozess der ethnischen Säuberung ist jedoch nicht beendet, wie der Fall des Dorfes Khan Al-Ahmar zeigt. Die ansässigen Beduinenfamilien droht per Abrissbefehl die Vertreibung, um Platz für eine jüdische Siedlung zu schaffen.

Am 30. März startete die palästinensische Zivilgesellschaft den sog. „The Great March Return“, um auf das ungelöste Flüchtlingsproblem aufmerksam zu machen und das Recht auf Rückkehr, das im Völkerrecht verankert ist. Seitdem fanden wöchentliche Demonstrationen an der Grenze des Gaza-Streifens statt, die Israel mit beispielloser Gewalt beantwortete. Bis heute wurden 135 Palästinenser getötet und rund 14.700 verletzt.

Fakten zu den palästinensischen Flüchtlingen:

  • 5.9 Millionen palästinensische Flüchtlinge sind 2017 bei der UNRWA registriert
  • Die Mehrheit der Flüchtlinge lebt in der Westbank (17%), im Gaza-Streifen (24,4%), in Jordanien (39%), im Libanon (9,1%) und in Syrien (10,5%)
  • 43% der Gesamtbevölkerung des Staates Palästina sind Flüchtlinge
  • 39,9% der Flüchtlinge sind jünger als 15 Jahre 
  • Rund 39% der Flüchtlinge gelten 2017 als arm
  • Die Arbeitslosenquote ist unter den Flüchtlingen höher. Sie beträgt 34,7% im Vergleich zu 22,7% unter den Nicht-Flüchtlingen

Weitere Informationen erhalten Sie in englischer Sprache beim palästinensischen Statistikamt

Kontextspalte