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16.08.2018 13:24

Gaza unter Beschuss

Die Eskalation in den letzten Wochen führte in Gaza zu mehr schlaflosen Nächten als zuvor. So flog das israelische Militär Luftangriffe auf 140 Orte im Gaza-Streifen. Dabei starben drei Palästinenser.

Darunter ist auch die junge Mutter Inas Khammash und ihr 18-jähriges Kind.  Bei einem anderen Gewaltübergriff wurde der 30-jährige Ali Ghandour von Besatzungssoldaten getötet, 12 Palästinenser wurden dabei verletzt. Zwei von ihnen sind in einem kritischen Zustand. Im Rahmen der Angriffe zerstörten die Besatzungstruppen auch ein Kulturzentrum im Gaza-Streifen.

Am vergangenen Freitag versammelten sich viele Menschen in Gaza zu einer friedlichen Protestkundgebung im Rahmen des „Great March Return“ unter dem Motto „Freedom and life for Gaza“. Israelische Scharfschützen eröffneten das Feuer auf die Menschenmenge und tötete zwei Palästinenser, darunter einen Sanitäter. Insgesamt wurden 307 verletzt. 

Bis zum 10. August starben 160 Palästinenser und mehr als 17.000 wurden verletzt. Die lebensnotwendige Gesundheitsversorgung verschlechtert sich weiter, dies fällt mit der wiederholten Schließung des Hauptübergangs von Karem Salem zusammen.  Der UN-Sonderkoordinator für den Nahost-Friedensprozess Nickolay Mladenow veröffentlichte eine Erklärung der Eskalation. 

Darin heißt es: „Seit Monaten warne ich davor, dass die humanitäre, sicherheitspolitische und politische Krise in Gaza in einen verheerenden Konflikt steuert, den niemand will. Unsere gemeinsamen Anstrengungen haben bisher verhindert, dass die Situation explodiert. Doch wenn die gegenwärtige Situation nicht sofort entspannt wird, kann sich diese sehr schnell verschlechtern, was verheerende Folgen für alle Menschen nach sich ziehen wird.“ 

Die internationale Gemeinschaft darf diesen Entwicklungen nicht weiter zusehen. Wir fordern sie daher auf, darauf hinzuwirken, dass Israel ein Minimum an Verpflichtungen als Besatzungsmacht einhalten und für seine schweren Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht zur Rechenschaft gezogen werden muss. 

Den Volltext der Erklärung des UN-Sonderkoordinators erhalten Sie in englischer Sprache hier. 

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