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06.09.2018 15:17

Angriffe auf die palästinensischen Dörfer Khan Al-Ahmar und Walajah

In dieser Woche setzte die israelische Besatzungsarmee ihre Angriffe auf die beiden palästinensischen Dörfer fort. In Walajah kam es zu Häuserabrissen und das Oberste Israelische Gericht gab grünes Licht für den vollständigen Abriss von Khan Al-Ahmar.

Khan Al-Ahmar

So zerstörten die Truppen vier Wohnhäuser in Walajah, das fünf Kilometer von der Stadt Bethlehem entfernt liegt. Dutzende palästinensische Familien wurden obdachlos. Die Dorfbewohner protestierten gegen die Abrisse, wurden jedoch mit Gummigeschossen und Tränengas attackiert. Das brutale Vorgehen der Besatzungstruppen forderte 10 Verletzte.

Mehr als 97% von Walajah, das hauptsächlich aus landwirtschaftlich genutzten Flächen besteht, wird als C-Gebiet betrachtet und steht damit vollständig unter israelischer Kontrolle. Seit der Besatzung 1967 hat Israel den größten Teil von Walajah erobert, um die Apartheidmauer zu bauen und zwei Siedlungen zu errichten bzw. auszubauen. Im Fall von Khan Al-Ahmar entschied der Oberste Gerichtshof Israel, das palästinensische Dorf vollständig zu zerstören, um den Weg für eine rein jüdische Siedlung zu ebnen. So sollte Khan Al-Ahmar in diesem Sommer von den Truppen abgerissen werden, was jedoch durch das Eingreifen der Internationalen Gemeinschaft vorerst gestoppt werden konnte. Khan Al-Ahmar gehört zu den 45 Beduinengemeinden, die in der Westbank bedroht sind. Mehr als 3.500 Menschen leben in den Gemeinden. Sie alle sind in dem Gebiet, das für den E1-Siedlungsplan vorgesehen ist, die Westbank in zwei Hälften zu zerteilen, Ost-Jerusalem zu isolieren und damit die Zwei-Staaten-Lösung endgültig zu zerstören. 

PLO-Exekutivmitglied Dr. Hanan Ahsrawi sagte in einer Erklärung, dass dieser Prozess der Vertreibung, Zerstörung und Unterdrückung seit nun 70 Jahren anhält, während die Welt dazu schweigt und sich weigert, Sanktionen gegen Israel zu verhängen. Sie warnte davor, dass wenn das palästinensische Volk nicht geschützt wird, dann wird es zu einer weiteren Entwurzelung und Enteignung kommen und die totale Zerstörung der territorialen Nachbarschaft und der demographischen Präsenz der besetzten Westbank (einschließlich Ost-Jerusalems) wird die Folge sein. 

PLO-Generalsekretär Dr. Saeb Erekat sagte zur Situation in Khan Al-Ahmar, dass die Menschen noch immer der Gefahr ausgesetzt sind, gewaltsam vertrieben und obdachlos zu werden, obwohl die Aktionen von Palästinensern und der Internationalen Gemeinschaft gleichermaßen verurteilt wurden. So bedarf es noch energischerer Maßnahmen, um die unerbittliche Kolonialmacht Israels zu bekämpfen, so Erekat. 

Beide appellierten an die Mitglieder der Internationalen Gemeinschaft, den Abriss von Khan Al-Ahmar sofort zu stoppen und forderten die Vertragsparteien der Vierten Genfer Konvention und den IStGH auf, Schutz für die Palästinenser zu leisten und Israel zur Verantwortung zu ziehen. Im Jahr 2016 verabschiedete der UN-Sicherheitsrat die Res. 2334, in der er alle „Maßnahmen, die darauf abzielen, die demografische Zusammensetzung, den Charakter und den Status des seit 1967 besetzten palästinensischen Gebiets, einschließlich Ost-Jerusalems, zu ändern…“ verurteilt. 

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