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17.09.2018 14:14

Im Gedenken an Sabra und Schatila

Wir erinnern heute an eines der schlimmsten Massaker in der palästinensischen Geschichte, bei dem 3.000 palästinensische Zivilisten kaltblütig in den Flüchtlingslagern Sabra und Schatila ermordet wurden.

 Es ist 36 Jahre, dass dieses Massaker in den Vororten von Beirut mitten im Bürgerkrieg im Libanon verübt wurde. So ist diese Tragödie eine Erinnerung an die Not der am stärksten gefährdeten Teile der palästinensischen Gesellschaft und unterstreicht zugleich die Bedeutung des Schutzes der Schwächsten. 

Das Massaker fand zwischen dem 16. und 18 September in zwei Flüchtlingslagern der UNRWA statt, wenige Monate nach dem israelischen Einmarsch in den Libanon und wurde von phalangistischen Milizen gemeinsam mit der israelischen Armee verübt. Bis zu 3.000 palästinensische Zivilisten, hauptsächlich Frauen, Kinder und ältere Menschen wurden brutal ermordet. 

Im Dezember 1982 verurteilte die Generalversammlung der Vereinten Nationen das Massaker einstimmig und bezeichnete es als eine Form des Völkermords. Zwei Kommissionen, die 1983 zusammentraten, die UNGA und die israelische Kahan-Kommission, kamen zu dem Schluss, dass Israel für die Gräueltaten verantwortlich war und der damalige Verteidigungsminister Ariel Sharon die persönliche Verantwortung für das Massaker trug. Anstatt Ariel Sharon für dieses Kriegsverbrechen zur Verantwortung zu ziehen wurde er 2001 Premier Israels und war auch verantwortlich für den Ausbruch der zweiten Intifada. 

Die Massaker erinnern uns daran, dass die Opfern und Überlebenden bis heute keine Gerechtigkeit erfahren haben. Sie sind ein Beispiel für Israels anhaltende Straflosigkeit. Die Internationale Gemeinschaft muss Israel wegen seiner Kriegsverbrechen und Völkermorde zur Rechenschaft ziehen. PLO-Generalsekretär Dr. Saeb Erekat betonte in einer Erklärung, dass diese Massaker keine Aberration seien, sondern Teil der systematischen israelischen Straffreiheit. „Der Internationale Strafgerichtshof sollte die 70 Jahre Straflosigkeit zur Kenntnis nehmen, die Israel trotz seiner Kolonisierungs- und Apartheidpolitik, die schwerwiegende Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und Kriegsverbrechen sind, genießt. Israel bedroht fortwährend die Existenz des palästinensischen Volkes auf seinem eigenen Land durch Vertreibungen, Häuserzerstörungen, Belagerung von Gaza, Zwangsumsiedlungen im besetzten Ost-Jerusalem, Khan Al-Ahmar östlich gelegen und anderswo im besetzten Palästina.“ 

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