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21.11.2018 13:42

Airbnb streicht Wohnungsangebote in den völkerrechtswidrigen Siedlungen

Am Montag gab das Unternehmen Airbnb bekannt, zukünftig keine Übernachtungen mehr in israelischen Siedlungen anzubieten. Diese Entscheidung kam nach einer internen Überprüfung, so das Unternehmen. So werden in den kommenden Tagen rund 200 Angebote in israelischen Siedlungen entfernt, die „Kern des Streits zwischen Israelis und Palästinensern sind“.

Das Unternehmen reagierte auf massive Kritik palästinensischer Regierungsvertreter und Menschenrechtsaktivisten. Sie hatten die betreffenden Angebote auf der Plattform als irreführend bezeichnet. Für den Interessenten werden die Unterkünfte so präsentiert als wenn sie in Israel liegen. Tatsächlich befinden sie sich jedoch auf besetztem palästinensischem Territorium und die internationale Gemeinschaft betrachtet die Siedlungen völkerrechtlich als illegal. 

PLO-Generalsekretär Dr. Saeb Erekat begrüßte die Entscheidung von Airbnb als guten ersten Schritt und sagte, es sei „für Airbnb von entscheidender Bedeutung, der internationalen Rechtsauffassung zu folgen, wonach Israel eine Besatzungsmacht und die israelischen Siedlungen in der Westbank, einschließlich im besetzten Ost-Jerusalem, allesamt illegal sind und Kriegsverbrechen darstellen.“ Dr. Erekat forderte den Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen auf, „die Datenbank der Unternehmen offenzulegen, die von der israelischen Kolonialbesatzung profitieren“. Er betonte, dass „israelische Siedlungen nicht nur ein Hindernis für den Frieden sind, sondern sich der Definition des Friedens widersetzen.“ 

Human Rights Watch begrüßte ebenfalls die Entscheidung von Airbnb, doch sollten nun Unternehmen, wie Booking.com folgen, so Omar Schakir, örtlicher Direktor von HRW auf Twitter. Nach Angaben der NGO Peace Now wurden seit dem Amtsantritt von US-Präsident Trump 14.454 Wohneinheiten in den Siedlungen genehmigt, was mehr als das Dreifache dessen beträgt, was vor seinem Amtsantritt genehmigt worden war (4.476 Wohneinheiten). Seit der israelischen Besatzung im Jahr 1967 ließen sich unter Verstoß gegen geltendes Völkerrecht israelische Siedler auf palästinensischem Land nieder. Heute leben etwa 600.000 israelische Siedler in etwa 200 Siedlungen völkerrechtswidrig auf palästinensischem Land. 

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