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21.01.2019 11:38

DCIP und OCHA: Israelische Soldaten töteten 254 Palästinenser - mindestens 45 Kinder in Gaza

In einem Bericht legt die NGO „Defense for Children International – Palestine“ (DCIP) den Vereinten Nationen detailliert dar, wie israelische Truppen palästinensische Kinder während der Massenproteste im Gaza-Streifen ermordet und damit Kriegsverbrechen begangen haben.

 In dem 57-seitigen Bericht, der in Zusammenarbeit mit „Human Rights and Gender Justice Law Clinic 8HRGJ) der Universität von New York verfasst wurde, listet die DCIP auf, dass von 56 palästinensischen Kindern, die 2018 von israelischen Soldaten und Siedlern getötet wurden, insgesamt 45 Kinder seit dem 30. März im Gaza-Streifen starben. Das DCIP sammelte Beweise und konnte in den meisten Fällen nachweisen, dass von den getöteten Kindern keine unmittelbare Gefahr oder ernsthafte Verletzung ausgingen als sie ermordet wurden. 

Der Bericht stellt fest, dass die Ermordungen der friedlich demonstrierenden Palästinenser in Gaza ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und schwerwiegende Verstöße gegen das Völkerrecht sind. Brad Parker von DCIP sagte zu dem Bericht, dass die Verstöße gegen internationales Strafrecht geahndet werden müssen, die in den Zuständigkeitsbereich des IStGH fallen und die Täter zur Rechenschaft gezogen werden müssen. 

Mit Blick auf die sich weiter verschlechternde Lage in den palästinensischen Gebieten berief der UN-Menschenrechtsrat am 18. Mai 2018 eine Sondertagung in Genf ein. Der Rat verabschiedete eine Resolution zur Schaffung einer internationalen Untersuchungskommission, um die möglichen Verletzungen im Zusammenhang mit den Massenprotesten, die am 30. März 2018 im Gaza-Streifen begonnen hatten, zu untersuchen. 

UN-Bericht: 254 Palästinenser getötet und 23.603 Palästinenser im März 2018 verletzt

Seit Beginn der Proteste mit dem Great March of Return starben seit dem 30. März 2018 bis Ende letzten Jahres 254 Palästinenser. Durch Schüsse der israelischen Besatzungssoldaten wurden 23.603 Palästinenser verletzt. Dies geht aus einem von den Vereinten Nationen am Montag veröffentlichten Bericht hervor. Während des Great March of Return töteten die israelischen Soldaten 180 Palästinenser, darunter 44 Kinder und vier Frauen. Im gleichen Zeitraum wurden 23.603 Palästinenser verletzt, darunter 5.183 Jungen, 464 Mädchen und 1.437 Frauen. 

Dem Bericht zufolge kam es im Mai bei Massenprotesten gegen die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu den meisten Todesfällen und Verletzungen (80 Tote und 5.981 Verletzte). „Die große Anzahl der Opfer unter den unbewaffneten palästinensischen Demonstranten, die von scharfer Munition getroffen wurden, hat zu großer Besorgnis über den übermäßigen Einsatz von Gewalt der israelischen Truppen geführt. Die Gewalt gegenüber Kindern und der fehlende Schutz der Ärzteteams sind ebenfalls besorgniserregend,“ heißt es in dem OCHA-Bericht. 

Link zum DCIP-Bericht in englischer Sprache

Link zu OCHA in englischer Sprache

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