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21.02.2019 14:33

Gewalt israelischer Siedler in der besetzten Westbank nimmt weiter zu

Der seit Jahren verzeichnete Aufwärtstrend bei der Gewalt israelischer Siedler gegen palästinensische Zivilisten und deren Eigentümer in der besetzten Westbank setzt sich auch in diesem Jahr fort. Dies geht aus einem Bericht des Amtes für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen (OCHA) hervor.

In 2019 dokumentierte OCHA im Durchschnitt sieben Angriffe pro Woche, die zu Verletzungen oder Sachbeschädigungen führten. Im Jahr 2018 waren es durchschnittlich fünf und im Jahr 2017 drei.

OCHA bestätigte in seinem zweiwöchentlich-erscheinenden Bericht über den Schutz der Zivilbevölkerung in den besetzten palästinensischen Gebieten, dass in den ersten beiden Februarwochen Akte des Vandalismus an palästinensischem Eigentum sowie die Entwurzelung von Bäumen sowohl von israelischen Siedlern als auch israelischen Behörden begangen wurden: 

Siedler griffen in der Nähe des Dorfes Jibiya in der Gegend von Ramallah einen 20-jährigen Palästinenser körperlich an und verletzten ihn. Insgesamt 425 palästinensische Bäume wurden von israelischen Siedlern in drei unterschiedlichen Attacken (in Tuwani und Sa'ir nahe Hebron, sowie Jalud nahe Nablus) entwurzelt oder zerhackt. 

Bei vier weiteren Vorfällen zerstachen israelische Siedler die Reifen von 14 Autos und sprühten üble Hassparolen als Graffiti in den Dörfern al-Lubban al-Sharqiya, Huwwara und al-Khalayleh. Im Dorf Deir Dibwan versuchten sie zusätzlich noch die Moschee in Brand zu stecken. 

Das Zerstören von Bäumen und Eigentum durch die israelische Armee traf hauptsächlich das nördliche Jordantal, wo am 6. Februar nahe dem Dorf Bardala etwa 500 Bäume ausgerissen, vier Dunum (4000 m²) genutzte Agrarfläche eingeebnet und ein Bewässerungssystem zerstört wurden.

Am selben Tag zwangen die israelischen Streitkräfte etwa 400 Palästinenser für bis zu 14 Stunden aus ihren Häusern, um militärische Übungen abzuhalten. Diese Maßnahme traf besonders die beiden Hirtengemeinschaften Khirbet al-Ras al-Ahmar und Hammamat al-Maleh, die sich in einer sog. „Feuerzone“ befinden. Gemeinschaften in solchen Gebieten sind ständig von Zwangsräumungen und sogar dauerhafter Umsiedlung bedroht.

OCHA bestätigte weiterhin, dass in den ersten beiden Februarwochen 15 palästinensische Bauten in Ost-Jerusalem und im C-Gebiet zerstört oder konfisziert wurden. Dadurch verloren 39 Palästinenser ihr Zuhause und der Lebensunterhalt von 70 weiteren wurde eingeschränkt. Seit Anfang des Jahres 2019 wurden insgesamt 49 Gebäude und Bauvorhaben in der besetzten Westbank von Israel dauerhaft zerstört.

Den vollständigen Bericht erhalten Sie in englischer Sprache hier.

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