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01.03.2019 11:56

Februar im besetzten Palästina

Wie die palästinensische Bevölkerung weiter unter der israelischen Besatzung leiden muss, zeigt die Zusammenstellung von Ereignissen, die wir für den Monat Februar dokumentieren.

27. Februar. Ausgerissene Olivenbäume in Hebron

28. Februar

Israelische Kampfjets bombardieren einen Platz in Khan Younis im besetzten Gaza-Streifen. Die Kampfjets schießen in der Nacht fünf Raketen auf den Platz. Bei nächtlichen Demonstrationen entlang der Grenze des Gaza-Streifens schießen Besatzungstruppen einem Palästinenser ins Bein. (Ma’an)

In der besetzten Westbank verhaften israelische Besatzungstruppen bei zahlreichen Razzien 14 Palästinenser, darunter mehrere Minderjährige. In Ramallah werden die beiden 15-jährigen Bahjat Dar Badr und Balal Ali Dar Badr sowie Ahmad Amer Zahran, Muhammad Kamal Zahran, Amer Jamil Atta und Majdi Mashour Fararjeh entführt. In Jericho wird Hamza Khaled Awad gefangengenommen. In Qalqiliya wird Othman Abu Labda verhaftet. In Nablus entführen die Soldaten den 17-Jährigen Yousef Muhammad Ramadan sowie Aqba Fayez Shuli, Muhammad Imad Suwalma, Khalil Zeidan und Abed al-Rahman Muhammad Ishtayeh. Der 19-Jährige Abdullah Hussam Abdullah wird am Grenzübergang zu Jordanien verhaftet. (Ma’an)

27. Februar

Israelische Besatzungstruppen und Geheimdienstler dringen im Jerusalemer Stadtteil Silwan in das Haus im des palästinensischen Gouverneurs von Jerusalem Adnan Ghaith ein und nehmen ihn fest. Er wurde bereits mehrfach verhaftet, zuletzt im November. Außerdem wurde ihm im Dezember gerichtlich untersagt, in der besetzten Westbank oder ins Ausland zu reisen. Auch im Stadtteil Issawiya des besetzten Jerusalems führen die Besatzungstruppen mit einem Großaufgebot zahlreiche Razzien durch. Sie verhaften 21 Palästinenser. (Div.)

Im besetzten Jerusalem sprüht ein Siedler auf dem Bab al-Rahma Friedhof rassistische, anti-arabische Hassbotschaften an die Wände des Goldenen Tores (Bab al-Rahma). (Ma’an)

In der Gegend Khillet al-Dabe, südlich von Hebron, reißen israelische Besatzungstruppen 350 Olivenbäume aus dem Boden. (Ma’an)

26. Februar

Bei nächtlichen Razzien werden erneut über 21 Palästinenser in verschiedenen Teilen der besetzten Westbank von Besatzungstruppen verhaftet. In Jerusalem entführen sie u.a. den 14-Jährigen Ahmad Jawad Othman. (Ma’an)

Am Checkpoint zwischen Jerusalem und Bethlehem protestieren hunderte Palästinenser gegen die miserablen Umstände und Behandlungen durch die Besatzungstruppen. Die israelischen Besatzungstruppen schießen die friedliche Demonstration mit Tränengas nieder. Dutzende erleiden durch den massiven Einsatz von Reizgas schwere Atemnot. (Wafa)

Der israelische Militärgerichtshof Ofer beschließt 13 Palästinenser in Administrativhaft zu halten. Diese Männer werden mindestens die nächsten sechs Monate in Haft verbringen, ohne verurteilt oder überhaupt angeklagt zu sein. Zudem kann die sog. Administrativhaft beliebig verlängert werden. Es handelt sich um Wael Rabie, Noor al-Din Ahmad, Ismail Ali, Hisham Abu Saleh, Kayed Namoura, Hassan al-Zaghari, Rabhi Shahwan, Ali Abu Attiya, Salah Badwan, Khalid Daadou, Abdel Latif Muhammad Haj, Muhammad Awad und Saleh Abdel Harimi. (Ma’an)

25. Februar

In der Gegend Wadi Sair, südöstlich der Stadt Hebron, greifen israelische Besatzungstruppen zusammen mit Siedlern die Häuser der drei Palästinenser Khalil Shalaldeh, Abdullah Ibrahim und Ahmad Shalaldeh an. Sie zerstören gemeinsam die Solarzellen, welche die Häuser mit Strom versorgen. Sie verwüsten auch die Inneneinrichtung und konfiszieren anschließend die Aufnahmen der Sicherheitskameras. (Ma’an)

In Rafah, im Gaza-Streifen stationierte israelische Soldaten beschießen eine friedliche Demonstration und verletzen drei Jugendliche schwer. (Wafa)

Bei dem Dorf Bartaa, nahe der Stadt Jenin, reißen israelische Bulldozer über 300 Oliven und Mandelbäume aus dem Boden. (Ma’an)

24. Februar

In Jerusalem verhaften Besatzungstruppen die beiden hohen Beamten der Waqf-Behörde Sheikh Abd al-Athim Salhab und Sheikh Najeh Bkerat. Sie hatten eine wichtige Rolle bei den Demonstrationen zur Wiedereröffnung des Goldenen Tors (Bab Al-Rahme) als Zugang zur Al-Aqsa-Moschee gespielt. Ebenfalls verhaftet wird Irfat Najib. Er ist Wachmann der Moschee. Ohne Angabe von Gründen erteilen die Besatzungsbehörden dem Beamten Sheikh Raed Daana ein sechsmonatiges Zutrittsverbot für die Al-Aqsa-Moschee (Ma’an)

Bei nächtlichen Razzien werden in der besetzten Westbank mindestens 10 Palästinenser verhaftet. Im besetzten Jerusalem werden nahe dem Damaskustor die beiden Palästinenser Nour al-Ajlouni und Hassan Iyad festgenommen; in Qalqilya sind es Mustafa al-Haj Hassan, Daoud Shanti und Muhammad Abed al-Latif Daoud; in Ramallah Aziz al-Rimawi und Mourad Kareem al-Barghouthi;in Hebron Muhammad Ashraf Issa, Samed Mahmoud Sabah und Hamza Abu Yabes. (Ma’an)

23.Februar

In Hebron greift ein extremistischer Siedler den Palästinenser Husam Abuhadid an. Die verbale und physische Attacke findet vor den Augen der Besatzungstruppen statt. Die Soldaten greifen jedoch nicht ein. Abuhadid erleidet Prellungen und Schläge auf den Kopf. (Wafa)

Ein 18-Jähriger Palästinenser aus dem Flüchtlingslager Al-Arroub nahe der Stadt Hebron wird schwerverletzt als Besatzungstruppen ihn mit einem Gummigeschoss treffen. Am Eingang des Flüchtlingslagers hatten Jugendliche gegen die Soldaten protestiert. Die Besatzungstruppen eröffnen daraufhin das Feuer auf die Jugendlichen. (Ma’an)

22. Februar

Bei den wöchentlichen Demonstrationen im Gaza-Streifen zum Großen Marsch der Rückkehr erschießen die israelischen Besatzungstruppen den 15-Jährigen Youssef Said Hussein al-Dayeh mit scharfer Munition. Mehr als 41 weitere Palästinenser werden durch den Beschuss verletzt. (Ma’an)

Im Dorf al-Mughayyir nahe der Stadt Ramallah in der besetzten Westbank demonstrieren Palästinenser friedlich gegen die Beschlagnahmung ihres Landes. Die Besatzungstruppen schießen rücksichtslos mit scharfer Munition, Gummigeschossen und Tränengas auf die Demonstranten und verletzen drei Palästinenser schwer. Dutzende weitere erleiden Atemnot durch den massiven Einsatz von Tränengas. (Ma’an) 

Im Gaza-Streifen feuern israelische Truppen der Marine auf palästinensische Fischerboote. Durch den Beschuss zwingen sie die Fischer umzudrehen. (Ma’an)

In der Nacht auf Samstag brechen israelische Besatzungstruppen in die Wohnhäuer mehrerer Familien in der besetzten Westbank ein. Sie entführen Abed al-Fattah Khalid Abu Sal (21) und Muhammad Salameh al-Jundi (22) aus dem Flüchtlingslager al-Arroub, nördlich der Stadt Hebron. In Beit Rima, im Westen Ramallahs, verhaften die Besatzungstruppen die beiden Männer Ayham Abed al-Latif und Muhammad Khaldun al-Barghouthi. (Ma’an)

21. Februar

Vor der Küste des Gaza-Streifens attackiert die israelische Marine zwei palästinensische Fischerboote. Israelische Soldaten eröffnet von einem Schiff das Feuer auf ein Boot, auf dem ein palästinensischer Fischer mit seinem Sohn arbeitet. Die beiden werden getroffen und verletzt festgenommen. Das beschädigte Boot wird konfisziert. Ein weiteres Boot wird von einem israelischen Schiff gejagt und gerammt. Der Fischer an Bord wird schwer verletzt und muss ins Krankenhaus gebracht werden. (Wafa)

In Hebron greifen extremistische Siedler gemeinsam mit den Besatzungstruppen am Morgen eine Grundschule in der Altstadt an. Mehr als 30 Schüler erleiden aufgrund des massiven Beschusses mit Tränengas schwere Atemnöte. (Ma’an)

20. Februar

Besatzungstruppen verhaften mindestens 40 Palästinenser in der gesamten besetzten Westbank, 26 davon im besetzten Jerusalem. Der Großteil von ihnen wird beim Beten verhaftetals israelische Truppen das Gelände der Al Aqsa Moschee stürmen.  Fünf Gläubigen wird untersagt, den Haram Al-Sharif in den kommenden Wochen zu betreten. (Div.)

Im besetzten Jerusalem wird eine palästinensische Familie obdachlos, weil israelische Bulldozer die beiden Häuser der Familie im Stadtteil Beit Haninna zerstören. Der Großteil der insgesamt 10-Köpfigen Familie al-Muhtaseb sind Kinder. Die Familie hatte bereits seit 2015 gegen die drohende Zerstörung ihres Heims gekämpft, jedoch haben Palästinenser in diesen Fällen kaum Aussicht auf Erfolg vor den israelischen Gerichten. Die Angestellten der Besatzungsbehörden übergaben am selben Tag noch weitere Abrissanordnungen an palästinensische Familien. (Ma’an)

Hunderte radikaler Siedler, eskortiert von einem Großaufgebot israelischer Besatzungstruppen, erzwingen sich den Zugang zum Josefs-Grab in der Stadt Nablus, in der besetzten Westbank. Daraufhin versammeln sich Palästinenser, um gegen das Eindringen zu protestieren. Die Besatzungstruppen feuern direkt mit schweren Gummigeschossen und Tränengasgranaten auf die Palästinenser und verletzen 10 Menschen. (Wafa)

19. Februar

Bei Razzien in der gesamten besetzten Westbank werden mindestens 16 Palästinenser verhaftet, darunter einige Minderjährige. Im Hebron-Distrikt werden Zayedf Mutaab Balal Muhammad Kuwazba und sein Sohn Thaer Balal Muhammad Kuwazba verschleppt. In Bethlehem werden Mousa Muhammad al-Amour und Muad Ibrahim al-Amour, sowie die Minderjährigen Walid Abed al-Fattah Salah (16) und Muhammad Shalbi al-Shaer (17) verhaftet und entführt. In Ramallah verhaften die Besatzungstruppen Ayed Falih und Yazan Mathloum. Ibrahim Jaloud aus Qalqilya wird ebenfalls verhaftet; sechs weitere Palästinenser in Jenin: Muhammad samir al-Rakh, Jihad Najam, Yazan Salit, Muhammad Yousef al-Ghoul, Ayqa Nafaa Yahya und Ahmad Jawdat Jarar. (Ma’an)

Nördlich von Nablus beschlagnahmen Besatzungstruppen Fliesen im Wert von 100.000 Shekel (24.400 Euro) des Palästinensers Khaled Tamimi. Sie begründeten die Beschlagnahmung damit, dass Tamimi die Kacheln nicht im Gebiet, welches unter das C-Gebiet fällt, ausstellen dürfe. (Wafa)

Im besetzten Jerusalem versammelt sich aus Protest gegen die Schließung des Goldenen Tores eine Menge Gläubiger zum Abendgebet. Dutzende Palästinenser werden verletzt als israelische Truppen brutal gegen die Betenden vorgehen. Mindestens 15 Palästinenser werden verhaftet. (Wafa)

18. Februar

Israelische Polizeitruppen stürmen die Al-Aqsa-Moschee im besetzten Jerusalem, verhaften dort Einzelne, sperren alle Zugänge zur Moschee und zwingen die Betenden aus der Moschee. Dies geschieht im Zusammenhang mit der kürzlichen Schließung des Goldenen Tors durch israelische Truppen. (Wafa)

Nahe der Stadt Jenin überfallen mehrere mit Stöcken bewaffnete Siedler einige Gemüsestände und prügeln einen palästinensischen Gemüsehändler nieder. (Wafa) 

17. Februar

Nahe Tubas in der besetzten Westbank, greifen Siedler einen palästinensischen Schäfer und seine Herde an. Sie rasen mit hoher Geschwindigkeit auf die Herde zu und überfahren ein Schaf. Anschließend stehlen sie zwei weitere Schafe und gehen auf den Schäfer los. Dies alles geschieht im Beisein von israelischen Besatzungstruppen, die den Schäfer schließlich verhaften und stundenlang verhören. (Ma’an)

Im besetzten Jerusalem wird die Familie Abu Assab von Besatzungstruppen aus ihrem Haus gezerrt, um Platz für jüdische Siedler zu machen. Ein israelisches Gericht hatte entschieden, die seit 65-Jahren in dem Haus lebende Familiezu enteignen und zu vertreiben. Der Vater Hatem Abu Assab wird im Zuge der Räumung vor den Augen seiner Familie von israelischen Besatzungstruppen verprügelt. (Wafa)

16. Februar

Entlang des Gaza-Streifens beschießen israelische Besatzungstruppen palästinensische Bauern auf ihren Äckern Ähnliches spielt sich vor der Küste des Gaza-Streifens ab, wo Schiffe der israelischen Marine palästinensische Fischerboote ins Visier nehmen. Durch Beschuss zwingen sie die Fischer umzudrehen. (Ma’an)

In der Nacht auf Samstag brechen israelische Kampftruppen in die Häuser mehrerer Familien in der besetzten Westbank ein. Sie entführen Abed al-Fattah Khalid Abu Sal (21) und Muhammad Salameh al-Jundi (22) aus dem Flüchtlingslager al-Arroub, nördlich der Stadt Hebron. In Beit Rima, im Westen Ramallahs, verhaften die Besatzungstruppen die beiden Männer Ayham Abed al-Latif und Muhammad Khaldun al-Barghouthi. (Ma’an)

15. Februar

Besatzungstruppen schießen die wöchentlich stattfindenden Demonstrationen im Gaza-Streifen des Großen Marsch der Rückkehr erneut brutal nieder. Sie setzen scharfe Munition, Gummigeschosse und Tränengas ein und verletzen über 20 Palästinenser schwer. Ein 15-Jähriges Kind wird mit scharfer Munition niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt. (Ma’an)

Über 30 schwerbewaffnete Siedler überfallen das Dorf Urif, südlich von Nablus. Ihr Angriff gilt insbesondere der Baustelle einer Straße, die palästinensische Bauern des Dorfes mit ihren Feldern verbinden soll. Hier beschädigen sie Gerätschaften. Daraufhin versammeln sich die palästinensischen Anwohner zu einer Demonstration, welche von der anrückenden israelischen Besatzungsarmee rücksichtslos beschossen wird. Mindestens drei Palästinenser werden getroffen und verletzt. Dutzende weitere erleiden Atemnot durch den Einsatz von Tränengas Wenige Stunden später rücken Bulldozer der Besatzungstruppen an. Sie türmen Schutt- und Geröllhügel auf der Baustelle auf, um den Bau der Straße zu verhindern. (Ma’an)  

14. Februar

Ein Mob radikaler Siedler stürmt in das Dorf Iskaka, östlich der Stadt Salfit in der besetzten Westbank und randaliert. Die Siedler besprühen die Moschee, einige Häuser und Autos mit Hassparolen und Drohungen und zerstechen die Reifen von über 20 Fahrzeugen. (Wafa)

Dutzende Schüler der Tareq Bin Ziad Schule nahe Hebron erleiden schwere Atemnot und müssen behandelt werden, nachdem Besatzungstruppen die Schule mit Tränengasgranaten attackierten. (Wafa)

13. Februar

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch schießen die Besatzungstruppen vier Palästinenser im Gaza-Streifen bei einer Demonstration mit scharfer Munition nieder und verletzten sie schwer. Sie werden im Shuhada al-Aqsa Krankenhaus behandelt. Zwei schweben in Lebensgefahr. (Ma’an)

Bei nächtlichen Razzien der Besatzungstruppen nahe Ramallah, Hebron, Tubas und Jenin in der besetzten Westbank werden acht Palästinenser verhaftet. Es handelt sich um Anas Fayez Amro, Ahmad Nasser al-Duda, Nasser Muhammad Hanihan, Arabi Abu Duwas, Waadi al-Shahrouri, Ahmad Hussein Daraghmeh, Ibrahim Labib Nuwasra sowie den 17-jährigen Mujahed Wajdi al-Barghouthi. Der Minderjährige erleidet schwere Prellungen als die Besatzungstruppen bei der Entführung mehrfach auf ihn einprügeln. (Ma’an)

In Beit Jala, nahe Bethlehem, wird die Familie von Mohammad Zreina von Besatzungstruppen brutal aus ihrem Haus gezerrt und geschlagen. Anschließend reißen Bulldozer ihr Haus ein. Die Familie ist obdachlos. Dies ist bereits das zweite Mal für die Familie. Bereits 2016 zerstörten die Besatzungstruppen ein Haus der Familie. (Wafa)

Bei einer Großdemonstration randaliert ein Mob israelischer Siedler geschützt von den Besatzungstruppen in der Altstadt von Hebron. Sie skandieren anti-palästinensische Hassparolen und Drohungen und greifen gezielt die Häuser von Palästinensern an. Einige von ihnen dringen in das Haus der Familie al-Sharabati ein und bedrohen die Familienmitglieder. (Ma‘an)

12. Februar

Der 17-Jährige Hasan Nabil Nofal verstirbt im al-Shifa Krankenhaus im Gaza-Streifen. Er erliegt den Verletzungen, die ihm israelische Besatzungstruppen bei einem friedlichen Protest vergangenen Freitag zugefügt hatten. Dem jungen Mann wurde eine Tränengasgranate ins Gesicht geschossen. (Ma’an)

35 Menschen im Gaza-Streifen werden verletzt als Besatzungstruppen die wöchentlich stattfindende Demonstration „Naval March“  gewaltsam unterdrücken. Sie feuern mit Tränengas, scharfer Munition sowie mit Kriegsschiffen auf die friedlich Protestierenden. Die Demonstration richtet sich gegen die seit mehr als 10 Jahren andauernde Blockade des Gaza-Streifens durch die israelische Kriegsmarine. (Ma’an)

Siedler überfallen den 35-Jährigen Schäfer Barakat Ali Daraghmeh nahe dem Dorf al-Farisiya und misshandeln ihn schwer. Daraufhin werden Sanitäter von der israelischen Armee über eine Stunde lang gehindert den Schwerverletzten zu bergen und zu versorgen. Als er schließlich in ein nahes Krankenhaus eingeliefert werden kann, stellen Ärzte Schnitte und Prellungen am ganzen Körper fest. Die Besatzungsarmee rückt währenddessen in das Dorf ein und entführt die beiden Schäfer Louay Zahdi Daraghmeh und Ali Kheiri Daraghmeh. (Ma’an)

Nahe der Stadt Yatta, südlich von Hebron, zerstören israelische Truppen die Wasserleitungen zu 19 palästinensischen Gehöften. Des Weiteren zerstören sie eine Straße, welche den ansässigen Bauern den Zugang zu ihren Feldern erleichterte. Die Straße war in der Vergangenheit bereits mehrfach verwüstet worden. (Wafa)

11. Februar

Im Jordantal, nahe dem Dorf Bardala, rücken die Besatzungstruppen mit Bulldozern ein und zerstören über 520 Olivenbäume. Die etwa 15-jährigen Bäume werden entweder aus dem Boden gerissen oder niedergehackt. Sie gehörten alle palästinensischen Anwohnern. (Ma‘an)

Bei nächtlichen Razzien in der gesamten besetzten Westbank werden mindestens 21 Palästinenser von den Besatzungstruppen entführt. Unter ihnen sind mindestens drei Minderjährige. Die NGO „Palestine Prisoner’s Society“ konnte die Namen und teilweise das Alter der Verschleppten ermitteln. In und um Hebron: Mahdi Abed al-Jawad Badr (36), Rami Issa Ashour (35), Wahid Samir Adi (16), Yasser Muhammad al-Rajoub und Bader Muhammad al-Huwamda. Im Bethlehem Distrikt: Ibrahim Hassan Ajaj (14), Ahmad Ali Issa (18), Kareem Muhammad Daadou (14) und Ibrahim Hani Samoun (27). Im besetzten Jerusalem: Mahmoud Abed al-Latif (27). Ramallah und Umgebung: Zhed Matar al-Rimawi (33), Mahmoud Thalji al-Khatib (20), und Taim Awad al-Hajj (20). Nablus und Umgebung: Ramzi Hamad Eweis und Ziyad Kamal Eweis. Jenin Distrikt: Ahmad Ghazi Ighbariye, Mahmoud Ali al-Saadi und Abdullah Said Ighbariye. Schließlich drei weitere aus dem Tulkarem Distrikt: Asid Muhammad Kaabiya (25), Khaled Mutei Harshe und Omran Ayman Harshe. (Ma‘an)

Im Dorf al-Tuwani, nahe der Stadt Yatta in der besetzten Westbank, stürmen und durchsuchen Besatzungstruppen eine Pumpanlage zur Wasserversorgung des Dorfes. (Ma’an)

10. Februar

Am frühen Sonntagmorgen stürmen israelische Besatzungstruppen in der gesamten besetzten Westbank palästinensische Häuser und entführen mindestens 9 Palästinenser. Bei Razzien im Dorf Tuqu nahe Bethlehem werden Wael Mujahed Issa, Mourad Sami Jabrin und Muhammad Salim Abu Mufrah entführt. Im besetzten Ost-Jerusalemer Stadtteil Issawiya werdeb Adam Abu Riyaleh, Alaa Amjad Atyah und Salah Ghassan Abid entführt. Nahe Tulkarem wird Louay Yousef al-Zarikiya verhaftet. Am Qalandiya-Checkpoint der Besatzungsarmee werden die beiden Jugendlichen Muhammad Awni Aslan (16) und Abed al-Malik Abu Latifa (19) verhaftet. (Ma’an)

Nahe Nablus greifen dutzende israelische Siedler und Besatzungstruppen gemeinsam die Schule des Dorfes Urif an. Die Schulleitung lässt die Schule evakuieren, dennoch kommt es zu Verletzten. Mindestens 10 Schüler müssen wegen dem massiven Einsatz von Tränengas behandelt werden. In den vergangenen Monaten wurde die Schule wiederholt von Siedlern und Armee überfallen. (Div.)

9. Februar

An einer Verkehrskreuzung südlich von Bethlehem attackieren über 50 extremistische Siedler mehrere Palästinenser. Sie werfen Steine auf vorbeifahrende Fahrzeuge und skandieren Hassparolen. Zu Siedlergewalt kommt es auch nahe dem Dorf Ras Karkar westlich von Ramallah. (Ma’an)

In der Nacht von Samstag auf Sonntag tobt ein Mob israelischer Siedler in der Nachbarschaft Tel Rumeida im Herzen Hebrons. Gezielt greifen sie palästinensische Häuser an, nachdem Anführer der Siedler zum Mord an Palästinensern aufgerufen hatten. (WAFA)

8. Februar

Zwei Minderjährige werden beim Großen Marsch der Rückkehr von Besatzungstruppen erschossen. Bei den Toten handelt es sich um den 13-Jährigen Hassan Iyad Shalbi, sowie den 17-Jährigen Muhammad Rashdi Ishteiwi. 17 weitere Palästinenser werden verletzt. Die Besatzungstruppen eröffneten das Feuer mit scharfer Munition und Tränengas auf die friedliche Demonstration. Zeitgleich schießen Kriegsschiffe der israelischen Marine vor der Küste des Gazastreifens auf Fischerboote. Die palästinensischen Fischer können sich vor dem Beschuss an die Küste retten. (Ma’an)

Der 36-Jährige Yaser Hamed Eshtayyeh stirbt in israelischer Haft. Der aus dem Dorf Tell in der besetzten Westbank stammende Mann, saß seit 2009 eine lebenslängliche Haftstrafe ab. Nähere Umstände oder Gründe für sein Ableben werden nicht bekanntgegeben. (WAFA) 

Etwa 10 Undercover-Besatzungstruppen, die einige Spürhunde mit sich führen, stürmen die Jamal Abdul-Nasser Moschee mitten in Ramallah. Sie entführen den Angestellten des Religions-Ministeriums und Mitarbeiter der Moschee Hamza Ghanem bei der Arbeit. Bei dem Rückzug aus der Stadt wird das Undercover-Kommando von regulären Besatzungstruppen unterstützt, welche im Zentrum der Stadt mit Blend- sowie Tränengasgranaten wild um sich schießen. Dabei verletzen sie mindestens drei Palästinenser. (WAFA)

Am späten Abend dringen radikale Siedler in das Dorf al-Mughayyir nahe Ramallah ein und eröffnen das Feuer auf die palästinensischen Bewohner. Bei dem Angriff wird niemand verletzt. In einer ähnlichen Attacke vor zwei Wochen ermordeten die Siedler den vierfachen Vater Hamdi Saadeh Naasan aus dem Dorf. (Ma’an)

7. Februar

Das palästinensische Beduinendorf al-Araqib in der Wüste Negev wird zum 140-mal abgerissen. Unter dem Schutz der israelischen Polizei rücken Bulldozer morgens ein und zerstören das Dorf. Kinder, Frauen und Alte werden ohne Obdach dem Regen ausgesetzt. Trotz der ständigen Zerstörung bleiben die Einwohner entschlossen, das Dorf wieder aufzubauen. Israel weigert sich, 34 Beduinendörfer anzuerkennen, weshalb diese keinerlei staatliche Leistungen erhalten und permanent von Zerstörung und Vertreibung bedroht werden. (Ma’an)

6. Februar

Der 51-Jährige Faris Baroud aus dem Gaza-Streifen stirbt in israelischer Haft. Er litt an chronischen Erkrankungen der Leber, Asthma und einem Leistenbruch. Diese wurden von den Besatzungsbehörden völlig unzureichend behandelt und sein Tod in Kauf genommen. Die Organisation „Palestinian Prisoners and Former Prisoners’ Affairs Committee“ bezeichnet seinen Tod als direkte Folge der unwürdigen Haftbedingungen und warnt vor weiteren Todesfällen von palästinensischen Häftlingen, die nur unzureichend medizinisch versorgt werden. Baroud befand sich bereits seit 28 Jahren in Haft, von denen er vier in Isolationshaft verbrachte. Besuche in Haft wurden seit 18 Jahren nicht einmal seiner Mutter gestattet. (Ma’an) 

Bei nächtlichen Razzien schießen Besatzungstruppen im Dorf al-Lubban al-Sharqiya nördlich von Ramallah Tränengeschosse in Wohnhäuser. Durch das Einatmen des Reizgases fällt ein 5-jähriges Kind in Ohnmacht und es muss medizinisch versorgt werden. (Wafa)

Angestellte der israelischen Stadtverwaltung von Jerusalem dringen unter dem Schutz der Besatzungstruppen in den Stadtteil Issawiya im besetzten Ost-Jerusalem ein. Sie erteilten die Ankündigung, fünf Häuser einzureißen. (Wafa)

5. Februar

Im Dorf Bardala im Jordantal der besetzten Westbank reißen Besatzungstruppen etwa 450 Olivenbäume aus dem Boden unter dem Vorwand, die Bäume seien auf Land gepflanzt worden, das Eigentum des israelischen Staates ist. Israelische Behörden haben große Teile des Landes im Jordantal konfisziert. Wenn möglich, werden die palästinensischen Eigentümer enteignet und das Land für militärische Infrastruktur und Siedlungen freigegeben. Zeitgleich zerstören radikale Siedler um die Stadt Yatta, nahe Hebron, weitere 23 Olivenbäume. (Wafa)

Der Generalmajor der israelischen Armee, Nadav Padan, erteilt den Befehl die Häuser der Brüder Assem und Saleh al-Barghouthi und ihrer Familien im Dorf Kobar, nördlich Ramallahs, abzureißen. Die Mutter der beiden, Suheir al-Barghouti, wird bei einer nächtlichen Razzia von der Armee verhaftet. Besatzungstruppen haben den damals 29-Jährigen Saleh im Dezember 2018 getötet. Laut einem Bericht der NGO B’Tselem ist eine Ermordung Salehs wahrscheinlich. Assem befindet sich seit Januar in Haft. Ihm wird vorgeworfen am Tag nach der Ermordung seines Bruders einen Anschlag verübt zu haben, bei dem zwei Soldaten ums Leben kamen. (Ma’an)

4. Februar

Das Dorf Deir Dibwan, östlich von Ramallah, wird von israelischen Siedlern gestürmt. Die Extremisten beschädigen dabei nicht nur einige Fahrzeuge, sondern beschmieren auch die Moschee des Dorfes mit anti-palästinensischen Hassbotschaften und Drohungen. Augenzeugen berichten, dass sie brennbare Flüssigkeiten im Eingang der Moschee verteilen, die jedoch nicht zünden. (Div.)

Der 21-Jährige Abdullah Faysal Towalba wird von israelischen Soldaten am al-Jalama Checkpoint nahe der Stadt Jenin erschossen. Als er auf einem Motorrad mit einem Freund an dem Checkpoint vorbei fährt, wird er von mehreren Schüssen getroffen. Er verstirbt kurz darauf im Krankenhaus an den schweren Verletzungen. Sein Freund wird ebenfalls getroffen, schwebt jedoch nicht in Lebensgefahr. Die Besatzungsarmee gibt bekannt, die jungen Männer hätten ein verdächtiges Objekt in Richtung des Checkpoints geworfen. Augenzeugen widersprechen dieser Darstellung. Keine Soldaten wurden verletzt. (Ma’an)

3. Februar

Der 30-jährige Ahmad Abu Jabal erliegt den schweren Verletzungen, die ihm israelische Besatzungstruppen vorherige Woche zugefügt haben. Er wurde mit scharfer Munition angeschossen als er an der Demonstration Großer Marsch der Rückkehr nahe der Stadt Beit Lahiya im Gaza-Streifen teilgenommen hatte. (Div.)

Israelische Besatzungstruppen lösen Unruhen im Dorf al-Lubban Ash-Sharqiya südlich von Nablus in der besetzten Westbank aus. Dabei verletzen sie einen Jugendlichen mit Gummigeschossen schwer. Zunächst drangsalieren die Soldaten Kinder auf dem Heimweg aus der Schule. Anschließend schießen sie rücksichtslos mit Gummigeschossen und Tränengas in Wohngebiete. (WAFA)

In der besetzten Westbank erteilt die Besatzungsarmee kurzfristig 50 palästinensischen Familien den Befehl, ihre Häuser am 6. Februar, sowie teilweise am 12. Februar, zu verlassen. Insgesamt müssen 311 Palästinenser in mehreren Dörfern im nördlichen Jordantal den Befehl über sich ergehen lassen. Die Familien müssen der Besatzungsarmee Platz machen, die in diesem Zeitraum in den Wohngebieten trainieren wird. (Div.)

In der Nacht von Samstag auf Sonntag brechen die Besatzungstruppen in die Häuser mehrerer Familien von Dörfern um Bethlehem sowie Hebron ein und verhaften neun, teils minderjährige, Palästinenser. Der 42-jährige Hatem Jabr Deriya wird gemeinsam mit seinen Söhnen Mousa (15) und Yousif (17) aus seinem Haus verschleppt. (WAFA)

Die Frauen Jihad al-Razem, Suad al-Ubeidiya, Dina Tarawa, Rania Ghazzawi, Ibtisam al-Tawil, Safaa al-Imam und die minderjährige Zainab Tarawa verlassen am Sonntagmorgen die al Aqsa Moschee in Jerusalem. Daraufhin werden sie unter dem angeblichen Grund, einen falschen Ausgang benutzt zu haben, verhaftet und bis zum Abend festgehalten. Ihnen wird das Betreten der Moschee für mehrere Wochen untersagt. (Ma’an)

2. Februar

Beim Großen Marsch der Rückkehr werden am Samstag 32 Menschen im Gaza-Streifen verletzt. Israelische Soldaten beschießen die friedlich demonstrierenden Palästinenser mit scharfer Munition und Tränengas. Dadurch erleiden zwei Minderjährige lebensgefährliche Verletzungen. Einer Rettungssanitäterin wird von den Soldaten eine Tränengasgranate direkt in das Gesicht geschossen. (Ma’an)

Mit einer Welle von nächtlichen Razzien überzieht die Besatzungsarmee am Samstag die Westbank. Es kommt zu Überfällen und Verhaftungen nahe Jerusalem, Hebron, Bethlehem, Jenin und Nablus. Dabei werden die Palästinenser Ahmad Mazen Harb, Abed al-Rahman Ishteiwi, Muhammad Khader al-Umour und Munther Abu Jildeh verhaftet, Tränengas in Wohngebieten verschossen, Checkpoints gesperrt und die Aufnahmen verschiedener Sicherheitskameras beschlagnahmt. 

1. Februar

Im Dorf al-Mughayyir, nordöstlich von Ramallah in der besetzten Westbank, nehmen israelische Besatzungstruppen eine Demonstration mit scharfer Munition unter schweren Beschuss. Dabei verletzen sie 19 Palästinenser. Hunderte Palästinenser nehmen an der Demonstration teil, die sich gegen die anhaltenden Angriffe der israelischen Siedler sowie den Landraub durch die Besatzungsbehörden richtet. Erst letzte Woche hatten Siedler das Dorf überfallen und dabei den 38-jährigen Hamdi Naasan, Vater von vier Kindern, getötet und 30 weitere Menschen verletzt. Die angreifenden Siedler befinden sich seither auf freiem Fuß. (Div.)

Mehrere israelische Militärfahrzeuge, darunter vier Bulldozer, überfallen am Freitagmorgen palästinensische Gebiete entlang der Ostgrenze von Khan Younis im südlich belagerten Gaza-Streifen. Die Bulldozer zerstören das Land, in dem sie es einebnen. (Ma’an)

BITTE BEACHTEN SIE:  Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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