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30.04.2019 12:28

April im besetzten Palästina

Wie die palästinensische Bevölkerung weiter unter der israelischen Besatzung leiden muss, zeigt die Zusammenstellung von Ereignissen, die wir für den Monat April dokumentieren.

30. April: Palästinensische Fischer in Gaza - ihre Fischzone wurde auf sechs Seemeilen verringert (Maan)

30. April
 
Während nächtlicher Razzien in der Westbank verhaften die Besatzungstruppen mindestens sieben Palästinenser. Unter den Verhafteten ist auch der 14-jährige Ahmad Nazeyeh Abu Adi. (Maan)

Israelische Behörden verringern die Fischzone, in denen palästinensische Fischer ihren Lebensunterhalt nachgehen dürfen von 15 auf nur sechs Seemeilen. So müssen die Fischer ihre bereits ausgelegten Netze in neun Seemeilen entfernen bzw. zerstören. Auch werden sie von der israelischen Marine zurück an Land gedrängt. (Maan)
 
29. April
 
Ein Palästinenser wird in der Nähe eines Checkpoints im Norden der besetzten Westbank in den Rücken geschossen. Warum die Besatzungssoldaten das Feuer auf ihn eröffneten ist nicht bekannt. (IMEMC)
 
Drei palästinensische Arbeiter, die als Vermessungstechniker tätig sind, werden bei Angriffen gewaltbereiter Siedler im Dorf Ros Karkar, westlich der Stadt Ramallah in der Westbank, verletzt. Sie erlitten Blutergüssen und Prellungen durch Steine und müssen in einem Krankenhaus behandelt werden. (IMEMC)
 
27. April
 
Der 20-jährige Omar Awni Abdul-Karim Younis erliegt seinen schweren Verletzungen, die er eine Woche zuvor erlitten hatte. Israelische Besatzungssoldaten schossen mehrere Salven auf den jungen Mann an einem Checkpoint in Za’tara, nördlich der Stadt Nablus. Danach verhinderten sie, dass palästinensische Ärzte sich ihm näheren konnten. (IMEMC)
 
26. April
 
In der Ortschaft Ni’lin attackieren Besatzungstruppen eine gewaltfreie Protestaktion, die sich gegen die Mauer und den Bau der völkerrechtswidrigen Siedlungen richtet. Mehrere teilnehmenden Palästinenser werden durch das Tränengas verletzt. (IMEMC)
 
25. April
 
Dutzende israelischer Siedler stürmen unter dem Schutz der Besatzungstruppen den Haram al-Sharif mit der Al-Aqsa-Mosche. Augenzeugenberichten zufolge drangen mehr als 320 Siedler über das marokkanische Tor auf das Areal vor. (Maan)
 
22. April
 
Im Monat April erließen die israelischen Behörden bisher 75 Haftbefehle gegen palästinensische Gefangene, die in israelischer Haft sind. Nach Angaben des palästinensischen Gefangenenausschusses wurden einige Haftbefehle an bereits wiederholt inhaftierte Palästinenser vollstreckt, andere zum ersten Mal. Die Haftbefehle reichen von zwei bis sechs Monaten. Nach Angaben der NGO Addameer befinden sich derzeit 5.450 Palästinenser in israelischer Haft. Unter ihnen sind 497 in sog. Administrativhaft, 48 sind weiblich sowie 205 minderjährig, 32 Kinder sind unter 16 Jahren. (div. Quellen)
 
21. April
 
Israelische Behörden schließen die Sportarena von Beit Safafa in Jerusalem und verbieten Palästinensern, ein Fußballturnier auszutragen. Diese hatten es anlässlich des Tages der palästinensischen Gefangenen (17.04.) organisiert. (IMEMC)
 
Ein fünfjähriges Kind wird von einem israelischen Siedler in den Al-Ferdees-Bergen östlich der Stadt Bethlehem in der besetzten Westbank überfahren. Es erleidet Schnittverletzungen und Prellungen. (IMEMC)
 
20. April
 
Israelische Truppen schießen auf einen Palästinenser am Checkpoint Zaatara, südlich des Bezirkes von Nablus, in der besetzten Westbank. Angeblich soll er eine Attacke auf die Besatzungssoldaten versucht haben. Nach Augenzeugenberichten eröffneten die Soldaten das Feuer als er am Checkpoint vorbeiging. (Maan)
 
19. April
 
Israelische Besatzungstruppen zerstören das Haus mit zwei Wohnungen der Familie des 19-jährigen Arafat Irfaiya im Wadi al-Harya südlich der Stadt Hebron in der besetzten Westbank. Irfaiya ist in israelischer Haft. Ihm wird vorgeworfen einen israelischen Siedler getötet zu haben. (Maan)
 
18. April
 
Der 15-jährige Mousa Ali Abu Shlouf wird im Gaza-Streifen von Schüssen getroffen und erliegt an Ort und Stelle seinen Verletzungen. Er hatte an den Freitagsprotesten entlang der Grenze des Gaza-Streifens teilgenommen. Die Soldaten feuerten mit scharfer Munition auf die friedlich Protestierenden, setzten Gummigeschosse und Tränengas ein. (div. Quellen)
17. April
 
Unter dem Vorwand die Häuser ohne israelische Baugenehmigung errichtet zu haben, begannen israelische Bulldozer am Mittwochmorgen mit dem Abriss mehrerer palästinensischer Lagerhäuser und eines Lagerhauses im Stadtteil Silwan von Ost-Jerusalem. (IMEMC)
 
16. April
 
Im Jordantal, in der nördlichen Westbank, konfiszieren israelische Behören 51.000 dunams palästinensischen Landes. Sie erklären die betreffenden Ländereien als geschlossenes Militärgebiet, dass von der palästinensischen Bevölkerung ohne israelische Genehmigung nicht mehr betreten werden darf. Fünf Dörfer sind isoliert und die Menschen verlieren die Kontrolle über Wasserquellen, landwirtschaftliches Equipment und Solarzellen. (Maan)  
 
Im südlichen Gaza-Streifen greifen israelische Besatzungstruppen palästinensische Fischer und Bauern an. Augenzeugenberichten zufolge schießen sie auf die Boote der Fischer in der Nähe von Rafah und zwingen diese zur Umkehr. (IMEMC)
 
15. April
 
Israelische Truppen nehmen im Zuge von Razzien in der besetzten Westbank insgesamt 10 Palästinenser fest. (IMEMC)
 
Dutzende Schulkinder und mehrere Lehrer werden am Montag im südlichen Teil der Stadt Hebron in der besetzten Westbank von Besatzungstruppen attackiert. Die Soldaten feuerten mehrere Salven von Schallbomben und Tränengas in die Grundschule Khadija Bint Khweiled Emanatory-Schule, die Thu Nurain-Grundschule und die Tareq-Bin-Ziad-Schule. Mehrere Ärzte eilten in die Schule, um die verletzten Kinder und Lehrer zu behandeln. (IMEMC)
 
13. April
 
Ein palästinensischer Jugendlicher wird von gummiummantelten Stahlkugeln getroffen und verletzt. Israelische Besatzungstruppen hatten im Zentrum der Stadt Hebron in der besetzten Westbank auf mehrere palästinensische Journalisten geschossen. Sie gingen mit brutaler Gewalt vor und trafen dabei den Jungen. (Maan)
 
10. April
 
Die israelischen Behörden erteilen die Order, 401 dunum palästinensischen Landes zu konfiszieren. Es wird für den Siedlungsbau im südlichen Teil der besetzten Westbank benötigt. Die in Planung befindliche neue Straße, die durch archäologische Gebiete und ein Naturschutzgebiet führen wird, soll die völkerrechtswidrige Siedlung Gush Etzion mit anderen Siedlungen verbinden. Tatsächlich wird diese Straße das Flüchtlingslager al-Arroub und die Stadt Beit Ummar nördlich von Hebron isolieren, palästinensische Obstgärten und Ackerland zerstören. (IMEMC)
 
Am Mittwochmorgen dringen mehrere israelische Militärfahrzeuge entlang der Grenze zu Rafah im südlichen Gaza-Streifen vor. Sie roden palästinensisches Ackerland und zerstörten es. Östlich der Stadt Khuzaa im Süden eröffnen die Besatzungstruppen das Feuer auf mehrere Palästinenser. (Maan)
 
9. April
Palästinensischen Bewohnern im nördlichen Jordantal wird die Beschlagnahme ihres Landes mitgeteilt. Etwa 95 Hektar sind betroffen. Diese werden für eine neue Siedlerstraße benötigt. Das Jordantal ist besonders fruchtbar, 88% sind sog. C-Gebiet, das unter israelischer Militärkontrolle steht. Bereits 57% des Landes im Jordantal wurde zu sog. militärischen Sperrzonen erklärt, palästinensische Bewohner enteignet bzw. sie dürfen es nicht betreten. (Maan)
 
 
8. April
Eine Gruppe radikaler Siedler verletzen zwei Palästinenser durch Steinwürfe in der Ortschaft Jibiya, nordwestlich von Ramallah, in der besetzten Westbank. Die Siedler drangen in die Ortschaft ein und bewarfen die Ortsbewohner, ihre Häuser und Autos mit Steinen. (IMEMC)
 
Hamza Shihadeh Najajra aus der Ortschaft Nahalin, westlich von Bethlehem muss in einem Krankenhaus versorgt werden, weil ein Siedler ihn mit seinem Auto angefahren hat. Die Tat geschah auf der Straße von Jerusalem nach Hebron in der Nähe der Siedlung Gush Etzion, südlich von Bethlehem. Der Siedler floh. Najajra erlitt eine Kopfverletzung und befindet sich in kritischem Zustand. (WAFA)
 
7. April
Am Sonntag übergaben israelische Behörden neun palästinensischen Bewohnern in der Region Masafer Yatta in der südlichen Westbank Abrissverfügungen. Diese betreffen Strukturen und Tiergehege, die angeblich ohne israelische Baugenehmigung errichtet wurden. (WAFA)
 
6. April
Tahsin Bani Odeh wird von einem israelischen Besatzungssoldaten im Dorf Hadidiya im Jordantal zusammengeschlagen. Odeh hatte gerade seine Schafe geweidet als der Soldat ihn angriff. Ein Grund hierfür ist nicht bekannt. (WAFA)
 
5. April
Der 13-jährige Hazem Ma’moun Qatesh wird von israelischen Besatzungstruppen in der Ortschaft Azzoun, östlich von Qalquiliya in der nördlichen Westbank, festgenommen. Die Soldaten waren in das Wohnhaus seiner Familie eingedrungen. (IMEMC)
 
3. April
Der 23-jährige Mohammad Abed al-Fattah aus Salfit wird von einem israelischen Siedler am Checkpoint Huwwara im Distrikt Nablus in der besetzten Westbank erschossen. Augenzeugen berichten, dass der Siedler mit seinem Fahrzeug die Straße blockierte und dann das Feuer eröffnete. Der 22-jährige Kahled Ruwayja wird bei dem Siedlerangriff verletzt und muss im Krankenhaus von Nablus behandelt werden. (Maan)
 
Im Dorf Deir Jarir nördöstlich der Stadt Ramallah fällen israelische Siedler etwa 550 Bäume auf palästinensischem Ackerland. Die Bäume, 150 Mandelbäume und etwa 400 Weinreben sind etwa fünf Jahre alt und wurden einfach abgehackt. Die Siedler sprühten auch rassistische Graffiti an einen Wassertank auf dem Ackerland des Bauern Abed al-Dayim Ajaj. (Maan und WAFA)
2. April
Bulldozer der israelischen Besatzungsarmee zerstören das zweistöckige Wohnhaus der Familie Hoshiyeh im Flüchtlingslager Shufat im besetzten Ost-Jerusalem. (WAFA)
 
Im Zuge von Razzien nehmen die Besatzungstruppen acht Palästinenser in der Westbank fest. (PPS)
 
Ein Palästinenser starb nach einem gezielten Beschuss im Gaza-Streifen. Der 25-jährige Faris Yousef Abu Hajras aus Khan Younis im südlichen Gaza-Streifen hatte an den Protesten des Great March of Return an der Grenze teilgenommen. Er wurde von Besatzungssoldaten beschossen und erlag kurze Zeit später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Damit erhöht sich die Zahl der getöteten Palästinenser, die seit dem Jahrestag des Protets am 30. März 2019 getötet wurden, auf vier. (Maan)
 
 
1. April
Bei verschiedenen Razzien in der besetzten Westbank nehmen Besatzungstruppen 11 Palästinenser fest. (IMEMC)
 
Eine Gruppe von gewaltbereiten Siedlern dringt in die Ortschaft Beit Hanina, nördlich des besetzten Ost-Jerusalems ein und beschädigt mehrere Autos. Die Siedler sprühen an verschiedene Fahrzeuge und Wände rassistische Grafitti, wie z.B. „Tod den Arabern“. (IMEMC)
 
BITTE BEACHTEN SIE:  Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

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