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03.07.2019 15:05

UNESCO: Geburtskirche und Pilgerweg in Bethlehem nicht länger auf der Liste der gefährdeten Welterbestätten

Die Geburtskirche Jesu Christi in Bethlehem und der zugehörige Pilgerweg sind nicht länger auf der Liste der gefährdeten Welterbestätten. Dies gab das Welterbekomitee nach einem Treffen in Baku, Aiserbaidschan am Dienstag bekannt.

Phase III: Restauration der Wandmosaiken

Die Entscheidung würdigte die hohe Qualität der Restaurierungsarbeiten der Geburtskirche, vor allem der Restaurierung des Daches, der Außenfassaden, der Säulen, Mosaiken und Türen. Das Komitee begrüßte zudem die Einstellung eines Projektes für einen Tunnel, der unter den Krippenplatz führen sollte und einen Plan zur Erhaltung des historischen Geländes. Seit 2013 finden umfangreiche Restaurierungsarbeiten zum Erhalt des historischen Kulturerbes statt. Es wurden zudem die Beleuchtung erneuert und Rauchmelder installiert.  
 
Bereits im Jahr 2008 hat Präsident Mahmoud Abbas ein Dekret zur Gründung des präsidialen Komitees mit dem Ziel der Durchführung des Restaurierungsprogrammes erlassen. Dies geschah in Koordinierung mit den drei eigentumsberechtigten Kirchen (griechisch-orthodox, franziskanisch, armenisch) und mit breiter internationaler finanzieller Unterstützung.  
 
Die palästinensische Ministerin für Tourismus und Altertümer Frau Rula Maya verwies auf die hohe Bedeutung der schnell voranschreitenden Restaurationsarbeiten, die innerhalb von fünf Jahren nach der Vollmitgliedschaft Palästinas bei der UNESCO in Rekordzeit durchgeführt worden sind. Bereits bei der Aufnahme der Geburtskirche als Weltkulturerbestätte im Jahr 2012 kam die Kirche zeitgleich auf die Liste der von äußeren Einflüssen bedrohten Welterbestätten.  
 
Zu den Welterbestätten gehören neben Bethlehem auch die Kulturlandschaft Süd-Jerusalems (Battir) mit dem Wadi Makhrour (2014), die Altstadt Hebrons (2017) und die Altstadt Jerusalems mit seinen Mauern (1981). Letztere wurde bereits 1982 auf die Liste der bedrohten Welterbestätten gesetzt. Wiederholte illegale Grabungsarbeiten in der Altstadt Jerusalems, aber auch aktuell die Tunnel-Eröffnung in Silwan unter US-Teilnahme zeigen, dass die Bedrohungen bis heute anhalten und diese Welterbestätten in ihrem Bestand akut gefährdet sind.  
 
Während wir Palästinenser unsere Verpflichtung in Bethlehem erfüllen, das Weltkulturerbe als bedeutendes Eigentum der Menschheit zu pflegen und zu bewahren, zielt die israelische Strategie im besetzten Jerusalem auf die Änderung und Neugestaltung des historischen Charakters der Altstadt. Damit soll in der heiligen Stadt eine Verankerung der ausschließlichen israelischen Souveränität entgegen jeglichen Verpflichtungen aus dem Völkerrecht manifestiert werden. Das entfaltet verheerende Folgen für das Weltkulturerbe,“ so Botschafterin Dr. Daibes zu den aktuellen Entwicklungen in Jerusalem.  
 
Mehr Informationen zum Restaurationsprojekt finden Sie in englischer Sprache hier.  

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