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05.08.2019 13:53

OCHA: Bericht zum Schutz der Zivilbevölkerung im Juli

Die Gewalt gegen die palästinensische Zivilbevölkerung in der besetzten Westbank und im abgeriegelten Gaza-Streifen ging auch im Juli weiter. Dies geht aus einem von OCHA veröffentlichten Bericht für den Zeitraum 16.-29. Juli hervor.

So wurde am 26. Juli ein 23-jähriger Palästinenser erschossen, der an den wöchentlichen fortgesetzten Demonstrationen zum Great March of Return teilgenommen hatte. Dies ist das erste Todesopfer unter den Demonstranten seit dem 10. Mai. Weitere 473 Palästinenser wurden im dokumentierten Zeitraum verletzt; 188 mussten in Krankenhäusern behandelt werden.
 
Im vorgegebenen Zeitraum eröffneten die israelischen Soldaten mindestens 12 Mal das Feuer an der Grenze des Gaza-Streifens und vor der Küste. In einem Fall wurden zwei palästinensische Fischer getötet und ihr Boot beschlagnahmt. In ein einem anderen Fall wurde ein Palästinenser festgenommen. Zwei Mal drangen die Soldaten auf palästinensisches Gebiet vor, feuerten Salven ab und beschädigten ein Haus. 

Bei Razzien und nächtlichen Hausdurchsuchungen wurden 200 Palästinenser in verschiedenen Städten und Dörfern der besetzten Westbank festgenommen, darunter 36 in Hebron, 30 in Jerusalem, zumeist in Al Isawiya. Unter den 75 verletzten Palästinensern sind auch 22 Kinder. Sie wurden durch das Einatmen von Tränengas, durch Gummigeschosse oder auch scharfe Munition sowie das Einsetzen von körperlicher Gewalt verletzt.
 
Ein 31-jähriger Palästinenser starb am 16. Juli in israelischer Haft. Nach Angaben des Palästinensischen Gefangenenverbandes verschlechterte sich sein Zustand zusehends aufgrund mangelnder ärztlicher Versorgung.  
Im dokumentierten Zeitraum gab es mehrere Attacken gewaltbereiter israelischer Siedler. Am 16. Juli wurde ein 6-jähriges Kind im Stadtteil Batn al Hawa in Silwan, Ost-Jerusalem tätlich angegriffen und verletzt. Rund 150 Olivenbäume palästinensischer Bauern wurden in Susiya und ash Shuyuk in Hebron zerstört.

In der Westbank wurden im Zeitraum vom 16.-29. Juli insgesamt 44 palästinensische Gebäude zumeist unter dem Vorwand, keine israelische Baugenehmigung zu besitzen, abgerissen. Dabei wurden 38 Menschen vertrieben. Von den Häuserabrissen sind jedoch mehr als 6.000 betroffen. Allein die Zerstörungen im C-Gebiet umfassen 14 mit Spendengeldern finanzierte Gebäude, wie vier Wasserzisternen in den Gemeinden Umm al Kheir und Khashem ad Daraj. Die Gebiete leiden unter Wasserknappheit. Rund 4.000 Bewohner der Ortschaft Asira ash Shamaliya in Nablus waren betroffen als die israelischen Behörden vier mit Spenden finanzierte Straßen zerstörten, die zu landwirtschaftlichen Flächen führen. 

Den Volltext des englischsprachigen Berichtes erhalten Sie hier.  

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