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09.09.2019 15:11

Palästinensischer Gefangener in israelischer Haft verstorben

Der 47-jährige Bassam al-Sayyeh ist in einem israelischen Gefängnis verstorben. Nach Angaben der palästinensischen Kommission für Gefangene und ehemalige Inhaftierte litt der aus Nablus stammende al-Sayyeh an Krebs. Damit erhöht sich die Zahl der palästinensischen Gefangenen, die seit 1967 in israelischen Gefängnissen starben auf 221.

Der verstorbene Bassam al-Sayyeh

 Al-Sayeeh wurde 2015 inhaftiert; im Jahr 2011 erhielt er die Diagnose Knochenkrebs, im Jahr 2013 Blutkrebs. 

Die Kommission macht die israelische Regierung für rassistische Verbrechen gegen die Palästinenser, einschließlich der psychischen und physischen Folter sowie medizinischen Vernachlässigung verantwortlich. Sie forderte eine Untersuchung der Verbrechen. 

Gem. Art. 91 der Vierten Genfer Konvention muss „jeder Internierungsort eine angemessene Krankenstation haben“ und Internierte dürfen nicht davon abgehalten werden, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Zusätzlich heißt es in Art. 92, dass „ärztliche Untersuchungen von Internierten mindestens einmal im Monat durchgeführt werden müssen.“ Die palästinensische NGO Addameer sieht daher eine offensichtliche Vernachlässigung in der Behandlung bzw. im Zugang zu medizinischem Fachpersonal, was ein eklatanter Verstoß gegen diese Bestimmungen und daher gegen das Völkerrecht darstellt.
 
PLO-Generalsekretär Dr. Saeb Erekat twitterte hierzu: „Wir machen die Israels voll verantwortlich und fordern den Internationalen Strafgerichtshof auf, unverzüglich Ermittlungen einzuleiten. Israelische Verantwortliche müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“ Mindestens 700 palästinensische Gefangene leiden an schweren gesundheitlichen Problemen, rund 160 benötigen dringend medizinische Versorgung.  

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