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26.11.2019 14:57

PLO: Israelische Regierung trägt die Verantwortung für den Tod des Gefangenen Sami Abu Diyak

Nachdem er monatelang schwer krank war, erlag der palästinensische Gefangene Sami Abu Diyak (36) heute in einem israelischen Gefängnis seinem schweren Darmkrebsleiden.

Er litt an Nieren- und Lungenversagen. Diak ist der 222. Gefangene, der in einem israelischen Gefängnis verstirbt.  
 
Sowohl die PLO als auch die palästinensische Regierung machen Israel für seinen Tod verantwortlich, der die Folge von Israels Politik einer Vernachlässigung der medizinischen Versorgung palästinensischer Gefangener ist, heißt es in einer Erklärung des Präsidentenbüros. Hinzu kommen schwere Verletzungen der Menschenrechte und Kriegsverbrechen, einschließlich der Folter.  
 
So warnte das Präsidentenbüro vor dem „langsamen Tod von Gefangenen in israelischen Gefängnissen“ durch die Vernachlässigung ihrer medizinischen Versorgung. Regierungssprecher Ibrahim Melhem forderte im palästinensischen Rundfunk eine „sofortige internationale Intervention“. Er kündigte an, dass sich die palästinensische Regierung an entsprechende internationale Parteien wenden werde, um sicherzustellen, dass die in Israel inhaftierten Gefangenen, insb. die Kranken, entsprechend versorgt werden.  
 
PLO-Exekutivmitglied Dr. Hanan Ashrawi drückte ihr tiefes Mitgefühl gegenüber der Familie des Verstorbenen aus. Sie sagte, dass die berüchtigte und gut dokumentierte Misshandlung palästinensischer Gefangener, einschließlich Kinder, moralisch, rechtlich und politisch verwerflich ist. Israel erfüllt keine völkerrechtlichen Verpflichtungen und missachtet die von den Vereinten Nationen festgelegten Standards. Auch sei das Versäumnis der Internationalen Gemeinschaft, Israel für seine Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, unentschuldbar, so Dr. Ashrawi.
 
Selbst nach israelischer Militärgerichtsbarkeit, die ungerecht und deren System rassistisch ist, hätte Diyak Anspruch auf humanitäre Freilassung gehabt, damit er die letzten Tage bei seiner Familie verbringen kann. Israel hat ihm dieses vorgetragene Recht mehrfach verweigert und damit erneut bekräftigt, dass seine Politik der Masseninhaftierung von Palästinensern und Scheingerichten darauf abzielt, ein ganzes Volk kollektiv zu bestrafen und Rache auszuüben, so Dr. Ashrawi.  
 
Diyak starb im israelischen Gefängnis ohne seine Mutter oder seine Angehörigen noch einmal gesehen zu haben. Sein Leichnam wurde noch nicht überführt.

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