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20.01.2016 11:08

Human Rights Watch ruft Unternehmen zur Beendigung jeglicher Siedlungsaktivitäten auf

Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch ist der festen Überzeugung, dass Siedlungsgeschäfte zu Menschenrechtsverletzungen beitragen. Sie rief nun ausländische Firmen in aller Welt dazu auf, die Zusammenarbeit mit den Siedlungen in der besetzten Westbank zu vermeiden oder zu beenden.

Ausländische Firmen, die in Geschäftsbeziehungen zu den Siedlungen stehen, würden "ein von Natur aus rechtswidriges und missbräuchliches System" stützen, heißt es in einem gestern veröffentlichten 162-seitigen Bericht der Organisation. Dieser, unter dem Titel "Occupation, Inc.: How Settlement Businesses Contribute to Israel's Violations of Palestinian Rights" veröffentlicht, dokumentiert, wie Geschäfte mit den Siedlungen zu deren Wachstum und Erhalt beitragen. 

"Die Geschäftsbeziehungen sind angewiesen auf die unrechtmäßige Konfiszierung von palästinensischem Gebiet und anderen Ressourcen durch die israelischen Behörden und tragen dazu bei. Zudem profitieren sie von diesen Menschenrechtsverletzungen ebenso wie von Israels diskriminierender Politik, den Siedlungen Privilegien auf Kosten von Palästinensern einzuräumen. Zu diesen Privilegien zählen der Zugang zu Land und Wasser, Subventionen der Regierung und Genehmigungen zur Landnutzung," heißt es. 

Arvind Ganesan, Leiter der Abteilung Wirtschaft und Menschenrechte erläuterte: "Geschäftsbeziehungen mit den Siedlungen unterstützen unweigerlich die Politik Israels, durch die Palästinenser enteignet und massiv diskriminiert werden. [...] Wenn Unternehmen behaupten, dass sie den eingeschlossenen Palästinensern helfen wollten, indem sie ihnen Jobs zu Mindestlöhnen und mit nur geringem Arbeitnehmerschutz anbieten, dann verletzen sei nicht nur deren Menschenrechte, sondern beleidigen sie auch noch."

Den englischsprachigen Bericht erhalten Sie hier.


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