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Das palästinensische Bildungssystem

Seit ihrer Etablierung arbeitet die palästinensische Regierung stetig an der Verbesserung der bildungsrelevanten Infrastruktur, Lehreraus- und Fortbildung, die Vereinheitlichung der Curricula und den Aufbau eines übergreifenden Bildungssystems. Drei Ministerien sind dafür zuständig: Das Ministerium für Bildung, das Ministerium für höhere Bildung (Hochschulwesen) sowie das Ministerium für Arbeit.

Darüber hinaus gibt es ein Zentrum für die Entwicklung des Curriculums. Außerdem wurde im palästinensischen Legislativrat ein Komitee eingesetzt, welches sich unter anderem mit der relevanten Gesetzgebung beschäftigt. Da während der Intifada aufgrund der erzwungenen Schul- und Hochschulschließungen durch die israelische Armee praktisch das gesamte Bildungswesen zusammengebrochen ist, entstanden viele private Initiativen und Nichtregierungsorganisationen, di sich bis heute für die Verbesserung des palästinensischen Bildungssystems einsetzen.

Das Schulsystem

Abiturienten bei Zeugnisvergabe.

In Palästina besteht eine allgemeine Schulpflicht für Kinder zwischen dem 6. und 15. Lebensjahr. Im Gegensatz zu Deutschland, wo ein dreigleisiges Schulsystem etabliert wurde, gibt es in Palästina bis zur zehnten Klasse eine einheitliche Schulausbildung. Der Notendurchschnitt entscheidet dann, ob die Jugendlichen auf weiterführende Schulen gelangen, wo sie innerhalb von zwei Jahren zum Abitur (Tawjihi) geführt werden.

Neben dem allgemeinen, sog. "akademischen" Abitur, welches im naturwissenschaftlichen oder literaturwissenschaftlichen Bereich abgelegt werden kann, existiert die Möglichkeit, ein Fachabitur im kaufmännischen, industriellen, agrarischen oder im medizinischen Pflegebereich zu machen. Wer mit dem "akademischen Abitur" abschließt, darf sich an Universitäten einschreiben, das Fachabitur berechtigt zum Studium an einem College. Seit 1994/95 werden die Abiturprüfungen von den zuständigen palästinensischen Behörden abgenommen.

Das Schuljahr beginnt Ende August oder Anfang September und endet Ende Mai des folgenden Jahres. Dementsprechend umfasst das Unterrichtsjahr 210 - 215 Schultage (bei einem freien Tag in der Woche) bzw. 175 - 180 Schultage (bei zwei freien Tagen).

Neben 1.474 staatlichen Schulen existieren 147 Privatschulen, meist mit kirchlichen Trägern, und 253 UNRWA-Schulen.

Die Berufsbildung

Lange Zeit existierten keine dem deutschen System vergleichbaren Ausbildungsgänge für Schulabgänger der zehnten Klasse. Handwerkliche Berufe erlernten die Jugendlichen meist durch die Arbeit in einem entsprechenden Berufszweig. Die Wichtigkeit einer gleichermaßen praktisch wie theoretisch fundierten Berufsausbildung wurde jedoch von der palästinensischen Regierung schnell erkannt und in Programmen umgesetzt. Es wurden Zweijahreskurse für die Ausbildung von Facharbeitern, 5 - 8 monatige Kurse für die Ausbildung von "Semifacharbeitern" eingerichtet.

Die Höhere Bildung

Studenten an der Bethlehem Universität.

Der Hochschulbereich ist sehr gut ausgebaut. Zahlreiche Hochschulen, die sowohl Bachelor- als auch Masterprogramme anbieten, entstanden Mitte der 1970er und Anfang der 1980er Jahre. Nach vier bzw. fünf Jahren (für Ingenieursstudiengänge) erhalten Studierende ihren Bachelor, der Masterabschluss erfordert ein zweijähriges Zusatzstudium. An Fachhochschulen, sogenannten "Community Colleges", und dem Polytechnikon erhalten Studenten eine eher praxisorientierte Ausbildung, die nach zwei Jahren mit einem Diplom abgeschlossen wird.

Studieren in Deutschland

Humboldt-Universität in Berlin.

Für ein Studium an einer deutschen Hochschule muss eine Hochschulzugangsberechtigung nachgewiesen werden, die auch ein Studium in Palästina ermöglicht. Dabei muss der Schulabschluss mit dem deutschen Abitur gleichwertig sein. EineÜberprüfung erfolgt über die DAAD Zulassungsdatenbank oder über die Datenbank der Kultusministerkonferenz.
Bewerbungen für ein Studium werden entweder an die Universitäten, das Akademische Auslandsamt, das Studentensekretariat der Wunschhochschule oder über Uni-Assist gerichtet.

Hinweis:

Fachhochschulen im Bundesland Baden-Württemberg nehmen Bewerbungen nur über das Ausländerstudienkolleg der Hochschule Konstanz entgegen.

Verfahren für Studienanfänger:

Bewerber müssen entsprechende Anmeldeformulare der Universitäten ausfüllen. Das Formular kann online erfasst und elektronisch übermittelt werden. Zusätzlich zu der Bewerbung sind folgende Dokumente einzureichen. [mehr]

Beantragung des Visums:

Für die Einreise nach Deutschland benötigen palästinensische Studierende ein Visum und eine Aufenthaltserlaubnis zu Studienzwecken. [mehr]

Anerkennung Höherer Bildungsabschlüsse

Kontextspalte

Palästina besitzt eine Vielfalt an Künsten
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