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Städte

Palästinensische Städte.

Palästina ist die Wiege der Zivilisation und der Ursprungsort der monotheistischen Religionen. Das Heilige Land mit seinem religiösen und kulturellen Reichtum ist Zeuge einer fesselnden Geschichte, die bis tief in die prähistorische Zeit geht. Besuchen Sie die Städte Jerusalem, Hebron, Bethlehem oder Jericho und erleben Sie die Vielfalt Palästinas.

Landkarte der Westbank

Jerusalem

Der Felsendom und die Al-Aqsa-Moschee

Bewohnt seit über 4.000 Jahren und von den Kanaanitern zuerst besiedelt, ist Jerusalem bestens bekannt als die "Stadt der Wunder". Die Auferstehung Christi, die Himmelfahrt des Propheten Mohamed, der Ruheplatz Arche Noahs und Abrahams Opferung sind in dieser historischen Stadt geschehen.

Das Mystische dieser Stadt befindet sich innerhalb der Mauern der Altstadt, deren Parameter größtenteils im Laufe des 12. Jahrhunderts entstanden. Umgeben von hoch befestigten Mauern und durch die acht berühmten Tore zugänglich gemacht, ist die Stadt baukünstlerisch ein Weltwunder.

Auch Deutschland hat seine Spuren in Ost-Jerusalem hinterlassen. Der deutsche kulturelle Einfluss machte sich erstmals im großen Umfang im 19. Jahrhundert bemerkbar. Heute sind von den deutschen Kulturwahrzeichen in Ost-Jerusalem die evangelisch-lutherische Erlöserkirche, die Einrichtung der Kaiserin Augusta Victoria und die Schmidt-Schule erhalten.

Bethlehem - Beit Sahour - Beit Jala

Skyline von Bethlehem

An einer alten Karawanenroute und inmitten einer hügeligen Landschaft mit Weinbergen und jahrhunderte alten Olivenbäumen liegt Bethlehem. Die rund 10 Kilometer südlich von Jerusalem gelegene Stadt ist ein Mosaik zahlreicher Kulturen und die kanaanitischen, byzantinischen, persischen und osmanischen Einflüsse auf das architektonische Stadtbild sind bis heute erkennbar.

Bethlehem, die Geburtsstadt Jesus Christi, ist das Zentrum der christlichen Pilgerfahrt und jährlich kommen tausende Gläubige in die kleine Stadt mit der Geburtskirche als ihr Wahrzeichen. Nach Jerusalem ist Bethlehem mit den benachbarten Städtchen Beit Sahour, das die biblischen Hirtenfelder umschließt, und Beit Jala mit ihrer Saint Nikolaus Kirche, die zweitheiligste Stadt der Christenheit.

Jericho

Jericho

Die halbstündige Fahrt von Jerusalem nach Jericho führt durch eine bizarre Wüsten- und Gebirgslandschaft. Zahlreiche historische und religiöse Sehenswürdigkeiten liegen an der 36 Kilometer langen Straße, die über Jericho und die Allenby-Brücke bis nach Amman führt. Al-Ariha, die "Stadt der Palmen" und die "Stadt des Mondes" (nach dem Mondgott Yereho) ist die älteste Stadt der Welt. Bereits vor zehntausend Jahren lebten hier Menschen. Mit ihren 400 Metern unter dem Meeresspiegel ist sie gleichzeitig der tiefgelegendste bewohnte Ort der Erde. Wegen ihres milden Klimas, Parks, zahlreichen Cafés und Restaurants und nicht zuletzt wegen der vielen Sehenswürdigkeiten ist die Stadt ein beliebtes Ausflugsziel. Sie ist darüber hinaus berühmt für den Anbau von Datteln, Bananen und Zitrusfrüchten. Jerichos Beitrag zur Zivilisation ist einzigartig: Haustierhaltung und die Erfindung der Töpferei fanden hier tausend Jahre früher als in Mesopotamien und Ägypten statt und die Mauern und Türme Jerichos wurden 4.000 Jahre vor den ägyptischen Pyramiden errichtet.

Hebron

Hebron

Al-Khalil, wie Hebron auf Arabisch heißt, bedeutet "Der Freund Gottes". Die Stadt liegt auf vier Hügeln 35 km südlich von Jerusalem und ist eine der ältesten und dauerhaft bewohntesten Städte der Welt: Bereits vor 6.000 Jahren lebten hier Menschen. Hebron blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück. Griechen und Römer, Byzantiner und Perser herrschten hier, bevor die Stadt im 7. Jahrhundert von Muslimen erobert wurde. Unter ihnen entwickelte sich die größte Stadt der Westbank zu einem florierenden Handelszentrum. Ihr Markt ist bis heute für Händler aus rund fünfzig Dörfern in der Umgebung das wirtschaftliche Zentrum. In Hebron gibt es eine Industrie für die Verarbeitung von Weintrauben und dutzende von Steinbrüchen, die Marmor in arabische Länder exportieren. Darüber hinaus ist Hebron bekannt für sein Glashandwerk, seine Töpferei-, Leder- und Schuhproduktion.

Hebron ist für alle drei monotheistischen Weltreligionen eine heilige Stadt, da hier nicht nur Ibrahim (Abraham), Isaac und Jakob sowie deren Ehefrauen Rebecca und Leah begraben liegen, sondern es war auch das erste Heim von Adam und Eva nach ihrer Vertreibung aus dem Paradies.

Ramallah und Al-Bireh

Ramallah und Al-Bireh

Die Zwillingsstädte Ramallah und Al-Bireh liegen rund 16 Kilometer nördlich von Jerusalem. Auf mehreren Hügeln und 900 Meter über den Meerespiegel erbaut, wird Ramallah auch die "Braut Palästinas" genannt. Im Gegensatz zu Al-Bireh, das schon 3.500 Jahre v. Chr. besiedelt wurde, ist Ramallah eine "moderne" Stadt.

Erst im späten 15. Jahrhundert ließen sich hier zwei Familien, eine christliche und eine muslimische, nieder. In Ramallah selbst finden sich deswegen keine Sehenswürdigkeiten, doch die Umgebung ist reich an religiösen und historischen Stätten, die jeder Zeit besichtigt werden können. Das angenehme Klima macht die Stadt zu einem beliebten Ferienort und ist heute die multikulturellste Stadt der Westbank. Das Zentrum Ramallahs - der al-Manara- Platz mit seinen sechs sternförmig verlaufenden Straßen - ist meist bis spät in den Abend mit Leben gefüllt: eine Vielzahl von Cafés, Restaurants, Kneipen und Eisdielen, für die Ramallah berühmt ist, locken Besucher aus der ganzen Westbank an. Im Sommer wird die Stadt zu einer offenen Bühne: Musik-, Film-, Theater- und Tanzfestivals sowie internationale Jugendtreffen finden dann statt.

Al-Bireh wurde von den Kanaanitern erbaut, und einst rasteten dort Joseph und Maria auf ihrem Weg von Jerusalem nach Nazareth. Al-Bireht ist auch bekannt als das Zentrum für Bildung sowie politischen und kulturellen Aktivitäten.

Nablus

Nablus

Nablus ist die zweitgrößte palästinensische Stadt und Heim eines reiches baukünstlerisches und archäologisches Erbgutes. Strategisch gelegen zwischen den biblischen Bergen Ebal und Gerzijm, wurde die Stadt von den Kanaanitern vor etwa 9.000 Jahren in der Nähe der archäologischen Stätte Tel Balata gegründet. Die Römer errichteten die "moderne" Stadt Nablus im Jahre 72 v.Chr. und nannten sie Flavia Neapolis, die "Neue Stadt".

Die jetzige Altstadt wurde in der mameluckischen Ära errichtet und ausgestattet mit türkischen Bädern. Die Herstellung von Kernseife aus Olivenöl und der Süßigkeit Knafeh ist hier mit zahlreichen Betrieben zu Hause. Kirchen und Moscheen stehen Seite an Seite.

Die kanaanitischen Ruinen, die griechisch-orthodoxen Kirche des Märtyrers Saint Justin, die 1898 errichtet wurde, sowie eins der besterhaltenen römischen Friedhöfe sind nur einige von vielen historischen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Jenin, Tulkarem, Qalqilia

Jenin

Die landwirtschaftlich reichen nördlich gelegenen Regionen der Westbank, Jenin, Tulkarem und Qalqilia, sind die Kornkammern Palästinas.

Einganim, so der historische Name von Jenin, wird in der Bibel als prachtvolle Stadt mit blühenden Gärten beschrieben. Damals und Heute steht Jenin für wirtschaftliche Prosperität. Bereits zu Zeiten der römischen Kolonialherren war der Markplatz eine beliebte Verkaufsstätte für Agrarprodukte. Und auch heute ist die Stadt eines der wirtschaftlichen Zentren im Norden der Westbank. Ein Industriepark soll hier errichtet werden und es existieren Pläne für den Bau eines Flughafens.

Der Name der Stadt Tulkarem stammt aus dem Aramäischen "Tur Karma" und bedeutet "Weinberg". Die Stadt hat eine lange Geschichte von landwirtschaftlichem Reichtum und ist bestens bekannt für ihre ländlichen Festungen und Agrarerträge. Qalqilia kommt aus dem römischen "Qala alia" und heißt "die hohe Festung". Diese Stadt der Westbank ist gänzlich untermauert, schließt ein rekonstruiertes kanaanitisches Dorf ein und besitzt zwei sehenswerte Tiergärten.

Gaza

Gaza

Jahrhundertelang war der Gaza-Streifen mit seiner Via Maris der Knotenpunkt für Händler und damit die wichtigste Verbindung zwischen Europa, Asien und Afrika. Als eines der ältesten Handels- und Kulturmetropole trägt die Stadt Gaza ihren Namen, der übersetzt "Schatz" und "Stärke" bedeutet, zu Recht.

Überall sind im 365 Quadratkilometer großen Gaza-Streifen Spuren früherer Hochkulturen, die bis ins vierte Jahrtausend v. Chr. hineinreichen, zu sehen. Der zwischen Mittelmeer und der Negev-Wüste gelegene Streifen war auch das Heim für einige der ersten Christen der Welt. Von hier zogen Theologen aus, um die Lehren Jesus Christi zu verbreiten.

Die Küste Gazas gilt mit ihren kilometerlangen weißen Sandstränden als eine der schönsten des östlichen Mittelmeers.

Khan Younis

Khan Younis

25 Kilometer südlich von Gaza-Stadt liegt die zweitgrößte Stadt des Gaza-Streifens: Khan Younis. Der Name der Stadt geht auf ihren Gründer, dem Prinzen Younis Dawadar zurück. Im Jahr 1387 gründete er eine Garnison von der aus Soldaten Karawanen, Reisende und Pilger vor Angriffen schützen. Heute hat man vom Marktplatz einen beeindruckenden Blick auf die historische Kulisse. Aufgrund seiner geografischen Lage -  Khan Younis war die Verbindungsstadt zwischen dem Niltal, dem Fruchtbaren Halbmond und der Arabischen Halbinsel - wurde die Stadt zu einem wichtigen Handelszentrum.

Rafah

Rafah

Zum ersten Mal wurde Rafah in einer Inschrift des Pharao Sehtos I. erwähnt, die auf das Jahr 1303 v.Chr. datiert wird. Die Stadt diente damals als Stützpunkt, um die Küstenstraße Hawras zu bewachen. Rafah bildet die natürliche Grenze zwischen Ägypten und der Fruchtbaren Halbinsel. Nur die Säulengänge aus Marmor und Obelisken zeigen den Verlauf der Landesgrenze.

In der islamischen Ära war Rafah als Ruheort für reisende Kaufleute bekannt. Historiker aus dem 11. Jahrhundert beschrieben diese Stadt als Drehkreuz, mit einem belebten Markt, verschiedenen Hotels und Geschäften. Archäologen glauben, dass der Sand im westlichen Teil der Stadt Ruinen aus der römischen Zeit bedeckt.

Kontextspalte

Palästina besitzt eine Vielfalt an Künsten
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