Sie befinden sich hier

Inhalt

15.05.2012 10:14

Verdrängen, vergessen, verschweigen - die Nakba setzt sich fort

Es war eine Katastrophe, die sich vor 64 Jahren im historischen Palästina abspielte. Sich daran zu erinnern, dass israelische Terrorgruppen über 700.000 Palästinenser gewaltsam aus ihren Häusern in die Fremde vertrieben und 513 palästinensische Dörfer bis auf die Grundmauern zerstörten, dafür steht die Nakba mit ihrer Erinnerungskultur.

Jährlich, am 15. Mai,  gedenken Palästinenser weltweit der Katastrophe, der Nakba, die sich vor 64 Jahren im historischen Palästina abspielte. Gewaltsam vertrieben israelische Terrororganisationen über 700.000 Palästinenser in die Fremde und zerstörten vollständig über 513 Dörfer.

Als Palästinenser von der internationale Gemeinschaft verdrängt, vergessen und verschwiegen, leben die Vertriebenen entrechtet und heimatlos in Flüchtlingslagern in Jordanien, Syrien und Libanon. Sie leben staatenlos in der westlichen Diaspora oder unter der grausamen Besatzung Israels.

Mit der Vertreibung aus seiner Heimat wurde dem palästinensischen Volk seinen eigenen Staat verwehrt. Stattdessen wurde es ein Volk von Flüchtlingen und seine Kultur und Gesellschaft zerschlagen. 

Zehn Millionen Palästinenser gibt es heute, die Hälfte über die gesamte Welt zerstreut und kaum einer darf in die Heimat zurückkehren. Doch nicht nur ihr Trauma der Vertreibung setzt sich fort, auch die Palästinenser, die in Ost-Jerusalem, im Gaza-Streifen oder in der Westbank leben, erfahren täglich die Gefahr, dass sich ihre Nakba wiederholt.

Israel forciert seine ethnische Säuberung in Ost-Jerusalem und tagtäglich sind Palästinenser der Gefahr ausgesetzt, aus ihrer Heimat vertrieben zu werden. Das gilt ebenso für die Westbank. Israel setzt seinen Siedlungsbau in der Westbank ungehindert fort, raubt Palästinensern ihr Land, zerstört ihre Häuser und entzieht ihnen damit ihre gesamte Lebensgrundlage. Fast jeden Tag marschiert die israelische Armee in die Westbank ein, tötet und verhaftet nach Belieben.

Das erlittene Trauma, die erfahrene vergangene und erfahrene gegenwärtige Unmenschlichkeit, ist zu einem Teil der palästinensischen Identität geworden. Sie ist zu einem Teil der Identität geworden, weil das palästinensische Volk sein Selbstbestimmungsrecht in einem unabhängigen Staat Palästina nicht erhalten hat, weiterhin unter Besatzung lebt und ihm seine universalen Grundrechte verweigert wird.

Der heutige Gedenktag ist die mahnende Stimme dessen. Sie richtet sich gegen das Verdrängen, Vergessen und Verschweigen von Unrecht und Unmenschlichkeit und ist zugleich Aufforderung an die Menschen, diese nicht weiter bestehen zu lassen.

Kontextspalte