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14.06.2012 14:25

Menschenrechte sind nicht verhandelbar

Seit Juli 2009 befindet sich Mahmoud Sarsak, Spieler der Nationalmannschaft Palästinas, ohne Anklage und damit rechtswidrig in einem israelischen Gefängnis. Er ist der einzige Häftling, den Israel als "Ungesetzlichen Kombattanten" (unlawful combatant) festhält. Im März ist Sarsak in einen Hungerstreik eingetreten, um gegen seine Haft, die Israel bereits sechs Mal ohne rechtliche Grundlage verlängerte, zu protestieren. Hierzu erklärt Botschafter Salah Abdel Shafi:

"Während ganz Europa auf die Ukraine und Polen blickt, die Europameisterschaft feiert und dabei gleichzeitig von der Ukraine die Wahrung der Menschenrechte einklagt, bleibt es erneut still um Palästina.

Seit drei Jahren hält Israel den Nationalspieler Mahmoud Sarsak widerrechtlich fest und seit 86 Tagen hungert er jetzt für seine universalen Menschenrechte.

Israel begründet seine Inhaftierung mit dem "Unlawful Combatant" - Gesetz. Dieses Gesetz erlaubt dem israelischen Staat die Inhaftierung von Palästinensern aus dem Gaza-Streifen auf unbestimmte Zeit und ohne Anklage oder Gerichtsverfahren. In der Praxis heißt das, dass eine Zivilperson  lebenslang ohne Anklage und ohne rechtlichen Schutz festgehalten werden kann. Dies widerspricht jeglichem internationalem Recht und ist menschenverachtend.

In ihrem Statut hebt die FIFA den völkerverbindenden und humanitären Charakter des Fußballs hervor. Palästina ist Mitglied der FIFA und somit fordere ich, insbesondere angesichts des lebensbedrohlichen Gesundheitszustandes des Spielers, vonseiten des Verbandes, aber auch von der internationalen Gemeinschaft, ein entschlossenes Eingreifen zum Schutz des Sportlers.

Menschenrechte sind universal und nicht verhandelbar. Was von der Ukraine eingefordert wird, muss gleichermaßen auch für Israel gelten."

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