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04.02.2011 14:10

"Kunst als Ausdruck der palästinensischen Identität"

Über die palästinensische Kunst und die Einflüsse der israelischen Besatzung sprach der international bekannte Künstler Suleiman Mansour am Mittwoch in den Räumen der Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft (DAFG) in Berlin. Ein einleitendes Grußwort zu Mansours Vortrag hielt S.E. Salah Abdel Shafi, Generaldelegierter Palästinas.

Sich mit der Kunst von Suleiman Mansour zu beschäftigen, heißt, sich auf die Geschichte Palästinas und des palästinensischen Volkes einzulassen, so der Generaldelegierte Palästinas. Seine Werke erzählen von dem reichen palästinensischen kulturellen Erbe und der Tradition des palästinensischen Volkes, halten aber auch das Leid der Palästinenser in seinen gesamten Facetten fest.

Nachhaltig habe Mansour mit seinem künstlerischen sowie politischen Schaffen die palästinensische Kunstszene beeinflusst und geprägt. So sei er zu einer zentralen Vermittlerfigur zwischen der palästinensischen und der internationalen Kunstszene geworden. Auch außerhalb der Kunstszene blieben die Werke Mansours nicht ohne Wirkung. Mansour habe es geschafft, den Palästinensern nicht nur das Gefühl der Hoffnung, sondern auch das Gefühl der Anerkennung und Stolzes auf ihr Land und ihr kulturelles Erbe zu geben. Für ihn sei der Maler ein künstlerischer "Widerstandskämpfer", erklärte S.E. Salah Abdel Shafi abschließend.

Das wichtigste Thema seiner Arbeit sei die Verbundenheit zur palästinensischen Heimat sowie die Wahrung der palästinensischen Identität, so Mansour in seinem Vortrag. Palästinensische Symbole wie traditionelle Kleidung und Sitten fließen ebenso in seine Bilder ein wie Elemente der israelischen Besatzung. Das Erlebte und Erfahrende sowie die politische Lage stelle er in seinen Bildern abwechselnd traditionell, realistisch, symbolisch und abstrakt dar.

Immer wieder sei seine Arbeit sowie die Arbeit aller palästinensischen Künstler durch die israelische Besatzung unterdrückt worden. So durfte beispielsweise die Farbenkombination schwarz, weiß, rot und grün (Farben der palästinensischen Flagge) in den Werken nicht verwendet werden. Um sich der Besatzung zu widersetzen, begann er mit zahlreichen weiteren Künstlern den israelischen Markt zu boykottieren und bezog von dort keine Mal- und Zeichenmaterialien. Im Zuge dessen griff er auf natürliche und lokale Ressourcen wie Lehm oder Henna zurück. So seien in den 1990er Jahren seine zahlreichen Skulpturen entstanden, die durch die Einbindung von alten traditionellen palästinensischen Gebrauchsobjekten auf die ununterbrochene palästinensische Präsenz im Land hinweisen sollen.

Der 1947 in Bir Zeit geborene und heute in Jerusalem lebende Suleiman Mansour ist einer der führenden zeitgenössischen Künstler Palästinas. 1970 schloss er sein Kunststudium an der Bezalel-Akademie in Jerusalem ab. Bis heute hat Mansour über 400 Werke geschaffen und ein großer Teil wurde bereits in Palästina, Israel, USA, Japan, Korea sowie in zahlreichen arabischen und europäischen Ländern ausgestellt.

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